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Formel 1

Das ist die Zukunft der Formel 1

Von Alexander Mey
BMW-Sauber fährt in Jerez ein letztes Mal auf die Strecke
© Getty

Am Dienstag beginnen die dreitägigen Testfahrten in Jerez. Allerdings wird es dort nicht um die Entwicklung der Autos für 2010 gehen, damit geht es erst im Januar los. Der Jerez-Test steht unter dem Motto: Jugend forscht. Viele Formel-1-Rookies bekommen ihre erste Chance. BMW-Sauber hat seinen letzten Auftritt. SPOX listet die Teilnehmer auf.

Los geht es mit Williams, weil dort aus deutscher Sicht der interessanteste Name am Start ist. Nico Hülkenberg hat das Glück, sich mit zusätzlichen Tests auf sein Formel-1-Debüt vorbereiten zu können, weil er noch nicht mehr als zwei Rennen auf dem Konto hat. Das ist nämlich die Voraussetzung, um in diesem Jahr noch einmal fahren zu dürfen.

Neben Hülkenberg, der ab Dienstag in Jerez sein wird, darf Formel-2-Champion Andy Soucek, ein Spanier mit österreichischen Wurzeln, als Belohnung für seinen Triumph im Auto sitzen.

Die Scuderia belohnt in Jerez die drei bestplatzierten Fahrer der italienischen Formel-3-Meisterschaft. Die beiden Italiener Daniel Zampieri und Marco Zipoli sowie der Mexikaner Pablo Sanchez Lopez dürfen ausprobieren, wie sich Kimi Räikkönen in dieser Saison so gefühlt hat.

Aber nicht nur sie. Auch der Sieger der Formel-3-Euroserie, Jules Bianchi, bekommt einen Test bei Ferrari. Dank der Initiative von Manager Nicolas Todt darf Bianchi als erster Franzose seit Jean Alesi in einem Ferrari Platz nehmen.

In welchen Teamfarben auch immer - aber das Ex-Brawn-Team wird ebenfalls zwei junge Leute ins kalte Wasser werfen.

An allen drei Tagen wird IRL-Pilot und Ex-Honda-Testfahrer Mike Conway seine Chance bekommen. Neben ihm wird der Schwede Marcus Ericsson zum Einsatz kommen. Er gewann die japanische Formel-3-Meisterschaft und stand beim Klassiker in Macau am vergangenen Wochenende auf der Pole-Position.

Zum letzten Mal in der Teamgeschichte wird ein BMW-Sauber aus der Box ausrücken. In Jerez löst BMW sein Versprechen ein, den Top-Fahrern der Formel BMW einen Formel-1-Test zu ermöglichen.

In Jerez werden der erst 18 Jahre alte Mexikaner Esteban Gutierrez und der sogar erst 17-jährige US-Amerikaner Alexander Rossi für ihre Erfolge belohnt. Gutierrez gewann 2008 souverän die Formel BMW Europe. Rossi siegte beim renommierten Formel-BMW-Weltfinale 2008.

Hauptdarsteller bei den Franzosen, die noch immer nicht über ihren Verbleib in der Formel 1 entschieden haben, wird der Mann mit dem schönen Namen Bertrand Baguette sein. Der Belgier erhält als Belohung für seinen Titelgewinn in der Renault-World-Series einen Testtag.

Neben Baguette kommt der Dritte der GP2-Saison, der Brasilianer Lucas di Grassi zum Einsatz. Sein Name wird bei Lotus heiß gehandelt. Gut möglich, dass auch er sich auf sein Formel-1-Debüt vorbereitet.

Dritter im Bunde ist der in den Niederlanden geborene Chinese Ho-Pin Tung, der auch schon einmal für Williams testen durfte. Er fuhr zuletzt in der Superleague Formula, in der die Teams unter dem Banner von großen Fußballklubs antreten.

Das Team von Sebastian Vettel gibt dem britischen Formel-3-Meister Daniel Ricciardo eine Chance. Der Australier bereitet sich schon seit rund zwei Wochen intensiv vor. Er war im Simulator und im Werk in Milton Keynes.

"Ich freue mich tierisch darauf. Ich hätte niemals damit gerechnet, am Ende dieses Jahres dazu zu kommen. Ich bin ungeheuer aufgeregt", sagte Ricciardo.

Beim Schwesterteam von Red Bull kommen zwei Junioren an die Reihe - und zwar in Fachkreisen durchaus namhafte. Zuerst ist da Brendon Hartley. Der junge Neuseeländer war in der vergangenen Saison schon Ersatzfahrer sowohl für Red Bull als auch für Toro Rosso. Beim Rauswurf von Sebastien Bourdais wurde ihm aber Jaime Alguersuari vorgezogen. Solange dessen Vertrag für 2010 nicht bestätigt ist, sitzt ihm Hartley bei der Cockpit-Vergabe im Nacken.

Wohl auch deshalb versuchte Alguersuari, bei der FIA eine Sondererlaubnis für den Test in Jerez zu bekommen. Er darf dort nämlich nicht starten, weil er eben schon mehr als zwei F-1-Rennen auf dem Konto hat.

Zweiter Testfahrer neben Hartley wird in Jerez der Italiener Mirko Bortolotti sein. Der Formel-3-Meister von 2008 testete im vergangenen Jahr für Ferrari und fuhr in Fiorano prompt Rundenrekord. Er war 2009 erfolgreich in der Formel 2 am Start und wurde sogar als Ersatzfahrer nach Felipe Massas Unfall gehandelt. Er ist das größte italienische Talent.

Das Team von Adrian Sutil wird ebenfalls zwei Piloten eine Chance geben. Dank Mercedes-Einflusses wird einer davon DTM-Pilot Paul di Resta sein. Der Schotte überzeugte Teamchef Vijay Mallya im Simulator. Er bekommt nach zwei McLaren-Tests die dritte Bewährungschance in der Königsklasse.

Zum ersten Mal dabei ist der US-Amerikaner J.R. Hildebrand. Der 21-Jährige gewann 2009 den Indy-Lights-Titel und überzeugte Mallya ebenfalls durch seine Vorstellungen im Simulator.

Leer ausgegangen ist bei Force India der Schweizer Neel Jani. Und das, obwohl er bereits Erfahrung als Testfahrer und auch noch indische Vorfahren hat. Entsprechend groß war die Enttäuschung des 25-Jährigen. Er brachte einfach nicht genügend Geld mit.

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