Formel 1

Formel 1 - Abu-Dhabi-GP: Hamilton siegt vor Verstappen und Leclerc - Vettel nur Fünfter

Von Christian Guinin
Lewis Hamilton sieht in Abu Dhabi.

Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Abu Dhabi gewonnen. Der Mercedes-Pilot setzte sich beim letzten Rennen der Formel-1-Saison 2019 vor Max Verstappen im Red Bull und Charles Leclerc (Ferrari) durch. Letzterer musste noch Stunden nach Rennende, aufgrund einer Unstimmigkeit bei der angegebenen Spritmenge in seinem Ferrari, um seinen Podestplatz zittern, durfte diesen aber letztendlich behalten. Leclercs Teamkollege Sebastian Vettel wurde Fünfter.

Nach einer erneut eher enttäuschenden Team-Leistung der Scuderia zog Vettel schon kurz nach der Zieleinfahrt sein erstes Saisonfazit. "Wir hatten nicht das Jahr, das wir uns erhofft hatten. Punkt. Die Gründe sind klar, die Lehren, die wir daraus ziehen, ebenfalls. Jetzt liegt es an uns, sie zu beherzigen."

Dabei zeigte sich der Heppenheimer durchaus auch selbstkritisch: "Wir müssen als Team stärker werden und ich als Einzelperson kann ... Ich muss besser sein. Es war kein großartiges Jahr für mich. Ich bin der Erste, der sich mit meiner Leistung beschäftigt. Und wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich, dass ich besser sein kann."

Weltmeister Hamilton bedankte sich hingegen für ein Jahr, in dem Mercedes erneut das Maß aller Dinge war. "Ich bin sehr stolz und dankbar für dieses Team. Danke an alle hier und Zuhause. Dieses Auto ist ein Meisterwerk."

Den Grundstein für seinen elften Saisonerfolg legte Hamilton bereits am Start, als er perfekt vom Fleck kam, seine Führung behauptete und in den folgenden Umläufen der Konkurrenz davonzog. Hinter dem Mercedes-Piloten verlor Verstappen Platz zwei an Charles Leclerc, der noch in der ersten Runde auf der langen Geraden nach Kurve sieben am Niederländer vorbei ging.

Bis zu den ersten Boxenstopps änderte sich das Bild an der Spitze nicht. Lediglich Valtteri Bottas, vom letzten Startplatz kommend, pflügte mit seinem Mercedes durchs Feld und war nach zehn Runden bereits in den Top-10 angekommen.

Die ersten Stopps folgten dann in Runde 13, als Leclerc und Vettel nacheinander zur Doppelabfertigung in die Ferrari-Box abbogen. Während Leclerc seinen Stop ohne Probleme abwickelte und an Position drei auf die Strecke zurückkehrte, brauchte die Crew bei Vettel länger, was den Deutschen hinter Hülkenberg und Bottas in den Verkehr zurückfallen ließ. Auch mit den, gegenüber Bottas deutlich frischeren Reifen schaffte es Vettel jedoch in der Folge nicht, den Finnen zu überholen.

Verstappen und Hamilton zögerten ihre ersten Stints ein wenig nach hinten hinaus. Hamilton wehrte den von Leclerc initiierten Undercut souverän ab, blieb auch nach seiner Rückkehr auf die Strecke mit komfortablem 10-Sekunden-Vorsprung in Führung und gab Platz eins bis zum Rennende nicht mehr ab.

Verstappen hingegen klagte in der Folge über Probleme bei seinem Red-Bull-Boliden, näherte sich aber dennoch Runde für Runde dem vor ihm liegenden Leclerc und drückte sich am Ferrari-Pilot in Runde 32 schließlich vorbei.

Gut 15 Runden vor Schluss bogen beide Farraris erneut in die Boxengasse ab und zogen sich zum zweiten Mal frische Reifen auf. An der über das gesamte Wochenende eher schwachen Pace der Roten änderte dies aber nichts. Lerclerc brachte vor Bottas immerhin noch seinen dritten Rang ins Ziel - Vettel fiel hinter den Mercedes-Piloten und Alexander Albon im Red Bull zurück. Durch ein Überholmanöver wenige Runden vor Schluss sicherte sich Vettel vor Albon noch Platz fünf.

Die Top-10 komplettierten Sergio Perez (7./Racing Point), Lando Norris (8./McLaren) Daniil Kvyat (9./ Toro Rosso) und Carlos Sainz Junior (10./McLaren). Nico Hülkenberg schaffte es bei seinem vorläufigen Formel-1-Abschiedsrennen als Zwölfter nicht in die Punkte.

In der Fahrer-WM verteidigte Verstappen seinen dritten Platz gegen Leclerc. Den engen Kampf um Rang sechs entschied Carlos Sainz (11./McLaren) gegen Albon und Gasly (18./Toro Rosso) für sich.

Abu-Dhabi-GP: Der Start

Hamilton kam als Pole-Setter perfekt weg und behauptete seine Führung ohne Probleme. Dahinter starteten Verstappen, Leclerc und Vettel ebenfalls in etwa gleich gut und gingen in Start-Reihenfolge durch die ersten Kurven.

Im hinteren Feld gewannen Bottas und Magnussen jeweils fünf Plätze. Pierre Gasly musste nach einer Berührung mit Racing-Point-Pilot Sergio Perez mit kaputtem Frontflügel an die Box.

Reifenstrategie beim Abu-Dhabi-GP:

Obwohl Lerclerc und Vettel mit unterschiedlichen Reifenmischungen an der Start gingen (Leclerc auf Medium, Vettel auf Soft) kamen beide gleichzeitig in Runde 13 an die Box und wechselten auf die harten Pneus. Eine Runde später folgte Albon, der ebenfalls Weich gegen Hart tauschte.

Erst 13 Umläufe später bogen auch die führenden Hamilton und Verstappen an die Box ab und zogen harte Reifen auf, mit denen sie das Rennen beendeten. In Runde 29 stoppten dann erneut beide Ferrari-Piloten und setzten damit als einzige Spitzenteam auf eine Zwei-Stop-Strategie.

Highlight des Rennens: Verstappen gegen Lerclerc

Nach seiner Rückkehr auf die Stecke schlich sich Max Verstappen mit frischeren Reifen näher an Chales Leclerc heran. In Runde 32 bremste sich der Niederländer schließlich spektakulär am Ferrari-Piloten vorbei und verteidigte auch den Konter Leclercs auf der folgenden Geraden stark.

Top des Rennens: Lewis Hamilton

Der alte und neue Weltmeister zeigte in Abu Dhabi einmal mehr, warum er diesen Titel mehr als verdient. Zu keinem Zeitpunkt ließ der Brite Zweifel an seinem elften Saisonerfolg aufkommen und dominierte Tempo sowie Konkurrenz nach Belieben.

Flop des Rennens: Alfa Romeo

Die Hoffnungen Alfa Romeos, eventuell mit einem guten Abschlussergebnis in der Konstrukteurswertung noch an Racing Poit vorbei zu ziehen, wurden schon durch das schlechte Quali-Ergebnis am Samstag leicht getrübt. Auch am Sonntag blieb die ehemalige Sauber-Truppe hinter den Erwartungen zurück und belegte am Ende nur die Plätze 13 und 16.

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