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YouTube- und Twitch-Star Elias Nerlich im Interview: "Irgendwann rasieren wir den FC Bayern im DFB-Pokal"

Von Tim Ursinus
Elias Nerlich hat inzwischen seinen eigenen E-Sport-Klub: FOKUS.

 

Wer ist der beste FIFA-Zocker unter den Profis?

Nerlich: Ich habe schon gegen ein paar Profis gespielt. Noah Okafor ist richtig gut. Der holt regelmäßig an die 20 Siege in der Weekend League (wöchentlich stattfindende Online-Liga in FIFA; Anm. d. Red.). Das ist so ziemlich das Beste, was man erreichen kann. Der könnte auch was im E-Sport reißen. Nassim Boujellab (FC Ingolstadt), Sascha Mockenhaupt (SV Wehen Wiesbaden) oder Diogo Jota vom FC Liverpool sind ebenfalls gut. Alphonso Davies (FC Bayern), Joao Felix (Atletico Madrid), Sergio Agüero (FC Barcelona) streamen zum Beispiel auch. Timo Werner und Kai Havertz wollen jetzt anfangen, auf Twitch zu streamen.

Nerlich: "Havertz hat mich zu sich nach Hause eingeladen"

Holen sich die Profis dann Tipps bei Ihnen ab?

Nerlich: Ja, die schreiben mir öfters mal dahingehend und fragen mich, welche Einstellungen für einen Stream wichtig sind. Kai Havertz hat mich zu sich nach Hause nach London eingeladen, damit ich ihm alles einstellen kann. Zeitlich hat das aber noch nicht geklappt. Vielleicht fliege ich aber bald rüber. Mit ihm will ich auch ein Video drehen - eventuell eine Fußball-Challenge.

Sie haben bereits Alphonso Davies angesprochen. Bei Twitch veranstalten Sie regelmäßig Turniere, bei denen hohe Preisgelder ausgeschüttet werden und Fußball-Stars teilnehmen. Vor einigen Wochen konnte der "Eligella-Cup" aber nicht stattfinden, was unter anderem an dem Bayern-Star lag. Warum?

Nerlich: Es lag nicht nur an ihm. Er hatte keine Playstation 5, weshalb sich alle Teilnehmer eine Playstation-4-Version für FIFA 22 herunterladen mussten. Es konnte ja keiner damit rechnen, dass er bei diesem Gehalt nicht die neueste Konsole hat. (lacht) Noah Okafor und Sidney Friede hatten ebenfalls technische Probleme, weshalb wir den Cup verschieben mussten. Beim Nachholtermin war Davies verhindert. Meine Fans haben es aber trotzdem ganz entspannt genommen.

Davies hat bei Ultimate-Team vor kurzem Lionel Messi gezogen und ist völlig ausgerastet. Welche Karte löst bei Ihnen einen derartigen Gefühlsausbruch aus?

Nerlich: Ich schreie eigentlich nicht rum, wenn ich einen guten Spieler ziehe. So jemand bin ich nicht. Aber aufgeregt bin ich natürlich. Es ist nicht so, dass ich wie so eine Schlaftablette vor meinem Bildschirm sitze. Wenn ich R9 (Ronaldo, teuerste Karte im Spiel; Anm. d. Red.) ziehen würde, würde ich wahrscheinlich schon ausrasten.

Nerlich: Richarlison? "Kann ich mir bis heute nicht erklären"

Sie haben eine ganz besondere Beziehung zu Everton-Stürmer Richarlison. Erzählen sie.

Nerlich: Ich kann mir bis heute nicht erklären, warum er sich darauf so doll eingelassen hat. Bei FIFA 20 habe ich nie ein 30:0 (30 Siege in 30 Spielen, bestmögliches Ergebnis bei der Weekend League; Anm. d. Red.) geholt, bis ich mir seine Spezialkarte zum Team of the Season geholt habe. Das war zwar von den Werten her eine gute, aber bei weitem nicht die beste Karte im Spiel. Weil ich nicht mehr genug Münzen für eine bessere Karte hatte, hab ich mir diese geholt. Die Karte war so heftig, dass ich zum ersten Mal mein 30:0 geholt habe. Im Stream erzähle ich eine kleine Geschichte um meine Spiele herum und habe deshalb Instagram-Storys gemacht, in denen ich Richarlison markiert habe und unter anderem gesagt, dass ich ihn wegen seiner Karte heiraten will. Darauf ist er eingegangen und hat mir geschrieben, dass er es lustig findet. Es ist so weit gegangen, dass wir im Kontakt geblieben sind und er meine YouTube-Videos geschaut hat. Ich weiß zwar nicht, wie er es verstanden hat, aber er hat irgendwann angefangen, meine Storys und Videos zu reposten. Seitdem schreiben wir uns regelmäßig. Eigentlich läuft bei bei mir immer alles gleich ab: Erst FIFA, dann kommt der Kontakt über Instagram und es entwickelt sich eine Art Freundschaft.

Deshalb hat er Ihnen auch eine Grußbotschaft für Ihr Ankündigungsvideo, dass Sie bei FOKUS einsteigen, geschickt?

Nerlich: Ja. Zu den 500.000 Abonnenten auf YouTube hat er mir sein Trikot plus Unterschrift geschickt. Wir supporten uns gegenseitig. Wenn ich ihn ziehe, markiere ich ihn in meiner Story und er markiert mich auf seinen Bildern bei Instagram. Als er gegen Liverpool ein Tor gemacht hat (2:0-Sieg im Februar 2021; Anm d. Red), hat er mich einfach so auf seinem Bild markiert.

Dabei fällt immer wieder der Begriff "wuselig", der sich inzwischen zu einer Art Running-Gag entwickelt hat. Richarlison benutzt den Begriff selbst in einigen seiner Posts bei Instagram. Klären Sie uns auf.

Nerlich: Das ist eine Beschreibung von mir für seine Spielweise bei FIFA. "Wuselig", hat er einmal einfach so unter einer seiner Bilder gepostet und mich markiert. Das resultiert daraus, dass ihn meine Fans auf Instagram damit regelrecht zugespamt haben. Ich bin immer der Top-Kommentar unter seinen Bildern. Meine Community liebt ihn - und das bekommt er mit.

Nerlich: "Habe Adeyemi geschrieben, dass er ein 31er ist"

Sie wurden von RB Salzburg zum Champions-League-Spiel gegen den VfL Wolfsburg eingeladen. Torschütze Karim Adeyemi grüßte Sie nach seinem Treffer zum 1:0 bei seinem Torjubel. Wie kam das zustande und was hat es mit den Handzeichen auf sich?

Nerlich: Karim Adeyemi und ich stehen im guten Kontakt. Wir haben zusammen FIFA 22 gestreamt und irgendwie sind wir dann auf dieses Thema gekommen. Ich meinte zu ihm, dass er mich grüßen muss, wenn er den nächsten Schritt in unserer Freundschaft gehen will. Ich habe spaßeshalber gesagt, dass die Freundschaft sonst beendet ist. Dem hat er für das nächste Spiel zugestimmt. Sidney Friede (Ex-Fußballprofi, u. a. bei Hertha BSC; Anm. d. Red.) hat das auch schon in einem Spiel für mich gemacht.

Das hat aber nicht sofort geklappt.

Nerlich: Adeyemi hatte es vergessen, als er gegen den OSC Lille in der Champions League ein Tor geschossen hatte. Dann habe ich ihm geschrieben, dass er ein 31er (umgangssprachlich für Verräter; Anm .d. Red.) ist und es beim nächsten Mal unbedingt machen muss. Und ausgerechnet als ich im Stadion war, hat er ein Tor geschossen und daran gedacht. Das Handzeichen hat eine 97 dargestellt, was eine Hommage an meinen Jahrgang und Nickname "EliasN97" ist.

Anschließend waren Sie noch auf eine Art "After-Show-Party" von RB Salzburg eingeladen. Welche Eindrücke konnten Sie dort sammeln?

Nerlich: Da wird jetzt nicht gerade Alkohol oder so gesoffen, aber die Stimmung ist sehr gut. Die Spieler sind dort und man kann mit ihnen reden. Die Familien und besten Freunde der Spieler sind auch da. Es gibt etwas zu essen. Es ist eher wie ein nettes Zusammenkommen.

Im Vorfeld der Partie hat sie ein Mitglied des Salzburg-Vorstands angerufen. Warum?

Nerlich: Es war der Vorstandsvorsitzende (Harald Lürzer, Anm. d. Red.). Er hat mir gesagt, dass seine Söhne Fans von mir sind und von meiner Modemarke etwas bestellen wollen, weil die Sachen immer so schnell ausverkauft sind. Ich habe seinen Kindern einen Code gegeben, damit sie etwas bestellen können. Dann hat er mich zum Spiel eingeladen. Sozusagen hatte ich eine doppelte Einladung.

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