Tennis

Historisch! Roger Federer krönt sich zur ältesten Nummer 1 der Geschichte

Roger Federer ist wieder die Nummer eins der Welt

Da ist die Eins! Roger Federer löst Andre Agassi als älteste Nummer eins der Tennisgeschichte ab. Seine historische Rückkehr auf den Ranglistenthron machte der Schweizer nach anfänglichen Problemen mit einem 4:6, 6:1, 6:1-Erfolg gegen Robin Haase im Viertelfinale des ATP-World-Tour-500-Turniers in Rotterdam perfekt.

"Es wäre einfach unglaublich, wenn ich das schaffe", hatte Roger Federer vor Turnierbeginn gesagt. Nun ist es wahr: Mit 36 Jahren und 195 Tagen kehrt der "Maestro" am Montag an die Spitze der Weltrangliste zurück. Bislang war es der US-Amerikaner Andre Agassi, der im April 2003 mit 33 Jahren und 131 Tagen das Ranking anführte.

"Die Nummer eins zu werden, ist im Tennis die ultimative Leistung. Wenn man älter ist, muss man doppelt so viel arbeiten. Du musst jemanden verdrängen, der hart gearbeitet hat, um dort hinzukommen. Es ist ein Traum, der wahr wird", sagte Federer sichtlich gerührt unmittelbar nach dem Spiel auf dem Platz: "Es war eine unglaubliche Reise. Es hier zu schaffen, wo ich 1998 meine erste Wildcard bekommen habe, bedeutet soviel".

Der Auftakt verlief allerdings alles andere als planmäßig: Mit seinem fünften Ass holte sich der Außenseiter verdientermaßen den ersten Durchgang. Federer hatte das entscheidende Break im neunten Spiel kassiert - und damit erstmals im Turnierverlauf seinen Aufschlag abgegeben. Das eigene Service hakte, nur 42 Prozent seiner ersten landeten im Feld. Haase indes machte zu 81 Prozent den Punkt, wenn der erste Aufschlag kam.

Gnadenloser "Maestro"

Wer Federer reizt, bekommt jedoch zumeist die Quittung: Der Eidgenosse machte es besser als im ersten Akt, als er gleich zu Beginn drei Breakbälle ungenutzt ließ, und holte sich den Aufschlag des Niederländers. Danach ging es ganz schnell: Doppelbreak und Satzausgleich nach nur 19 Minuten.

Mit dem Momentum im Bunde zog Federer auch in der Entscheidung schnell davon. Voll im Tunnel und anscheinend ohne jede Nervosität spielte er nun seine Aura aus. Die körperlichen Verschleißerscheinungen bei Haase taten ihr übriges. Der mit Rückenproblemen ins Match gegangene Lokalmatador musste sich beim Stand von 4:6, 6:1, 3:0 während des Wechsels im Mülleimer übergeben.

Es kam, wie es kommen musste: Nach 79 Minuten war es ein Doppelfehler Haases, der dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger den historischen Sieg bescherte. Rafael Nadal ist damit ab kommenden Montag nicht mehr die Nummer eins der Welt. Der Spanier hatte sich zuletzt am 21. August 2017 an die Spitze gesetzt.

Mann der Rekorde

Den Platz an der Sonne hatte der Baselbieter letztmals am 4. Oktober 2012 inne. Durch seinen Erfolg gegen Haase liegen nun fünf Jahre und 106 Tage zwischen dem Tag, an dem er die Nummer eins verlor, und dem Tag, an dem er wieder auf den Thron zurückkehrt. Auch das ist Rekord.

Federer, der erstmals am 2. Februar 2004 auf Platz eins stand, hält damit auch die Bestmarke für den größten Zeitabstand (mehr als 14 Jahre) zwischen zwei Regentschaften als Brachenführer. Länger als 302 Wochen hatte sich ohnehin kein anderer Spieler auf dem Tennisthron halten können.

Weiter geht's am Samstag (nicht vor 19:30 Uhr in unseren LIVE-Scores): Der designierte Weltranglistenerste trifft dann auf den Sieger der Partie zwischen Andreas Seppi und Daniil Medvedev. Das erste Semifinale bestreiten David Goffin und Grigor Dimitrov.

Hier das Einzel-Tableau in Rotterdam

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