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Fussball

Wettskandal erreicht deutschen Profi-Fußball

SID
Wurden tatsächlich Spiele der Saison 2009/2010 in der 2. Liga verschoben
© Getty

In den sich anbahnenden Wettskandal im internationalen Fußball sollen nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auch Profis des Zweitliga-Absteigers VfL Osnabrück verstrickt sein. Insgesamt sollen 32 Spiele in Deutschland betroffen sein.

Die Staatsanwaltschaft Bochum verdächtigt demnach einen 34-jährigen Mann aus Lohne, zwei Begegnungen des VfL in der vergangenen Zweitliga-Saison mit Hilfe von Osnabrücker Spielern manipuliert zu haben.

Der Mann soll bereits verhaftet worden sein. Betroffen sind angeblich die beiden Auswärtsspiele der Niedersachsen beim FC Augsburg (0:3) am 17. April 2009 und beim 1. FC Nürnberg (0:2) am 13. Mai.

Der 34-Jährige hatte laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft hohe Summen auf die beiden Partien gesetzt und sich dabei auf eine Tordifferenz festgelegt, die dann tatsächlich eintrat.

Telefonate mit VfL-Spieler abgehört

Aus abgehörten Telefonaten einer Sondereinheit der Polizei Bochum gehe hervor, dass der Verdächtige in dem Zusammenhang Kontakt zu mindestens einem VfL-Spieler aufgenommen habe.

"Wenn das stimmt, wäre das eine Katastrophe - das könnte dann ein Grund für den Abstieg gewesen sein", sagte Osnabrücks Präsident Dirk Rasch der "NOZ", nach deren Informationen am Donnerstag im Rahmen der bundesweiten Polizeiaktion auch die Wohnung eines ehemaligen Osnabrücker Profis durchsucht wurde.

Insgesamt vier Zweitliga-Spiel unter Verdacht

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum besteht konkreter Verdacht, dass vier Spiele der 2. Liga, drei Spiele der 3. Liga und 18 Partien der Regionalligen, fünf Spiele der Oberligen sowie zwei U-19-Begegnungen manipuliert wurden.

Insgesamt sollen etwa 200 Spiele in neun Ländern betroffen sein. Neben Deutschland sind dies Belgien, die Schweiz, Kroatien, Slowenien, die Türkei, Ungarn, Bosnien-Herzegowina und Österreich. Hinzu kommen mindestens drei Champions League- und zwölf Europa League-Spiele sowie ein Qualifikationsspiel zur U-21-EM.

Die Tätergruppe mit insgesamt über 200 Verdächtigen soll seit Beginn des Jahres Sportler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle bestochen und Wettgewinne in Höhe von mehreren Millionen Euro bei europäischen und asiatischen Wettanbietern erzielt haben.

In Deutschland 15 Festnahmen

In Deutschland wurden am Donnerstag 15 Haftbefehle vollstreckt. Mehr als 50 Durchsuchungsbeschlüsse in sechs deutschen Bundesländern sowie der Schweiz, Österreich und Großbritannien wurden vollzogen. Zwei weitere Festnahmen erfolgten in der Schweiz.

Es wurden Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von mehr als einer Million gesichert. Laut Staatsanwaltschaft ist davon auszugehen, dass sich sowohl die Zahl der Tatverdächtigen als auch die Anzahl der betroffenen Spiele durch weitere Ermittlungen erhöhen wird.

Aus ermittlungstaktischen Gründen werden zur Identität der beteiligten Personen sowie der betroffenen Mannschaften derzeit keine Auskünfte erteilt. In Deutschland lagen die Schwerpunkte der Festnahmen in Berlin, Nürnberg und im Ruhrgebiet.

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