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Formel 1

Formel 1 - Erkenntnisse zum Aserbaidschan-GP: Vettel streift die letzten Zweifel ab - Hamilton verliert die Nerven im Titelkampf

Von Christian Guinin
Sebastian Vettel wurde beim Großen Preis von Aserbaidschan Zweiter.

Während Lewis Hamilton in einem für ihn ungewohnt engen WM-Titelkampf die Nerven zu verlieren scheint, bestätigt Sebastian Vettel mit einem starken zweiten Platz beim Großen Preis von Aserbaidschan seine gute Form und streift die letzten Zweifel ab. Gesprächsthema sind nach dem Rennen in Baku aber vor allem die Reifenplatzer von Lance Stroll und Max Verstappen, bei denen Hersteller Pirelli erneut nicht gut aussieht. Die Erkenntnisse zum Aserbaidschan-GP.

Titelkampf treibt Lewis Hamilton in ungewohnte Fehler

Bis zur 50. Rennrunde verlief der Große Preis von Aserbaidschan für Lewis Hamilton eigentlich voll nach Plan. WM-Konkurrent Max Verstappen (Red Bull) war nach einem Reifenschaden kurz zuvor aus dem Rennen ausgeschieden, seinerseits steuerte der amtierende Weltmeister trotz des insgesamt schwachen Gesamtpaketes des Mercedes auf dem Baku City Circuit auf Podestplatz zwei zu.

Dann aber kam jene 50. Runde und der stehende Restart nach der Rennunterbrechung. Hamilton kam eigentlich gut vom Fleck und hatte Sergio Perez im zweiten Red Bull schon nach wenigen Metern ausbeschleunigt. Dann aber aktivierte der Brite offenbar versehentlich einen Knopf, der die Bremsbalance verstellt. "Es gibt einen Knopf, der uns hilft, die vorderen Bremsen auf Temperatur zu bekommen. Und als Perez rübergezogen ist, habe ich reagiert und dabei versehentlich den Schalter verstellt, weshalb die Bremsen blockierten und ich geradeaus gefahren bin", erklärte er im Anschluss.

Teamintern wird der Knopf als "magischer Knopf" bezeichnet und dient vor allem dem Aufwärmen der Reifen und Bremsen in Einführungsrunden und während der Safety-Car-Phasen. Noch am Funk entschuldigte sich der siebenmalige Weltmeister bei seinem Team: "Habe ich den Magischen so gelassen? Ich hätte schwören können, dass ich ihn abgeschaltet habe."

Umso skurriler wirkte die Szene vor dem Hintergrund, dass Hamilton noch vor dem Restart über Funk mitteilte, nicht zu viel riskieren zu wollen. Die WM sei "ein Marathon, kein Sprint". Zustimmung bekam er dafür umgehend von Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Hamilton patzt schon zum wiederholten Male

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Hamilton derart offensichtliche und folgenschwere (Fahr)Fehler unterlaufen. Schon in Imola rutschte der 36-Jährige auf nasser Fahrbahn ins Kiesbett. Damals rettete ihn noch eine späte Safety-Car-Phase, die ihn sich auf Platz zwei zurückkämpfen ließ. Fehler, die man vom Mercedes-Piloten in der Vergangenheit so nicht gewohnt war.

Wie kaum ein anderer Fahrer schaffte es Hamilton in den vergangenen Jahren, seine PS optimal auf die Straße zu bringen. Er mag im Vergleich zu Verstappen in Sachen rohem Speed den Kürzeren ziehen. Was Konstanz und Balance angeht, kann ihm aber nach wie vor kaum einer im Feld das Wasser reichen.

Nun also der nächste Fehler. Zum ersten Mal seit 2017 ist der WM-Kampf derart offen. Verstappen und Red Bull bewegen sich seit Saisonbeginn auf Augenhöhe zu den Silberpfeilen, in Monaco und Aserbaidschan hatten die Österreicher gar das schnellere Paket. Das scheint an Hamiltons Nervenkostüm zu nagen.

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