Tennis

Jan-Lennard Struff erreicht in Pullach das Viertelfinale

Von Florian Heer
Jan-Lennard Struff, Pullach
© Florian Heer

Jan-Lennard Struff hat beim ATP-Challenger-Turnier in Pullach das Viertelfinale erreicht.

Von Florian Heer aus Pullach

Neben den Sparkassen Open in Braunschweig gibt es seit dieser Woche ein weiteres ATP-Challenger-Turnier der höchsten Kategorie auf deutschen Boden. Mit einem Gesamtpreisgeld von 127.000 Euro sind die Isar Open nun ein Teil des professionellen Tenniszirkus. Drei Spieler aus den Top-100 sind beim Sandplatzevent in Pullach am Start. Den Sieger im Einzel erwarten 125 ATP-Weltranglistenpunkte.

Topgesetzer Struff mit souveränem Sieg

Der an Nummer 1 gesetzte Jan-Lennard Struff erreichte an einem zunächst sonnigen und heißen Donnerstag das Viertelfinale. Der deutsche Davis-Cup-Spieler bezwang seinen Landsmann Mats Moraing glatt in zwei Sätzen mit 6:4, 6:4. Struff, der mit einer Wild-Card an den Start ging, gewann 56 Prozent der gespielten Punkte, um nach einer Stunde und acht Minuten das Match für sich entscheiden zu können.

"Ich habe in Hamburg und Kitzbühel ergebnistechnisch nicht gut gespielt. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, hier zu anzutreten. Das ist ein großes Challenger-Turnier, bei dem es einige gute Punkte zu erringen gibt. Am Dienstag vor meinem Match in Kitzbühel fiel schließlich die Entscheidung, nach Pullach zu kommen. Dominik (Anmerkung: Schulz, Turnierdirektor) hatte mir netterweise eine Wild-Card freigehalten," so Struff, der sein erstes ATP-Challenger-Turnier seit Genua vergangenen Jahres bestreitet.

Jan-Lennard Struff: Gutes Halbjahr mit wenig Zeit daheim

"Ich finde es supertoll, dass es so ein großes Turnier in Deutschland gibt. Das ist für die deutschen Spieler immer klasse, ein solches Event vor Ort zu haben. München ist eine schöne Stadt, die Organisation ist sehr ordentlich und Dominik macht einen guten Job.

Seit Mai hat Struff auf ATP-Ebene kein Match mehr im Einzel gewinnen können. Er verlor in der ersten Runde der Turniere in Stuttgart, Halle, Hamburg und Kitzbühel. Bei den Grand-Slams lief es wiederum mit dem Erreichen der dritten Runde in Wimbledon und dem Einzug in die zweite Runde bei den French Open sehr ordentlich.

"Erstrunden-Niederlagen gehören mit dazu," erklärt Struff und gibt sich mit dem bisherigen Saisonverlauf, der auch die Viertelfinal-Teilnahmen in München und Budapest einschließen, sehr zufrieden. "Es sind sehr gute Spieler unterwegs und man muss jede Woche hart kämpfen. Man bekommt nichts geschenkt. Auch hier nicht. Es gilt sein eigenes Niveau abzurufen. Obwohl ich ein paar mehr Einzelspiele mehr hätte gewinnen können, läuft die Saison aber sehr gut. Außerdem habe ich viel und auch erfolgreich im Doppel gespielt. Überhaupt bin ich bei vielen Turnieren angetreten. Ich war lediglich 36 Tage daheim," gibt der gebürtige Warsteiner "ohne Gewähr" an.

"Struffi" freut sich auf die Hartplatzsaison

"Die Bedingungen mit der Hitze kommen meinem Spiel entgegen. Trotzdem freue ich mich auf die Hartplatz-Saison, da dies mein bester Belag ist. Dort möchte ich nochmal aggressives Tennis zeigen und möglichst viele Matches gewinnen", sagte er.

Bevor es am kommenden Mittwoch dann über den großen Teich nach Winston-Salem geht, steht allerdings das Viertelfinale in Pullach an. Ein Duell mit seinem Freund und Doppelpartner Tim Pütz bleibt Struff allerdings verwehrt. Pütz verlor gegen den argentinischen Routinier Carlos Berlocq 6:7 (3:7), 5:7.

Pedro Sousa gewinnt Duell der Iberer

Pedro Sousa aus Portugal bezwang Pedro Martínez aus Spanien 6:4, 1:6, 7:6(7:5) in dem vielleicht spannendsten Match des Tages, welches mit diversen Emotionsausbrüchen der Akteure begleitet wurde. Beide Spieler kamen mit erfolgreichen Resultaten im Rücken ins Isartal. Während Martínez im schwedischen Bastad seinen ersten Erfolg auf der ATP-Challenger-Tour feiern konnte, erreichte Sousa in Liberec das Finale.

"Es war ein harter Kampf heute. Es ist aber auch nicht einfach in dieser Hitze konstantes Tennis zu zeigen. Man wird zwischenzeitlich auch müde," so Sousa nach dem fast zwei-Stunden-Match im Glutofen Center-Court: "Ich war am Ende wohl etwas glücklicher. Ich habe zwei Mal zum Matchgewinn aufgeschlagen, im Tie-Break kann dann immer alles passieren. Ich bin froh als Sieger vom Platz gegangen zu sein."

Seinen Aufenthalt in der bayerischen Landeshauptstadt scheint der 30-jährige Portugiese auch zu genießen. "Es gefällt mir sehr gut hier. Die Bedingungen sind perfekt. Ich war bereits in München als ich vor zwei Jahren Benfica Lissabon in der Champions-League gegen Bayern angesehen habe. Es immer wieder schön hier zu sein."

Regen führte zu Spielabbruch

Geduld ist gefragt bezüglich Sousas Viertelfinalgegner, da das letzte Match des Tages zwischen den an Nummer 2 gesetzten Jiri Vesely aus der Tschechischen Republik und dem Belgier Kimmer Coppejans beim Stand von 7:5, 0:1 für Vesely aufgrund schlechten Wetters unterbrochen wurde. Diese Partie, sowie alle weiteren Viertelfinalbegegnungen, werden am Freitag fortgesetzt.

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