Formel 1

Formel 1 in Silverstone: Sebastian Vettels Frust und Niko Hülkenbergs Freude

SID
Niko Hülkenberg hat sein Comeback in der Formel 1 gefeiert.

Nico Hülkenberg überzeugte bei seinem kurzfristigen Comeback in der Formel 1, dagegen schob der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel am ersten Trainingstag in Silverstone Frust - mal wieder.

Sebastian Vettel hing kopfüber im Cockpit seines Ferrari, seine Mechaniker standen ratlos daneben. Ein herumfliegendes Teil im Fußraum raubte dem viermaligen Weltmeister den Nerv, finden ließ sich das Corpus Delicti aber nicht. Am Ende reichte es für Vettel am ersten Trainingstag in Silverstone nur zu einem 18. Platz, nachdem die Mittagssession einem defekten Ladeluftkühler an seinem Auto zum Opfer gefallen war.

Im krassen Gegensatz dazu standen ein vielbeachtetes Comeback von Nico Hülkenberg im Racing Point und eine erstaunliche Tagesbestzeit für dessen Teamkollegen Lance Stroll. Der Weltmeister ließ es derweil ruhig angehen, Mercedes-Frontmann Lewis Hamilton begnügte sich in den beiden Sessions vorerst mit den Plätzen zwei und fünf.

Ein Thema dieses Tages war die Rückkehr von Hülkenberg als Ersatz für den positiv auf Corona getesteten Mexikaner Sergio Perez. 15 Minuten vor dem ersten freien Training zwängte sich Hülkenberg in Windeseile in einen Formel-1-Overall seines neuen Teamkollegen Lance Stroll, nach einer Stunde auf der Strecke bat er Racing Point dann um eine Auszeit. "Kann ich eine kurze Pause machen?", funkte Hülkenberg an die Box: "Meine rechte Pobacke wird taub, da unten ist ein Druckpunkt."

Der in einer Hauruck-Aktion auf seine Maße angepasste Sitz ließ noch ein paar Wünsche offen. Es ist eben alles nicht so einfach, wenn man in weniger als 24 Stunden vom Formel-1-Ruheständler zum Teilzeit-Stammfahrer in einem der angesagtesten Rennställe des Jahres wird. Dennoch landete Hülkenberg an seinem ersten Trainingstag nach neun Monaten Formel-1-Pause zweimal in den Top Ten.

"Ich war am Donnerstag auf dem Weg zum Nürburgring für ein anderes Rennprojekt, als der Anruf von Otmar Szafnauer (Racing-Point-Teamchef, d. Red.) kam", erzählte der "Hulk". Es fühle sich für ihn "jetzt etwas surreal an, aber ich mag eine gute Herausforderung, und dies ist sicherlich eine."

Formel 1: Perez spricht vom "traurigsten Tag" seiner Karriere

Hülkenberg wird an diesem und möglicherweise auch am nächsten Wochenende in Silverstone anstelle von Perez im Racing Point sitzen - einem der aktuell stärksten Autos im Feld. Der 33-Jährige steuert neben Teameigner-Sohn Lance Stroll den zweiten "Pink Panther" in der Heimat des britischen Motorsports.

Perez entschuldigte sich derweil via Twitter und sprach vom "traurigsten Tag meiner Karriere". Er habe alle Sicherheitsmaßnahmen befolgt, als er nach dem Rennen in Ungarn zu seiner bei einem Unfall schwer verletzten Mutter nach Mexiko geflogen war: "Ich habe alles getan, was nötig war, ich weiß nicht, wie es zu diesem Testergebnis kommen konnte."

Konsequenzen seines Arbeitgebers, den er offenbar nicht um Erlaubnis für den Trip gebeten hatte, muss Perez wohl nicht befürchten. "Er hat sich an alle Auflagen gehalten, er ist nicht Linie geflogen, und deshalb ist das für uns okay", sagte Szafnauer dem Motorsport-Magazin: "Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber er hat nichts falsch gemacht."

 

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