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Formel 1

Ferrari: "Die Testsituation ist lächerlich"

Von Alexander Maack
Ferraris Teamchef Stefano Domenicali stört des aktuelle Testverbot für die kommende Saison
© getty

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali will wegen der Umstellung auf V6-Turbo-Motoren in der Formel 1 unbedingt auf der Hausstrecke in Fiorano testen. Das aktuelle Verbot müsse gekippt werden. Renault stimmt grundsätzlich zu, will aber erst später auf Asphalt fahren.

"Es gibt einen ziemlich ausgereiften Vorschlag, eine zusätzliche Testsession zu machen. Da sind wir vollkommen dafür", sagte Renaults Motoren-Chefentwickler Rob White gegenüber "Autosport".

2014 müssen sämtliche Teams mit V6-Turbo-Aggregaten starten. Weil die neuen Motoren kleiner als die aktuellen V8-Aggregate sind, hat die Regeländerung des Automobilweltverbandes starke Auswirkungen auf das Design der Wagen.

Domenicali poltert gegen Testverbot

Den Bedarf an zusätzlichen Probefahrten hat auch Ferrari festgestellt. "Die Testsituation ist lächerlich", machte Teamchef Stefano Domenicali seinem Ärger gegenüber "F1 Racing" Luft. Der Italiener zitierte zudem seinen Konzernchef Luca di Montezemolo: "Es ist, als würde man Fußball spielen, nachdem man nur die Simulation am Computer angesehen hat."

Der Rennstall aus Maranello will bereits in diesem Jahr das Auto für die kommende Saison testen. "Wenn die anderen sehen, wie viel Arbeit durch das 2014er-Reglement zu verrichten ist, werden sie auch glücklich sein, mehr Zeit auf der Strecke zu haben", sagte der Teammanager der Scuderia, Massimo Rivola.

Allerdings wurden Einzeltests während der Saison 2009 verboten, um die Kosten für Formel-1-Teams zu senken. Die Neuentwicklungen für das nächste Jahr bringen die kleineren Rennställe schon jetzt in Schwierigkeiten. "Wichtig ist, bis Juni oder Juli eine gute Entwicklung zu schaffen und anschließend aufzuhören", erklärte Force-India-Pilot Paul di Resta. Lediglich die Top-Teams können es sich finanziell leisten, das aktuelle und das künftige Auto parallel zu entwickeln.

Renault wird nicht rechtzeitig fertig

Für Renault liegt das Problem von Testfahrten während der Saison jedoch an anderer Stelle. "Wenn man im Oktober testen würde, müsste man die Motoren im September bauen", erklärte White.

Die Produktion der Einzelteile müsste dafür jedoch schon im Mai beginnen. Allerdings benötigen die Franzosen noch wesentlich mehr Zeit, um alle Details ihres neuen Konzepts fertigzustellen und die Haltbarkeit auf den Prüfständen zu verbessern.

Zudem befürchtet White, dass die gewonnenen Erkenntnisse für die Motorenhersteller bei einem frühen Test nicht repräsentativ wären: "Alle Teams wären damit beschäftigt, die Design-Überlegungen zu charakterisieren und zu bestätigen oder Daten zu ergänzen." Ein zusätzlicher Testtag wäre aus seiner Sicht erst während der eigentlichen Probephase vor dem Saisonauftakt sinnvoll.

Ein möglicher Auftakt in die neue Formel-1-Ära wäre somit im kommenden Januar. "2014 wird eine sehr intensive Pre-Season", so White. Allerdings würde diese eher nicht in Europa stattfinden. Schon bei den diesjährigen Probefahrten in Jerez und Barcelona klagten die Teams über zu niedrige Temperaturen.

Die Scuderia Ferrari im Überblick

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