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Eishockey

DEL - Moritz Müller fordert neue Konzepte: "Raus aus unserer Schublade"

SID
Moritz Müller von den Kölner Haien ist Vorsitzender der neu gegründeten Spielervereinigung Eishockey.
© imago images / Chai v.d. Laage

Die DEL hat offenbar einen neuen, informellen Starttermin gefunden. Die Probleme sind dadurch aber noch nicht gelöst. Die Spielerkritik hält weiter an.
 

Sechs Tage vor Heiligabend soll der Puck wenn möglich wieder übers Eis fliegen, doch bis dahin steht das deutsche Eishockey vor der Zerreißprobe. Nach der erneuten Verschiebung des Saisonstarts nimmt die Kritik aus dem Spielerkreis nicht ab, die Forderungen werden sogar immer konkreter. Die Führung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wehrt sich gegen den Vorwurf, in der Krise nicht entschlossen und kreativ genug nach Lösungen gesucht zu haben.

Gefunden wurde offenbar zumindest ein neuer Starttermin für die Saison 2020/21, es ist mittlerweile der dritte: Laut der Fachzeitschrift Eishockeynews haben sich die 14 DEL-Klubs den 18. Dezember "mit Bleistift in ihre Kalender notiert". Soll heißen: Lässt es die wirtschaftliche Lage zu, will die Liga am dritten Dezember-Wochenende beginnen. "Geplant wäre nach wie vor eine Doppelrunde mit 26 Heimspielen", verrieten die Gesellschafter Lothar Sigl und Martin Horber der Augsburger Panther auf der Vereins-Homepage.

DEL-Spieler fordern: "Raus aus der Schublade"

Die neu gegründete Spielervereinigung Eishockey (SVE) forderte die DEL derweil auf, konkrete Lehren aus der Krise zu ziehen und neue Konzepte zu erstellen, die die Abhängigkeit von den Zuschauer-Einnahmen verringert. "Wir müssen uns ein bisschen breiter und gesünder aufstellen. Aber wir bleiben immer in unserer Eishockey-Blase. Das ist unser Problem", sagte der SVE-Vorsitzende Moritz Müller im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Der Kapitän der Kölner Haie kann die wirtschaftlichen Zwänge der Klubs verstehen, aber er habe "nicht das Gefühl, dass wirklich alle Register gezogen" wurden. Jetzt ist es allerhöchste Eisenbahn, endlich mal umzudenken", sagte der Nationalspieler. Man müsse "raus aus der Schublade" und sich diesbezüglich den Handball als Vorbild nehmen: "Die bekommen es hin."

Im Eishockey sei mit den jüngsten Erfolgen durch die Nationalmannschaft "viel angeschoben" worden, so Müller: "Aber unsere Außendarstellung könnte besser sein." Genau wie die Erträge bei den TV-Geldern.

Nach der zweiten Verschiebung des Saisonstarts habe er "auf jeden Fall Angst", die Spielzeit könnte komplett ausfallen, gab der 33-Jährige zu: "Wir sprechen in der Kabine, wir sagen, wir müssen was machen, nicht nur so vor uns hin vegetieren." Die meisten Profis leben seit dem Abbruch der Vorsaison vom Kurzarbeitergeld (maximal 2900 Euro netto).

Moritz Müller: "Da fehlt mir die Alternative"

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke wehrt sich gegen die Kritik aus dem Spielerkreis. Er könne diese zwar nachvollziehen, sagte er Eishockeynews: "Letztlich ist es aber sehr leicht daher gesagt, denn an Corona gibt es keine Schuldigen und solche Äußerungen bringen uns nicht weiter." Die Liga sei teilweise im Free-TV zu sehen, bei MagentaSport könne man alle Partien "zu sehr fairen Preisen" verfolgen. Außerdem habe man mitten in der Coronakrise einen Titelsponsor (Penny) und "jahrelang seriöse Hauptsponsoren" gewinnen können.

Die DEL hofft, dass in den kommenden Wochen zumindest die bürokratischen Hürden für den im Konjunkturpaket beschlossenen Ausgleich von bis zu 800.000 Euro pro Klub aus dem Weg geräumt werden. Dass weitere Finanzhilfen fließen, die das von der DEL ausgemachte 60-Millionen-Euro-Loch stopfen könnten, ist fraglich. Auch die gewünschte Aufstockung der maximalen Hallen-Auslastung von derzeit 20 auf 50 oder 60 Prozent ist angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen unrealistisch.

"Es kann doch nicht nur diese eine Lösung geben: 60 Millionen Euro oder mehr Zuschauer", kritisierte Müller: "Da fehlt mir die Alternative."

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