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Fussball

Kaka "Welt-Fußballer des Jahres" - Prinz Zweite

SID
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© DPA

Zürich - Der Brasilianer Kaka ist erstmals zum "Welt-Fußballer des Jahres" gekrönt worden und damit in die Fußstapfen seiner Landsmänner Romario, Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho getreten.

Der 25-Jährige vom AC Mailand war der Held bei der FIFA-Gala im Zürcher Opernhaus - die Frau des Abends hieß Marta. Die brasilianische Vorjahressiegerin setzte sich bei der Abstimmung der Nationaltrainer und Auswahl-Kapitäne aus 208 Ländern gegen Birgit Prinz durch. Die Weltmeisterin vom 1. FFC Frankfurt hatte den Titel dreimal, 2003, 2004 und 2005, gewonnen.

Marta verwies nicht nur Prinz, sondern auch die Ex-Wolfsburgerin Cristiane (Brasilien) auf die Plätze. Prinz hatte nach dem 2:0-Finalsieg gegen Brasilien am 30. September in Shanghai den goldenen WM-Pokal in die Höhe gereckt. Deutschlands "Fußballerin des Jahres" hatte mit fünf Turniertoren großen Anteil am zweiten Titel nach 2003 und führt mit 14 Treffern die ewige WM-Torschützenliste an. Für den Titel "Welt-Fußballerin" reichte es dennoch nicht.

"Unser Anliegen ist es, sich nicht mit den Männern zu vergleichen, sondern eine eigene Marke zu schaffen", meinte die 30 Jahre alte Stürmerin.

Messi Zweiter

"Das war ein wunderbares Jahr. Der tollste Moment war natürlich der Champions-League-Sieg mit Milan", sagte Kaka (Der Weltfußballer im Steckbrief), der vor zwei Wochen schon mit dem "Goldenen Ball" als bester Kicker Europas ausgezeichnet worden war.

Kaka ließ den Argentinier Lionel Messi vom FC Barcelona und den Portugiesen Cristiano Ronaldo von Manchester United hinter sich. "Ich wachse, und jedes Jahr wird die Verantwortung, die auf mir lastet, größer", sagte der stets zurückhaltende und bescheidene Profi.

Kaka wurde Nachfolger des italienischen Weltmeisters Fabio Cannavaro, der sich im Vorjahr gegen den ebenfalls in den 30er befindlichen Zinedine Zidane durchgesetzt hatte. "Dass hier so junge Spieler sitzen, beweist, dass ein neuer Zyklus eingeleitet wurde. Der Fußball verjüngt sich", meinte Kaka mit Blick auf den 22-jährigen Angreifer Ronaldo und den 20 Jahre jungen Messi, der "El Pulpo" ("Der Floh") genannt wird.

Ehrung auch für Kroos

In die Endausscheidung der besten 30 waren Miroslav Klose und Philipp Lahm vom FC Bayern München als einzige Deutsche gekommen. Als bisher einziger DFB-Spieler hatte Lothar Matthäus bei der Premiere der Wahl 1991 ganz oben gestanden.

Eine FIFA-Auszeichnung gab es dennoch für einen Bundesliga-Profi - überreicht durch Matthäus: Toni Kroos, Toptalent des FC Bayern, wurde in Anwesenheit von Franz Beckenbauer und Pele als bester Akteur der U 17-WM geehrt.

Neun Millionen Jahresgehalt

Kaka spielt nicht nur auf dem Platz in einer anderen Liga als der Rest der Fußball-Welt. Der jungenhaft wirkende Profi verdient mittlerweile neun Millionen Euro im Jahr und soll demnächst seinen bis 2011 laufenden Vertrag in Mailand um weitere zwei Jahre verlängern.

"Vielleicht ist er der einzige Spieler der Welt, der schneller ist als der Ball", schrieb die "Neue Zürcher Zeitung" am Montag.

Kaka schoss mit zehn Toren seinen italienischen Klub zum Champions-League-Sieg und ragte auch beim 4:2-Finalsieg gegen Boca Juniors bei der Klub-Weltmeisterschaft in Japan heraus.

Späterer Berufswunsch: Priester

Ricardo Izecson dos Santos Leite, wie der neue "Welt-Fußballer" korrekt heißt, ist ein tief gläubiger Mensch, möchte später mal Priester werden und sagt über sich selbst: "Ich bin ein einfacher junger Mann."

Im Gegensatz zu Ronaldo und Ronaldinho erfüllt Kaka nicht das Klischee vom Straßenfußballer, der sich aus den Favelas nach oben gekämpft hat: Er wuchs in Sao Paulo als Sohn eines Ingenieurs und einer Lehrerin auf.

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