WWE TLC 2017: Die Analyse und alle Highlights im Video

Die Rückkehr einer Legende

Von Maurice Kneisel
Montag, 23.10.2017 | 09:50 Uhr
Vor TLC 2017 trat Kurt Angle zuletzt am 8. August 2006 bei WWE an

The Demon vs. AJ Styles

Sieger: The Demon per Coup de Grace. Bálors eigentlicher Gegner Bray Wyatt musste krankheitsbedingt kurzfristig ersetzt werden und so erhielt man statt einem mittelmäßigen ein hochklassiges Wrestling-Match ohne Shenanigans, das locker die Show stahl. Entsprechend setzte es nicht nur während, sondern schon vor Matchbeginn "This is awesome"-Chants. Nachdem man die Filler abgefrühstückt hatte, blieben knapp eineinhalb Stunden für die beiden Main Events, Demon vs. Styles erhielt davon ca. eine halbe Stunde.

Die beiden Männer kennen sich seit Jahren, zählen zurecht zu den besten Workern im Business und lieferten so hochklassig ab, wie es ihnen in der gegebenen Zeit möglich war. Nach dem Finish gab es zur großen Freude der Fans noch die Too Sweet-Geste der beiden ehemaligen Bullet Club-Mitglieder.

Der große Gewinner hier waren die Fans, das Ergebnis hatte bei einem Raw vs. SmackDown-Match natürlich wenig Bedeutung, außer den Demon vor seinem Match gegen Sister Abigail aka Wyatt noch einmal stärker darzustellen. Da Styles der nächste Herausforderer auf Jinder Mahals WWE Championship wird, bringt ihn diese Niederlage natürlich nicht gerade nach vorne. Aber bei diesem hochklassigen Match gab es keine Verlierer und so kann man auch nicht von einer Schwächung seines Standings sprechen.

Elias vs. Jason Jordan

Ein Filler-Match, das seit der Pre-Show, als Elias Angle backstage unterbrach und ein Konzert in Princes Heimatstadt einforderte, aufgebaut wurde. Während der Show kam der Drifter mehrfach raus und versuchte zu performen, seine Songs wurden aber jedes Mal durch die gigantische Heat, die er beim Publikum zieht, unterbrochen. Hinzu kam Jordan, der Elias aus irgendeinem Grund mit Gemüse bewarf.

Letztlich setzte Jason Jordan sich per Rollup bei einem Suplex-Versuch von Elias durch. Elias' Heat wird dies im Zweifel ebenso wenig schaden, wie es Jordan, dessen Push komplett verpufft ist, nach vorne bringen wird. Dies sollten auch die WWE-Verantwortlichen erkennen, denn in der aktuellen Darstellung funktioniert nur einer der beiden Männer - und das ist ohne Frage der Drifter, der sich endlich eine relevante Fehde verdient hätte.

Kurt Angle, Seth Rollins & Dean Ambrose vs. Braun Strowman, The Miz, Kane, Cesaro & Sheamus (Tables, Ladders & Chairs 5-on-3 Handicap Match)

Sieger: Kurt Angle, Seth Rollins & Dean Ambrose nach einer Triple Powerbomb und anschließendem Pin von Angle an The Miz. Der Main Event erhielt (inklusive Entrances) über 40 Minuten, dem Ganzen voran ging noch ein Hype-Video zu Angles Comeback. Der Olympiasieger von 1996 kam gemeinsam mit Ambrose und Rollins in Shield-Kluft durch das Publikum zum Ring und das Trio legte mit Chairshots gegen das Heel-Quintett los.

Markout-Momente gab es in diesem Match reichlich: Synchrone Moves von Leitern durch Rollins & Ambrose gegen Kane & Strowman durch die Kommentatorenpulte, eine German Suplex-Serie von Kurt gegen die Heels oder einen Running Powerslam von Braun gegen Angle durch einen Tisch außerhalb des Rings, nach dem Kurt temporär die Halle verließ und ein 5-on-2-Handicap-Match zurückließ. Miz ließ im weiteren Verlauf noch einen Müllwagen in die Halle rollen, in den die Heels Rollins & Ambrose verfrachteten, nur damit das Duo von dort mit Sprungattacken The Bar und die beiden Hünen kurzzeitig ausschalteten.

Der Match-Verlauf schwang endgültig um, als Kane kurz vor Ende plötzlich Strowman, den er zuvor bereits "versehentlich" mit einem Chairshot erwischt hatte, von der Rampe chokeslamte und tonnenweise Stühle auf ihn herabregnen ließ. Braun rappelte sich aber schnell wieder auf und attackierte seine vier Teamkollegen, die ihn daraufhin in den Müllwagen verfrachteten und aus der Halle fahren ließen.

Angles Comeback ließ lange auf sich warten, doch dann schaltete er The Bar auf der Rampe aus, wurde von Ambrose und Rollins vor einem Tombstone gerettet, die anschließend Kane per Double Spear durch die Barrikade aus dem Match nahmen und Kurt vs. Miz die Bühne überließen. Kurt kickte aus dem Cover nach einem Skull Crushing Finale und Miz befreite sich aus dem Ankle Lock, nur um anschließend im bereits beschriebenen Grand Finale das Cover zu nehmen.

Durch den Turn von Strowman stellte man diese Entwicklung glaubwürdiger dar und schenkte den Faces einen Sieg, ohne die Heels übermäßig zu schwächen. Selbst Miz, für den diese Entscheidungen praktisch Gewohnheit sind, wurde am Ende nicht schwach dargestellt und wird die Niederlage durch seine großartige Arbeit am Mic und im Ring wieder rausreißen. Man muss sich allerdings fragen, wie es nun für den Shield weitergehen soll?

Eine Fehde vs. Miz & The Bar wirkt nach diesem Ergebnis (ohne Roman) nicht unbedingt spannender und man muss dringend eine starke Heel-Front aufbauen, damit das Comeback der Hounds of Justice auch längerfristig Bedeutung haben kann.

Fazit

Die WWE stand unmittelbar vor TLC vor einem gigantischen Problem, als mit Roman Reigns und Bray Wyatt zwei Top-Namen in ausgerechnet den beiden Main Events kurzfristig krankheitsbedingt ausfielen. Unter den gegebenen Umständen machte man ohne Frage das Beste aus der gegeben Situation.

Natürlich hätte ein vorab aufgebautes großes Angle-Comeback mehr Effekt gehabt, doch durch die Einbindung des Raw GM in den Shield kreierte man Hype, ohne schon das "richtige" Angle-Comeback herzuschenken. Seien wir ehrlich: Wer wartet nicht nach wie vor auf das Erklingen der ersten Töne von Kurts Theme und sein Rumgewirbel auf der Rampe im USA-Singlet zu lautstarken "You such"-Chants? Ebenfalls sinnvoll war es, die beiden Main Events (plus Elias vs. Jordan) die Hälfte der Main Show ausfüllen zu lassen.

Das soll allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die übrige Card - vom Effekt des Asuka-Debüts abgesehen - reine Wocheshow-Kost war und den PPV insgesamt dennoch schwach wirken lässt. TLC lebte, wie lange kein PPV mehr, absolut von seinen beiden Main Events, die sich aufgrund der Ausfälle zwar besonders anfühlten, gleichzeitig aber auch nahezu keine längerfristige Bedeutung besitzen. Den Rest wird man im Zweifel schon in einer Woche wieder komplett vergessen haben. Unterhaltsam waren die Matches aber allemal und das Booking bei TLC war insgesamt eine runde Sache.

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