Tennis

Alexander Zverev happy: "Stimmung und Atmosphäre haben mich sehr inspiriert"

Von Jörg Allmeroth
Sonntag, 06.05.2018 | 18:45 Uhr
Alexander Zverev
© Jürgen Hasenkopf

Alexander Zverev hat seinen Titel beim ATP-World-Tour-250-Turnier in München erfolgreich verteidigt: Der an Nummer eins gesetzte Zverev besiegte im Endspiel Philipp Kohlschreiber mit 6:3, 6:3 und feierte seinen insgesamt siebten Turnier-Erfolg.

Die Münchner Turnierwoche hatte für die Reisegruppe Zverev schon gut begonnen. Alexander Zverev senior, der Familienpatriarch, bekam vom Deutschen Tennis Bund (DTB) die Auszeichnung als "Trainer des Jahres 2017" offiziell überreicht. Und noch vor den ersten Ballwechseln hatte auch Sohn Alexander Zverev junior, der neue deutsche Tennis-Weltstar, etwas gewonnen.

Vom Hausherrn des ATP-Wettbewerbs, dem Iphitos-Klub, erhielt der Weltranglisten-Dritte den Award für seine Verdienste um das Turnier. Kein geringerer als Boris Becker war der Laudator und Preisverleiher.

Für Sascha Zverev war es der perfekte Dienstausflug

Am Bild eines perfekten Dienstausflugs änderte sich auch am Münchner Finaltag nichts mehr für die Familie Zverev und ihren Vorturner, den besten Vertreter der neuen internationalen Tennis-Generation: Unter strahlend blauem Himmel gewann Alexander ("Sascha") das deutsche Finale mit 6:3 und 6:3 gegen Philipp Kohlschreiber, den 34-jährigen Lokalmatador.

Es war in Zverevs steiler Tenniskarriere damit auch der Tag, an dem ihm erstmals eine Titelverteidigung glückte - und zwar mit einem bestechend souveränen Auftritt, der keinen Zweifel an der nationalen Hierarchie zuließ.

Zverev, soviel bleibt klar, ist die unumschränkte Nummer 1 hierzulande, aber eben auch eine Nummer 1, die berechtigte globale Ambitionen hat. "Ich bin wahnsinnig glücklich, wie ich diese Woche hier in München gemeistert habe", sagte Zverev später.

Revanche gegen Hyeon Chung brachte zusätzliches Selbstvertrauen

Seine glänzende Form hatte Zverev bereits am Samstag mit einem ebenfalls selbstbewussten Zwei-Satz-Halbfinalsieg über den Südkoreaner Hyeon Chung unterstrichen, den Sieger des letztjährigen U21-Finalturniers der ATP. Gegen Chung hatte Zverev noch beim Auftakt-Grand Slam der Saison in Melbourne verloren.

Doch in München entfaltete Zverev eine unwiderstehliche Titelkampagne, die auch eins demonstrierte: Inzwischen fühlt sich Zverev bei den deutschen Turnieren, vor den früher oft kritischen deutschen Fans richtig wohl. "Die Stimmung hier, die Atmosphäre - das hat mich sehr inspiriert", sagte der 21-jährige.

Michael Kohlmann: "Er hat erkannt, wie wichtig die deutschen Turniere für ihn sind"

Immerhin hat Zverev nun schon zwei Münchner Titel gewonnen, zudem stand er 2016 und 2017 auch in den Endspielen der Gerry Weber Open in Halle (er verlor sie gegen Florian Mayer und Roger Federer). "Er hat inzwischen erkannt, wie wichtig die deutschen Turniere für ihn sind, welchen emotionalen Wert diese Heimspiele haben", sagte Davis Cup-Teamchef Michael Kohlmann.

Kohlschreiber, lange Jahre der deutsche Spitzenspieler, hielt die gutklassige Finalpartie leidlich offen, aber der Wucht, Entschlossenheit und Dynamik von Zverevs Spiel war er letztlich nicht gewachsen. "Er war eine Klasse besser. Er hatte immer die richtige Antwort auf meine Schläge", sagte der Tennisveteran, der nach dem Turnier wieder auf Platz 28 der Weltrangliste vorrücken wird.

Auch Thomas Gottschalk und Veronica Ferres schauten beim Finale zu

Kohlschreiber schien zu Beginn des zweiten Satzes sogar eine Umschwungmöglichkeit zu haben, als er zum 2:1 breakte. Aber Zverev machte alle Hoffnungen des Augsburgers schnell mit dem 2:2-Ausgleich zunichte. Danach war Zverev die bestimmende Kraft auf dem Centre Court, auf dem sich auch allerlei Prominenz wie Thomas Gottschalk und das Pärchen Carsten Maschmeyer/Veronica Ferres eingefunden hatte

Zverev nahm aus München nicht nur das Preisgeld von 86.000 Euro, einen Sportwagen des Sponsors BMW und eine Luxus-Lederhose mit, sondern auch und vor allem eine wichtige berufliche Ware: Nämlich Selbstbewusstsein und Zuversicht, die für die kommenden harten, anspruchsvollen Wochen im Sand underlässlich sind.

Herausforderungen warten auf Zverev: Madrid, Rom und die French Open

Schon diese Woche gehen die Rutschübungen weiter, beim Masters in Madrid. Es folgt das ebenfalls hochdotierte Masters in Rom, bei dem Zverev Titelverteidiger ist. Und zu guter Letzt muss sich Zverev bei den French Open bewähren, dem Höhepunkt der Sandplatz-Saison. Dann geht es unterm Eiffelturm auch darum, die bisher noch blasse Grand-Slam-Bilanz aufzubessern.

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