Rod Laver versteht frühe Rücktritte nicht

Sonntag, 01.04.2018 | 08:35 Uhr
Rod Laver (l.) und Roger Federer (r.)
© Twitter/@rodlaver

Die australische Tennisikone Rod Laver freut sich über die langen Karrieren von Roger Federer und Rafael Nadal - und versteht Boris Beckers frühen Abgang nicht.

Bis vor einigen Jahren galt Ende zwanzig, Anfang dreißig als das Alter, in dem man langsam den Schläger an den Nagel hängte. Stefan Edberg hörte mit 30 Jahren auf, Pete Sampras mit knappen 31 Lenzen - wie auch Boris Becker, zumindest offiziell. Becker hatte jedoch schon nach dem Wimbledon-Turnier 1997 erklärt, dass er keine Majors mehr spielen wolle und langsam dem Ende entgegengehe (1999 trat er dann noch einmal in Wimbledon an).

Speziell an Beckers Grand-Slam-Rücktritt mit 29 Jahren erinnert sich "The Rocket" gut, wie er in einem Podcast dem amerikanischen Tennisjournalisten Steve Flink erzählte. Als das Arthur Ashe Stadium in New York 1997 eröffnet wurde, habe Laver ihn gefragt: "Boris, ich verstehe nicht, wieso du in dem Alter aufhörst. Bist du erledigt von Verletzungen?" Becker habe geantwortet: "Nein, ich bin erledigt von dem vielen Tennis, das ich spiele." Für den mittlerweile 79-Jährigen absurd. "Da ist dieser Typ, einer der Besten des Spiels - und er hört mit 30 auf. Ich habe mein absolut bestes Tennis gespielt, als ich 30 und 31 war."

Genau in diesem Alter holte Laver seinen zweiten Grand Slam, den Sieg bei allen vier Majors in einem Jahr - nämlich 1969. Und wiederholte damit das Kunststück aus dem Jahr 1962, jetzt allerdings in der Open Ära und als Profi.

Laver selbst spielte sein letztes Match auf der ATP-Tour im Jahr 1979 mit 40 Jahren, nachdem er in den Jahren zuvor sein Pensum immer weiter gesenkt hatte; 1983 trat er sogar noch mal im Doppel an.

Roger Federer, Rafael Nadal und die Liebe zum Tennis

Bei Federer und Nadal schiebt Laver die langen und erfolgreichen Karrieren auf "die Tatsache, dass sie das Spiel und den Wettkampf lieben". Wenn er sich Federer anschaue und neun Jahre zurückdenke, glaube er nicht, dass der Schweizer so gut gespielt habe. "Er hat eine andere Rückhand, kann nun großartig vollieren - und plötzlich scheint er jeden Moment zu genießen, in dem er auf dem Platz steht, ohne dass es nach Mühe aussieht." Tennis brauche das. Es sei großartig, Federer und Nadal zuzuschauen, die damit sagen: "Hey, mir macht dieser Sport immer noch Spaß - wieso sollte ich ihn also aufgeben?"

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