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Formel 1

Jahr eins nach dem Bullen-Desaster

Von Alexander Mey
Mark Webber und Sebastian Vettel hatten beim Türkei-GP 2010 einen verhängnisvollen Unfall
© xpb

Sebastian Vettel und Mark Webber kehren beim Türkei-GP (Training, Fr., 9 Uhr im LIVE-TICKER) an den Ort ihres bitteren Unfalls vor einem Jahr zurück. Favorit ist Red Bull auch diesmal wieder. Spannung versprechen die Reifen, vielleicht wird sogar das Qualifying schon kurios.

Streckendaten:

  • Name: Istanbul Speed Park
  • Ort: Istanbul
  • Länge: 5,338 Kilometer
  • Runden: 58
  • Renndistanz: 309,604 Kilometer
  • Kurven: 6 Rechtskurven, 8 Linkskurven
Türkei-GP: Vorschau von mySPOX-User Dr_D

Darauf kommt es an:

Die Berg-und-Talbahn auf der asiatischen Seite des Bosporus ist eine bei den Fahrern sehr beliebte Strecke. Obwohl sie eine moderne Tilke-Strecke ist, hat sie aufgrund ihres welligen Profils einen eigenen Charakter. Leider hat sie aber kaum Zuschauer zu bieten, weshalb der Grand Prix auch vor dem Aus steht.

Markenzeichen ist die schnelle Vierfach-Linkskurve 8, in der die Fahrer und das Auto bis an die Grenzen belastet werden. In ihr wird der rechte Vorderreifen so extrem beansprucht, dass er der entscheidende Faktor für die Zahl der Reifenwechsel sein wird.

Die Zone, in der der verstellbare Heckflügel benutzt werden darf, befindet sich auf der Gegengeraden, die auf Turn 12, die beste Überholmöglichkeit des Kurses, führt.

 

Wetter-Prognose:

  • Freitag: leichter Regen, 11-14 Grad, 90 Prozent Regen-Risiko
  • Samstag: leicht bewölkt, 16-19 Grad, 0 Prozent Regen-Risiko
  • Sonntag: leicht bewölkt, 12-13 Grad, 0 Prozent Regen-Risiko

Reifenwahl:

Soft und hard: Pirelli setzt auf die bewährten Mischungen aus den Übersee-Rennen. Die harte Mischung soll reichen, um den besonderen Anforderungen des Kurses mit der mörderischen Kurve 8 gerecht zu werden. Eine modifizierte noch härtere Mischung wird nur in den Trainings getestet, aber nicht im Rennen angeboten.

Es gibt so gut wie keinen anderen Kurs, der die Reifen derart stark beansprucht wie der in der Türkei. Von daher ist mit vielen Reifenwechseln zu rechnen. Da es ungewöhnlich kalt werden soll, werden im Gegensatz zu Malaysia aber vielleicht drei Stopps reichen. Vier scheinen unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Alles eine Frage der Strategie, die schon im Qualifying beginnen wird. Dort kann es sogar zu skurrilen Szenen kommen, wenn einige Top-Fahrer freiwillig auf Quali-Runden verzichten, nur um Reifensätze für das Rennen zu sparen.

Statistik:

  • Sieger 2010: Jenson Button (McLaren): 1:28:47,620 Stunden
  • Pole-Position 2010: Mark Webber (Red Bull): 1:26,295 Minuten
  • Schnellste Rennrunde 2010: Witali Petrow (Renault): 1:29,195 Minuten
  • Rekordsieger: Felipe Massa (3 - 2006-2008)

Die Favoriten:

Red Bull: Vorausgesetzt, das Team von Sebastian Vettel hat sein KERS-Problem tatsächlich wie angekündigt in den Griff bekommen, dann können sich die Bullen eigentlich nur selbst schlagen. Dummer Weise haben sie genau das 2010 getan, als Vettel und Mark Webber auf der Gegengeraden im Zweikampf um die Führung kollidierten und dadurch McLaren den Doppelsieg schenkten.

Das soll natürlich auf keinen Fall wieder passieren. "Unser Auto sollte dort stark sein", sagte Vettel, warnte aber auch: "Wir müssen unsere Gegner respektieren und dürfen nichts als selbstverständlich ansehen. Sie alle arbeiten hart, aber das tun wir auch, um unsere Stärken beizubehalten."

McLaren: Das Team hat zwar keine atemberaubenden Updates in Istanbul dabei, aber aufgrund des starken KERS und des generell starken Motors sollten Lewis Hamilton und Jenson Button wieder die härtesten Konkurrenten von Red Bull sein.

China-Sieger Hamilton übt sich aber in Zweckpessimismus: "Ich komme hier lieber mit vorsichtigen Erwartungen an, denn wir haben vielleicht an diesem Wochenende nicht das schnellste Auto. Ich denke auch nicht, dass es einen Zweikampf zwischen uns und Red Bull geben wird. Gerade nach der längeren Pause scheinen Mercedes und Ferrari die Lücke zu schließen und da zu sein."

Ferrari: Die Scuderia zündet Teil eins der drei geplanten Update-Raketen, geht aber selbst nicht davon aus, schon in der Türkei aus eigener Kraft siegfähig zu sein. Aber Vorsicht vor Felipe Massa. Er ist mit drei Siegen und drei Pole-Positions anerkannter Istanbul-Spezialist und präsentierte sich in Malaysia und China in besserer Verfassung als Teamkollege Fernando Alonso.

Mercedes: Die Silberpfeile werden mittlerweile von der Konkurrenz wieder ernst genommen. Das ist schon mal ein erster Fortschritt. Sie müssen nun zeigen, dass China keine Eintagsfliege war und dass die Daten, die Nico Rosberg über das neue Update im Simulator gesammelt hat, sich auch auf der Strecke auszahlen. Dann ist der Kampf um einen Podestplatz realistisch, sonst nicht.

Lotus-Renault: Der leichte Abwärtstrend von China muss sich in der Türkei nicht unbedingt fortsetzen, auch wenn zumindest ein Fragezeichen dahinter steht, ob das Team auf Dauer das Entwicklungstempo von Ferrari und Mercedes wird mitgehen können.

"Unser Auto lässt sich gut abstimmen, hat einen hohen Top-Speed und seine Wettbewerbsfähigkeit auf unterschiedlichen Strecken-Layouts bewiesen. Wir haben damit schon zwei Podiums erreicht, aber weder wir als Team noch ich als Fahrer haben schon das volle Potenzial ausgeschöpft", machte Heidfeld allen Fans des Teams Mut.

Zeitplan:

  • Freitag, 9 Uhr: 1. Training
  • Freitag, 13 Uhr: 2. Training
  • Samstag, 10 Uhr: 3. Training
  • Samstag, 13 Uhr: Qualifying
  • Sonntag, 14 Uhr: Rennen

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

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