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Fussball

NADA: Keine Sonderbehandlung für Fußballer

SID
Es gibt keine Ausnahmeregelungen für Fußballer bei den Doping-Richtlinien
© Getty

Die "Lex Fußball" bei Doping-Kontrollen bleibt heftig umstritten. Während der Fußball-Weltverband FIFA bei den Meldepflichten nach wie vor von einer Sonderregelung ausgeht, traten nun sowohl die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland als auch die Welt-Anti-Doping-Agentur dieser Darstellung deutlich entgegen.

Keine Sonderbehandlung für Fußballer

"Die WADA hat mittlerweile klar gestellt, dass es für Fußballspieler keine Sonderbehandlung gibt. Die deutschen Fußball-Nationalspieler sind wie alle anderen Top-Athleten nach den Vorgaben des WADA-Codes individuell an das Dopingkontrollsystem der NADA angeschlossen", teilte die NADA am Dienstag in einer Presseerklärung mit.

Die NADA widersprach damit auch einer angeblichen Einigung zwischen der FIFA und der WADA, "dass für Fußballspieler generell keine individuellen Whereabouts (Meldepflichten, Anm.d.Red.) gelten und sie nur während des Trainings, nicht aber in der trainingsfreien Zeit oder im Urlaub kontrolliert werden können".

Der NADA-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert betonte erneut, dass es keinen Grund für eine Änderung der Regeln zugunsten der Fußballer geben würde: "Die Top-Athleten müssen das ganze Jahr über unangemeldet außerhalb der Wettbewerbe kontrolliert werden können. Wenn das nicht gewährleistet ist, sind Dopingkontrollen nicht effektiv. Dann hat der Anti-Doping-Kampf keinen Sinn."

"Das sind wir auch anderen Sportlern schuldig"

Gerade Regenerations- oder individuelle Vorbereitungszeiten seien "hochsensibel". Die NADA behält ihre bisherige Regelung deshalb bei. "Das sind wir auch den anderen Sportlern schuldig", sagte der Kuratoriumsvorsitzende Michael Hölz: "Ich appelliere an die Verantwortlichen des internationalen Fußballs, ihre Verantwortung auf der Basis der herausgehobenen Vorbildposition ihrer Sportart gerecht zu werden und sich für eine globale, einheitliche Umsetzung des WADA-Codes stark zu machen."

Noch im April ist ein Treffen zwischen der NADA und dem Deutschen Fußball-Bund geplant. Die FIFA hatte vor zwei Wochen eine angebliche Einigung mit der WADA im Streit um die Meldepflichten publik gemacht. Demnach sollte es bei den Fußballprofis die individuelle Meldepflicht nur noch in Einzelfällen bei verdächtigen Spielern geben.

Zudem soll eine Urlaubsregelung beschlossen worden sein, wonach Fußballer in ihren Ferien während der Sommer- oder Winterpause von den Kontrolleuren nichts mehr zu befürchten haben.

"Das geltende FIFA-Anti-Doping-Reglement wurde von der WADA verstanden und wird nun vor einer neuerlichen Beurteilung 2010 in der Praxis getestet", hieß es in der FIFA-Mitteilung.

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