Cookie-Einstellungen
Formel 1

Nico Rosberg überrascht in Bahrain mit der Pole

Von Alexander Maack
Mercedes-Pilot Nico Rosberg steht zum zweiten Mal in seiner Karriere auf der Pole Position
© getty

Formel-1-Pilot Nico Rosberg ist beim Großen Preis von Bahrain zur zweiten Pole-Position seiner Karriere gefahren. Der Mercedes-Pilot verwies Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull mit 0,254 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei und wurde anschließend mit Lob überschüttet.

"Ich bin natürlich super-happy. Der erste Platz ist gigantisch", erklärte Rosberg direkt nach dem Qualifying. Die zweite Pole in der Formel-1-Karriere des 27-jährigen Wiesbadeners nach dem Triumph in China 2012 war überraschend.

Das Klassement des Qualifying in der Übersicht

"Es war vorher nicht klar, wer das schnellste Auto hat, besonders auf eine Runde", erklärte der Weltmeistersohn, der noch während der entscheidenden Session sein Auto umbauen ließ: "Gestern sah es echt noch nicht so gut aus. Wir haben aber über Nacht sehr gut gearbeitet und viele Sachen geändert und optimiert."

Von der Leistung seines Landsmanns zeigte sich auch Vettel beeindruckt. "Gratulation an Nico. Er hat wirklich eine Bombenrunde hingelegt", so Vettel. "Als ich gesagt bekommen habe, dass er im zweiten Run nochmal deutlich schneller gefahren ist, war mir klar, dass die Pole heute nicht drin war."

Alonso bricht schnelle Runde ab

Vizeweltmeister Fernando Alonso leistete sich auf seiner letzten Runde mehrere Fehler und scheiterte so daran, die beiden Deutschen aus der ersten Reihe zu verdrängen. Der Spanier fuhr daraufhin direkt an die Box.

"In der letzten Kurve habe ich gesehen, dass ich etwa eine Zehntel langsamer war. Also haben wir entschieden, reinzukommen und eine Runde auf den Reifen zu sparen", erklärte Alonso, der sich wie Vettel über Rosbergs Leistung wunderte: "Ich weiß nicht, wie Nicos Auto diese Runde hinbekommen hat."

Der Spanier geht trotz des verpassten Sprungs in die erste Reihe optimistisch in sein 200. Formel-1-Rennen. "Normalerweise verbessert sich unsere Performance am Sonntag und wir sind wettbewerbsfähiger", erklärte der 31-Jährige: "Morgen haben wir eine gute Gelegenheit, Konstanz zu schaffen. Wir können um das Podium kämpfen und ein Sieg wäre natürlich noch besser."

Höhere Temperaturen ein Nachteil für Mercedes

Den Triumph des Doppelweltmeisters wollen die Deutschen natürlich verhindern. "Der Wettbewerb morgen wird hart. Es ist schwierig zu sagen, ob wir die Pace haben werden, das Rennen zu gewinnen. Aber wir werden es versuchen", erklärte Polesetter Rosberg.

Sein Team befürchtet, im Rennen nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten zu können. "Ein Teil der Top Ten hat vielleicht mehr Richtung Rennen gearbeitet", deutete Sportchef Toto Wolff an. Zum Problem könnten für die Silberpfeile die höheren Temperaturen werden, die für Sonntag vorausgesagt werden.

Der Abbau der Reifen wird dadurch wieder zum entscheidenden Faktor im Kampf um den Sieg. "Wir haben während der Qualifikation ein paar Reifen aufgespart", freute Vettel sich deshalb. "Ich bin optimistisch. Das Auto funktioniert besser als gestern. Da hatte ich mich noch nicht ganz wohlgefühlt."

Webber und Hamilton bestraft

Sein australischer Teamkollege war weniger zufrieden. "Ich hätte mehr von mir erwartet. Im 2. Und 3. Freien Training hatte alles noch gut ausgesehen. Ich hätte aus dem Auto mehr herausholen können", gab sich Mark Webber nach seiner fünftschnellsten Zeit selbstkritisch. Allerdings hätte ihm eine schnellere Runde nicht wirklich geholfen.

Wegen seiner ungestümen Fahrweise in China und der daraus resultierenden Kollision mit Jean-Eric Vergne, müsste Webber in der Startaufstellung eigentlich drei Plätze nach hinten rutschen, profitiert aber von Lewis Versetzung um fünf Plätze wegen eines Getriebewechsels. "Das ist so etwas wie ein Strafenwettbewerb", sagte der Australier.

Der britische Mercedes-Pilot fuhr im Qualifying die viertschnellste Zeit und startet nur als Neunter. "Für ihn ging es in der Qualifikation vor allem darum, Schadensbegrenzung zu betreiben, was ihm extrem gut gelungen ist", lobte Sportchef Toto Wolff den 28-Jährigen.

"Ich muss das fahrerisch bewältigen. Ich hoffe, dass ich sofort beim Start möglichst viele Position gutmachen kann", sagte Hamilton. Nach 600 Metern bremsen die Piloten vor Turn 1 hart. Die Kurve wird mit unter 70 Stundenkilometern durchfahren und bietet eine gute Gelegenheit für Hamiltons Plan.

Massa startet mit harten Reifen

Durch die Strafen gegen Webber und Hamilton rückt Felipe Massa in der Startaufstellung auf Position vier vor. Der Brasilianer fuhr seine schnellste Runde auf harten Reifen und kann deshalb im Rennen wahrscheinlich länger bis zu seinem ersten Stopp warten als die vor ihm startende Konkurrenz. "Es ist ein gewisses Risiko dabei", gab Massa zu. "Wenn es funktioniert, dann wird es auf jeden Fall eine gute Geschichte werden."

Auch die Force-India-Piloten profitierten von den Versetzungen. Paul di Resta startet von Platz fünf, Adrian Sutil geht als Sechster ins Rennen. "Die Strecke liegt uns. Wir mögen das warme Wetter. Die Dinge sehen vielversprechend aus", freute sich Sutil. Der WM-Zweite Kimi Räikkönen rutscht mit seinem Lotus durch Hamiltons Strafversetzung von neun auf acht.

Nico Hülkenberg scheitert schon in Q2

Kaum überraschend schied Nico Hülkenberg schon im zweiten Abschnitt der Qualifikation aus. Der Emmericher wurde 14. und hatte in seinem Sauber 1,230 Sekunden Rückstand auf Rosberg, der schon in Q2 fast eine halbe Sekunde schneller war als der Zweitplatzierte Alonso.

Pastor Maldonado musste schon nach Q1 die Segel streichen. Dabei war der Venezolaner in Williams-Diensten genauso schnell, wie Teamkollege Valtteri Bottas, der sich für Q2 qualifizierte. Der Finne durfte weiter teilnehmen, weil er die Zeit vor Maldonado aufgestellt hatte.

Alle Teams und Fahrer 2013

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung