Cookie-Einstellungen
Fussball

Rapids Kühbauer über Yusuf Demir: "Ich weiß, was ich mit dem Jungen mache"

Von APA
Yusuf Demir

Das 1:1 im Bundesliga-Duell von Sturm Graz und Rapid ist von den Protagonisten unterschiedlich aufgenommen worden. Die Wiener waren zu Beginn der Partie in Graz nach dem Champions-League-Out unter der Woche quasi nicht präsent, was Trainer Dietmar Kühbauer gehörig ärgerte. Sein Gegenüber Christian Ilzer sah dagegen "eine klare Leistungssteigerung" nach dem torlosen Remis bei St. Pölten.

"Dieses Spiel hat Spaß gemacht. Es war ein sehr guter Auftritt von uns, zumindest phasenweise", meinte Ilzer, der seine Trainer-Ägide bei Sturm in der Bundesliga nun mit zwei Unentschieden begann. "Wir waren sehr aggressiv gegen den Ball, auch fußballerisch schon viel besser, und es war ein insgesamt geschlossener Auftritt. Wir haben ein unglückliches Gegentor bekommen, aber wir können auf diesem Spiel aufbauen."

Die Grazer gingen nach einigen Chancen zuvor in der 52. Minute durch Innenverteidiger Jon Gorenc-Stankovic in Führung. Rapids Supertalent Yusuf Demir gelang - nach kongenialer Vorarbeit von Ercan Kara - eine Viertelstunde später der zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Ausgleich, der bis zum Ende Bestand hatte.

Hierländer: "Wir hätten mehr verdient"

"Es war ein gutes Spiel von uns, wir hätten aber mehr verdient. Wir können viele positive Sachen aus dieser Partie mitnehmen", resümierte Sturm-Kapitän Stefan Hierländer noch auf dem Rasen. Auch Jakob Jantscher, der an den meisten gefährlichen Aktionen beteiligt war und Gorenc-Stankovic das 1:0 per Eckball servierte, stimmte zu, dass mehr drinnen gewesen sei. "Wir haben schon ansatzweise gezeigt, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben. Wir müssen aber noch die Abstimmung verbessern und die Kontersituationen besser ausspielen", betonte der Ex-Teamspieler.

Gar nicht zufrieden mit der Darbietung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte war Kühbauer. "Wir waren zu elft am Platz, aber man hat es nicht gespürt. Sturm hat mehr investiert, wir waren von der Bewegung und der Leistungsbereitschaft nicht da, wo wir sein müssten", erklärte der Burgenländer. "Wir haben keine Laufwege aufgenommen, wir haben im Prinzip nicht kombiniert, wir haben den Ball nicht zirkulieren lassen."

Dejan Ljubicic sprach ebenfalls Klartext über die anfangs blutleeren Grün-Weißen. "Erste Halbzeit war das viel zu wenig von uns. Wir haben uns versteckt, haben wenige Zweikämpfe gewonnen", sagte der Kapitän. Kann eventuell der Schmerz nach der 1:2-Niederlage bei KAA Gent noch zu tief in den Knochen gesteckt haben? Kühbauer meinte auf die Frage, ob seine Spieler Sturm nach dem Match am Dienstag möglicherweise unterschätzt haben: "Wir müssen in Österreich jeden Gegner respektieren. Wir müssen nicht nur im Europacup performen, sondern auch in Graz und nächste Woche in St. Pölten."

Kühbauer: "Weiß, was ich mit dem Jungen mache"

Dass eine unterdurchschnittliche Leistung zu einem Punkt bei Sturm Graz reicht, stimmt letztlich aber selbst den Rapid-Trainer versöhnlich. Ein Lichtblick war freilich auch die Leistung des 17-jährigen Demir, dem wie am Dienstag als Wechselspieler ein Treffer gelang. Es war sein erstes Tor in der Bundesliga, womit der Wiener mit türkischen Wurzeln sich immer mehr für die Startelf aufdrängt. "Ich weiß, was ich mit dem Jungen mache", stieg Kühbauer aber auf die Bremse. Man werde Demir weiter behutsam heranführen.

Die Grazer freuten sich ihrerseits auch über die Stimmung unter den Fans, die gemäß den verschärften Corona-Regeln in die Merkur Arena durften. "Das war ein sehr interessantes Spiel für die 3.000 im Stadion", stellte Jantscher fest. Die Sturm-Verantwortlichen hatten zuletzt immer betont, dass es bei dem Projekt mit Ilzer nicht nur um Ergebnisse, sondern auch um Resonanz beim Publikum gehe. Am Samstag war die Zufriedenheit der Anhänger mit der Leistung der Spieler nicht zuletzt während der Ehrenrunde ersichtlich, die Selbige hinlegten. Jantscher: "Aber jetzt müssen wir nachsetzen und gegen Hartberg im Derby die drei Punkte holen."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung