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Eishockey

DEL - Abstiegskampf ist zurück: Traditionsklubs in Gefahr

SID
Der Abstiegskampf in der DEL ist zurück.

Erstmals seit 15 Jahren gibt es in der DEL wieder Abstiegskampf. Es könnte einen der Traditionsklubs erwischen.

Bei der Düsseldorfer EG nimmt man das A-Wort nur ungern in den Mund. Platz zehn ist beim achtmaligen deutschen Eishockey-Meister das erklärte Ziel, das betonen die Verantwortlichen immer wieder. Doch der Abstiegskampf in der DEL ist für den Traditionsklub ein durchaus realistisches Szenario.

Denn erstmals seit 15 Jahren wird es wieder einen sportlichen Absteiger geben. Nach dem Aufstieg der Bietigheim Steelers und der Aufstockung auf 15 Klubs muss am Saisonende einer runter in die zweite Liga - mindestens. Werden die Löwen Frankfurt, die sich um den Aufstieg beworben haben, Meister der DEL2, steigt auch der 14. ab.

Dass die DEG bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen muss, "sehen wir nicht", sagte Geschäftsführer Harald Wirtz im DEL-Podcast: "Wir glauben, dass wir eher zu den Kandidaten gehören, die um Platz zehn mitspielen." Das sehen viele Experten und Fans anders, denn der Klub fährt einen rigiden Sparkurs. Prominente Abgänge wurden vorwiegend durch Talente ersetzt, weil die Gesellschafter künftig finanzielle Verluste nicht mehr ausgleichen wollen.

Wirtz musste "einen Etat bauen, der sich selbst trägt" - in der DEL mit ihren Mäzenen und Investoren eher die Ausnahme. "Das schlägt sich im Mannschaftskader nieder", so der Geschäftsführer. Die zweite Liga kennt die DEG schon: 1998 stieg der hochverschuldete Traditionsklub aus wirtschaftlichen Gründen aus der DEL aus, kehrte nach zwei Jahren zurück.

Ice Tigers: "Jedes Spiel für uns ist ein Endspiel"

Die DEG ist nicht der einzige Ex-Meister, den es erwischen könnte. Die Krefeld Pinguine, 2003 überraschend DEL-Champion, in der Coronasaison abgeschlagener Tabellenletzter, gelten ebenfalls als Abstiegskandidat. Kein Wunder, dass Manager Sergey Saveljev die Wiedereinführung des sportlichen Abstiegs in einer Umfrage der Eishockey News "negativ" sieht: "Wenn es einen Traditionsverein erwischt, wird es der ganzen Liga nicht guttun." Am Freitag treffen Krefeld und die DEG gleich aufeinander.

Auch die Nürnberg Ice Tigers, nach dem Ausstieg des langjährigen Geldgebers Thomas Sabo in der vergangenen Spielzeit zweitschlechtestes Team, müssen wohl eher nach unten als nach oben blicken. "Wir gehen mit dem Wissen in die Saison, dass jedes Spiel für uns ein Endspiel ist", sagte Trainer Frank Fischöder.

Und die Kölner Haie? Beim ersten DEL-Meister regiert ebenfalls der Rotstift - nicht ganz so drastisch wie beim Nachbarn Düsseldorf, doch das Budget ist beim Zuschauerkrösus, der besonders unter den Geisterspielen gelitten hat, deutlich niedriger als früher. Der Abstiegskampf bringe "auf jeden Fall Brisanz und Spannung", erhöhe aber auch "den Druck für alle Beteiligten", meinte Trainer Uwe Krupp.

Keinen Druck verspürt nur Neuling Bietigheim. "Wir wollen den einen oder anderen Etablierten ärgern", sagte Geschäftsführer Volker Schoch. Der Etat wurde gegenüber der zweiten Liga nur um 25 Prozent erhöht. Sollte es wieder runter gehen, "sind wir abgesichert". Eine Aussage, die in Düsseldorf, Krefeld oder Köln wohl derzeit niemand unterschreiben würde.

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