WWE: Clash of Champions 2016, die Analyse

The Sound of Silence

Von Maurice Kneisel
Montag, 26.09.2016 | 09:18 Uhr
Kevin Owens (l.) verteidigte seinen Titel nach Eingreifen von Chris Jericho gegen Seth Rollins

Bei Clash of Champions im Bankers Life Fieldhouse von Indianapolis, Indiana, verteidigte Kevin Owens seine WWE Universal Championship nach einem kontroversen Finish gegen Seth Rollins. Roman Reigns gewann die United States Championship von Rusev und Raw Women's Champion Charlotte setzte sich im Three-Way gegen Sasha Banks und Bayley durch.

Alicia Fox vs. Nia Jax (Kickoff Match)

Siegerin: Nia Jax nach einem Samoan Drop.

Erwartungsgemäß erhielt Alicia etwas mehr Offensive als beim ersten Aufeinandertreffen bei Raw vor einigen Wochen, um letztlich aber doch deutlich gegen Jax zu verlieren. Wie im Fall von Braun Strowman gegen Sin Cara, dient auch sie hier nur als Aufbaugegnerin, die nach den Jobber-Squashes den nächsten Schritt darstellt.

Bei beiden Superstars muss die WWE nun aber allmählich beweisen, dass sie einen Plan mit ihnen hat, denn Brocken wie Nia oder Braun perspektivisch sinnvoll zu booken, ohne sie konstant alles dominieren zu lassen, ist immer eine Herausforderung. Die "Fehde" Jax vs. Fox sollte hiermit beendet sein.

Raw Tag Team Champions The New Day vs. Gallows & Anderson

Sieger und weiterhin Raw Tag Team Champions: The New Day durch Midnight Hour gegen Karl Anderson, nachdem Xavier Woods diesen zuvor hinter dem Rücken des Referees mit Francesca II attackiert hatte.

Einmal mehr konnten Big E und Kofi Kingston ihre Gürtel gegen Gallows & Anderson verteidigen und ihren Rekord-Run weiter ausbauen. Damit verstärkt sich auch zunehmend das Gefühl, dass es bei den beiden Club-Mitgliedern nicht zum Titelgewinn reichen wird.

Berechtigterweise, da sie bislang nicht zu überzeugen wussten und auch beim Publikum praktisch keine Reaktionen ziehen. Da die Fehde seit dem SummerSlam auch kaum weiterentwickelt wurde, sollte man sie hiermit - trotz Dirty Finish - oder allerspätestens bei Raw morgen beenden. Neue Gegner für den New Day sind überfällig.

WWE Cruiserweight Champion T.J. Perkins vs. Brian Kendrick

Sieger und weiterhin WWE Cruiserweight Champion: T.J. Perkins, indem er Kendrick im Knee Bar zur Aufgabe zwang.

Das Tempo war vom Ringgong weg hoch, Kendrick zeigte seine Erfahrung und die aus den Cruiserweight Classics bekannten Heel-Taktiken, während TJP sein Können mit diversen Submission Holds unter Beweis stellte. Das Publikum nahm das Match gut an und lieferte sich über weitere Strecken Chant-Battles. Nach zehn Minuten endete ein starkes Wrestling-Match, das ohne Frage Werbung für die neue Division machen konnte.

Da Kendrick Perkins anschließend hinterlistig attackierte, kann man davon ausgehen, dass beide Männer nicht zum letzten Mal aufeinandergetroffen sind. Wichtig ist nun, dass man bei Raw den Spagat schafft, diese Fehde fortzuführen und gleichzeitig die übrigen Cruiserweights stark zu präsentieren, da das Gros des Mainstream-Publikums sie nach wie vor kaum kennt.

Cesaro vs. Sheamus (Match Seven in Best of Seven Series)

No Contest, nachdem Cesaro Sheamus per Lariat über die Barrikade beförderte und der Referee das Match beendete.

Beide Männer zogen zum Finale noch mal an und zeigten ein stiffes Match, bei dem vor allem Cesaro einige üble Bumps nahm. Bei einem Suicide Dive stürzte der Schweizer mit dem Kopf voran aus dem Ring, traf Sheamus und landete dann mit dem Schädel voran auf der Matte - ein heftiger Spot, bei dem man sich ernsthafte Sorgen um seine Gesundheit machen musste.

Am Ende stand er triumphierend im Ring und sein Theme lief, während Sheamus auf die Beine geholfen werden musste - Cesaro war der gefühlte Sieger. Ein Titelmatch hat damit allerdings niemand gewonnen. Eine Prognose, wie es hier weitergeht, ist vor Raw schwer zu treffen: ein weiteres, achtes Match bei Raw oder in der Zelle beim nächsten PPV erscheint ebenso möglich wie ein Wechsel Cesaros zu SmackDown, über den seit dem Draft spekuliert wird und der aus Roster-Sicht am meisten Sinn machen würde.

Sami Zayn vs. Chris Jericho

Sieger: Chris Jericho nach dem Codebreaker.

Obwohl zwei DDTs von Sami nicht ganz sauber saßen, war dieses Match ohne Frage eines der Highlights von Clash of Champions. Es bot starkes Wrestling und eine ordentliche Portion Spannung, die Jericho letztlich mit einem Codebreaker out of Nowhere krönte.

Die Fehde wird definitiv weitergehen, durch das Finish gelang es, zusätzliche Spannung aufzubauen, ohne Sami schwach aussehen zu lassen. Bei Hell in a Cell würde sich ein Gimmick-Match anbieten, doch man muss das nächste Match nicht zwingend in die Zelle verlegen. Deutlich wichtiger ist nun, dass die Fehde in den kommenden Wochen intensiviert wird und Chris mit seiner Arroganz Zayn weiter anstachelt, um ihn somit letztlich zum Fehdensieg zu treiben.

Raw Women's Champion Charlotte vs. Sasha Banks vs. Bayley

Siegerin und weiterhin Raw Women's Champion: Charlotte nach einem Big Boot gegen Bayley.

Erwartungsgemäß mischte Dana Brooke, die sich bereits während des Kickoffs verbal mit Sasha anlegte, sich auch in das Match ein. Etwas überraschender hingegen war, dass sie Charlotte damit zur Abwechslung keinen Bärendienst erwies, sondern zu ihrer Titelverteidigung beitrug. Die Aufsplittung in Charlotte vs. Dana und Sasha vs. Bayley lässt somit definitiv noch auf sich warten und man geht mit einer starken Heel-Championesse mindestens in die nächsten vier Wochen.

Zwar könnte man bei Hell in a Cell einen weiteren Three- oder sogar Four-Way ansetzen; sinnvoll wäre es aber, nun eine der beiden Face-Diven temporär aus dem Titelmatch zu ziehen und gegen Brooke zu stellen, während die andere weiter mit Charlotte fehdet. Banks hatte bislang größere Differenzen mit Dana, Bayley hingegen wurde im Match gepinnt - entsprechend hat die WWE sich hier beide Optionen offengehalten.

Seite 1: The New Day, Cesaro und Chris Jericho

Seite 2: Reigns, Rollins und das Fazit

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