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Formel 1

Rosberg auf Pole - Hamilton crasht

Von Dominik Geißler
Nico Rosberg setzte seinen Mercedes auf die erste Startposition
© getty

Nico Rosberg hat sich beim Qualifying zum Großen Preis von Europa (So., 15 Uhr im LIVETICKER) die 25. Pole seiner Karriere geholt. Der Mercedes-Pilot profitierte bei einer Bestzeit von 1:42,758 Minuten von einem Fahrfehler seines Teamkollegen Lewis Hamilton. Der Engländer streifte die Bande und schied in Q3 vorzeitig aus. Von Platz zwei startet Daniel Ricciardo im Red Bull.

"Es war großartig", freute sich Rosberg in der Pressekonferenz. "Es war eine der anspruchsvolleren Sessions heute. Aber es hat alles toll geklappt. Es musste heute viel umgedacht werden, weil Lewis in Q3 zum Beispiel genau vor mir von der Strecke abkam. Da musste ich die Runde abbrechen und hatte nur noch einen Versuch."

Ricciardo fuhr zwar nur die drittschnellste Zeit (+1,208) hinter Rosberg und Sergio Perez (+0,757), doch wird der Force-India-Pilot aufgrund eines Getriebewechsels vor dem Qualifying fünf Startplätze nach hinten versetzt.

Ricciardo setzte seine beste Zeit im letzten Versuch und schob sich somit noch vor Sebastian Vettel. Kurios: Beide Fahrer fuhren aufs Tausendstel dieselbe Zeit, doch der Red Bull beendete seine Runde zuerst.

"Zeitgleich zu sein mit P2 oder P3 ist ein bisschen bitter. Ich habe die ersten zwei, drei Ecken nicht optimal erwischt und dadurch ein bisschen Zeit verloren. Danach war die Runde ganz gut und ich war eigentlich sehr zufrieden", ärgerte sich Vettel: "Ein Tausendstel? Ich weiß nicht, ob man das überhaupt messen kann."

So knapp der Abstand zu Ricciardo auch war, zu Mercedes fehlte der Scuderia über eine Sekunde - ein Umstand, der dem Heppenheimer gar nicht gefiel. "Der Abstand zur Spitze ist einfach zu groß. Das müssen wir noch einmal genauer untersuchen", sagte er und deutete Schwächen beim Chassis an: "Wir verlieren die meiste Zeit ja nicht auf den Geraden. Wir haben auch in den langsamen Kurven Probleme."

Hamilton küsst die Mauer

Das Finale war besonders spektakulär, weil Hamilton durch seinen Crash zwei Minuten vor Schluss eine rote Flagge auslöste. Somit mussten alle Fahrer an die Box und hatten nur noch wenig Zeit, nochmals auf eine schnelle Runde zu gehen.

Hamilton patzte in den engen Kurven der Altstadt. In einer Rechtskurve traf er die Streckenbegrenzung, sein rechter Vorderreifen knickte ab. Der Weltmeister wird damit nur als Zehnter ins Rennen gehen. Schon zuvor verbremste sich Hamilton mehrfach und musste die Notausgänge auf dem Baku City Circuit nutzen.

Das Ergebnis des Qualifyings im Überblick

"Ich hatte gestern einen fantastischen Rhythmus - und heute gar keinen. Manchmal passiert das", erklärte er seinen Leistungsabfall von Freitag auf Samstagnachmittag. Für das Rennen hat Hamilton keinen frischen Reifensatz mehr zu Verfügung. Entsprechend bescheiden gab er sich: "Ich werde versuchen, morgen so weit wie möglich nach vorne zu kommen. Ab hier geht es nur noch um Schadensbegrenzung."

Hinter Vettel folgen Teamkollege Kimi Räikkönen, Felipe Massa im Williams und überraschend Daniil Kvyat im Toro Rosso. Komplettiert werden die Top 10 von Valtteri Bottas und Max Verstappen.

Hülkenberg enttäuscht

Ein enttäuschendes Qualifying erlebte Nico Hülkenberg. Der Force-India-Pilot schied bereits in Q2 aus und schaffte damit deutlich weniger als erwartet. Im dritten Freien Training fuhr Hülkenberg noch auf Rang drei.

Pascal Wehrlein schied in Q1 aus und musste sich sogar seinem Teamkollegen Rio Haryanto geschlagen gegeben. "Ich ärgere mich sehr, denn heute hätte es auf jeden Fall für Q2 gereicht", resümierte er enttäuscht.

Überraschend schwach zeigte sich auch Jenson Button, der ebenfalls im ersten Quali-Segment seine Segel streichen musste. Der McLaren-Honda-Fahrer, dessen Stallgefährte Fernando Alonso 14. wurde, hatte jedoch Pech: In seiner schnellen Runde musste er wegen einer Gelbphase vom Gas gehen.

Spannendes Rennen wird erwartet

Geschwenkte Flaggen dürfte es auch im Rennen immer wieder geben. Die Strecke lädt zu Fehlern ein, die Auslaufzonen sind zudem klein oder nicht vorhanden.

"Es wird bestimmt viele Überholmanöver geben und wahrscheinlich auch viele Safety-Car-Phasen und damit viele Neustarts. Das wird eine tolle Show", zeigte sich Rosberg schon nach der Quali euphorisch. Und Vettel stimmte zu: "Es gibt natürlich ein hohe Chance fürs Safety Car oder Virtual Safety Car oder gelbe Flaggen."

Quali-Duelle: So steht es im teaminternen Wettkampf

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