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Formel 1

Wie Homer Simpson im Atomkraftwerk

Homer Simpson in der Formel 1? Lewis Hamilton ließ in Baku eine Parallele erkennen
© getty

SPOX-Redakteur Alexander Maack bewertet nach jedem Grand Prix die fahrerischen Leistungen der Formel-1-Piloten und stellt sein persönliches Driver-Ranking auf. Teil 8 der Saison 2016: Der "Große Preis von Europa" im asiatischen Azerbaidschan, genauer Baku. Dabei: Lewis Hamilton wandelt auf Homers Spuren, Nico Rosberg regiert dank Sergio Perez' Patzer. Felipe Nasr überzeugt erstmals in diesem Jahr und Kimi Räikkönen zeigt, dass er's noch kann.

Platz 1, Nico Rosberg: Zweiter Grand Slam in Rosbergs Formel-1-Laufbahn nach dem Russland-GP 2016! Noch Fragen? Rosberg fuhr auf die Pole-Position, er behielt die Führung nach dem Start, er gab sie nicht mal beim Boxenstopp ab und kurz vor der Zieldurchfahrt haute er noch mal eben die schnellste Rennrunde aller Piloten raus. Was er noch besser machen könnte?

Er hätte schneller fahren müssen. Unverständlich? Rosberg war der langsamere Mercedes-Pilot. Im Qualifying hatte er im ersten Sektor Probleme. Hamilton war auf Pole-Kurs. Doch das kann man auch zum Vorteil des Deutschen auslegen: Er hatte seinen Mercedes unter Kontrolle, blieb auf der Strecke und zerlegte ihn nicht in der Mauer.

Für die Szene des Wochenendes sorgte Rosberg schon am Freitag: Als sein Mercedes stehen blieb, entschied er sich nicht etwa griesgrämig zur Box zurückzueilen, er stellte sich für eine spontane Fotosessions mit den aserbaidschanischen Marshals zur Verfügung und schaute sich das Ende des 2. Trainings in bester Fernando-Alonso-Manier im Camping-Stuhl mit Dosenhalter an.

Platz 2, Sergio Perez: Force Indias Mexikaner hätte die Bestnote verdient. Ein überragendes Qualifying mit der Fahrt auf Position 2, ein starkes Rennen mit dem siebten Besuch auf dem F1-Podium in seiner Karriere. Mehr hat kein Mexikaner geschafft. Pedro Rodriguez, mit dem Perez in Baku gleichzog, gewann allerdings den Südafrika-GP 1967 und den Belgien-GP 1970.

Wie schon in Monaco bemerkt: Immer, wenn der Force India läuft, zeigt Perez eine Glanzleistung, während Nico Hülkenberg sich kostbare Fehler leistet. Doch in Aserbaidschan machte auch Perez Fehler. Er hätte auf Platz 2 durchs Ziel fahren können, hätte er den Force India nicht im 3. Freien Training unnötigerweise zerlegt, damit das Getriebe beschädigt, einen Wechsel des Teils erzwungen und dafür eine Strafversetzung um fünf Plätze kassiert. Für diese Dummheit bekommt der Mexikaner von mir Abzüge, die ihn im Driver-Ranking hinter den Deutschen zurückwerfen.

Platz 3, Sebastian Vettel: Daniel Ricciardo und Sergio Perez hielten im Qualifying mit dem vierfachen Weltmeister mit. Eine Enttäuschung? Sicher. Nur ist sie nicht Vettel anzulasten: Er hatte die üblichen drei Zehntel Vorsprung auf seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen, er war der schnellere Ferrari-Pilot im Rennen.

Vettel sicherte sich den Platz vor Räikkönen und Perez auch, weil er Ferraris Strategie dieses Mal in Frage stellte. Der Heppenheimer widersetzte sich dem Ratschlag, Red Bulls Undercut durch einen ebenso frühen Boxenstopp abzuwehren. "Letztendlich treffe ich die Entscheidungen, denn ich lenke das Auto", sagte Vettel. Er hatte Recht: Die Reifen erholten sich, er fuhr schnellere Zeiten auf den Supersofts als es Ricciardo nach dem Wechsel tat.

Platz 4, Valtteri Bottas: Williams braucht dringend Kühlakkus. Vor den heißen Sommermonaten offenbarte der Renner aus Groves mal wieder sein Problem: Sobald das Thermometer klettert, frisst er die Pirelli auf. Bottas bekam das Übersteuern seines Autos im Gegensatz zu seinem Teamkollegen immerhin halbwegs in den Griff. Felipe Massa musste einmal mehr die Box ansteuern und verspielte so die bessere Ausgangslage.

Der Brasilianer fiel von Startplatz 5 auf Rang 10 zurück, sein finnischer Partner verbesserte sich um zwei Positionen auf Rang 6. Trotzdem werden sich bei Williams sämtliche Beteiligten ärgern. Wenn Force India aufs Podest fährt, wenn Manor Q2 schaffen kann, dann muss Williams mehr erreichen, als gerade so in die Top 6 zu kommen.

Platz 5, Felipe Nasr: Der Brasilianer war in dieser Saison der heißeste Kandidat auf einen der letzten Plätze im Driver-Ranking. Er fuhr einfach pomadig. Saubers Entscheidung, die Ingenieurmannschaft umzubauen, scheint sich für ihn bezahlt zu machen.

Nasr stellte den C35 in Q2, er profitierte dabei von Jenson Buttons Fehler. In der ersten Runde nutzte er den Kontakt zwischen Esteban Gutierrez und Hülkenberg und arbeitete sich weiter nach vorn. Anschließend spielte er den Schattenmann von Button. Das war so nicht zu erwarten. Endlich deutete Nasr mal wieder an, warum seine brasilianischen Sponsoren so viel Geld in ihn investieren.

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