Tennis

Zverev lacht mit dem "Maestro": "Roger ist der Lustigste von allen"

Von Ulrike Weinrich
Roger Federer (l.) und Alexander Zverev verstehen sich blendend
© getty

Alexander Zverev spürt die Unterstützung von Roger Federer - und er kann auch herzlich über die Witze des Schweizers Superstars lachen. Im Interview mit der Sportbild verrät "Sascha" Zverev zudem, dass zwischen einem durchschlagenden Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier sein Körper steht.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Verbrieft ist jedenfalls, dass nicht immer herzlich gelacht wird, wenn Zverev Federer trifft. Nach dem Drittrunden-Aus des 20-Jährigen bei den Australian Open Mitte Januar gegen den Südkoreaner Hyeon Chung beispielsweise tröstete der Grand-Slam-Rekordchampion den maßlos enttäuschten Zverev in den Katakomben. Tenor des Federer'schen Monologs im Bauch der Rod Laver Arena: "Come on, Sascha, nicht verzagen! Du bist noch so jung. Immer weitermachen, dann klappt es auch irgendwann mit dem Erfolg bei einem Major." Ach ja: Der Schweizer, seit Montag die älteste Nummer eins aller Zeiten, hat übrigens mit 21 Jahren erstmals das Halbfinale eines Grand Slams erreicht.

Und weil Zverev Federer vertraut, hat er sich die Worte des 36-Jährigen zu Herzen genommen. Zverev und Federer - es ist eine besondere Verbindung, von der der Weltranglistenfünfte profitiert. Auch, weil der GOAT (Greatest of all time) den 16 Jahre jüngeren Zverev immer wieder zum Lachen bringt. Seitdem sie im vergangenen Jahr Seite an Seite den Laver Cup in Prag gewannen, hat die damals so erfolgreiche Europa-Auswahl eine WhatsApp-Gruppe. Mitglieder sind neben "Sascha" und dem "FedExpress" auch Dominic Thiem, Rafael Nadal, Marin Cilic und Tomas Berdych. Aber: "Roger ist der Lustigste von allen, er schickt gerne Witze und lustige Videos. Das würde man so gar nicht glauben, wenn man Roger nicht kennt", erzählte Zverev im Interview mit der Sportbild.

Seit 2014 über 16 Kilo zugenommen: "Und zwar reine Muskelmasse"

Der spanische Paris-König Nadal soll auch sehr zur allgemeinen Belustigung beitragen, "aber er antwortet mehr, als selbst etwas zu schicken", verriet der Deutsche. Und Zverev, der in der kommenden Woche beim Turnier im mexikanischen Badeort Acapulco am Start sein wird, macht keinen Hehl daraus, wie sehr ihn das Verhältnis zwischen den ewigen Rivalen Federer und Nadal fasziniert. "Generell fällt auf, wie respektvoll Roger und Rafael miteinander umgehen. Sie haben schon unzählige wichtige Spiele gegeneinander bestritten, aber sie verstehen sich blendend", schwärmte der Rom-Sieger von 2017 und betonte: "Das ist großartig."

Bei der Suche nach Gründen für den bislang noch ausgebliebenen, ganz großen Durchbruch bei einem der vier Grand-Slam-Events sieht 1,98-m-Hüne Zverev auch seinen veränderten Körper. "Ich habe seit 2014 über 16 Kilogramm zugenommen. Und zwar reine Muskelmasse. Ich bin schneller und stärker geworden, aber das verändert auch mein Spiel", sagte Zverev. Er, der in der vergangenen Saison fünf Turniertriumphe (davon die Masters in Rom und Montreal) feierte und zeitweise auf Platz drei des ATP-Rankings stand, spielt härter und drückt aufs Tempo. Doch wegen der Umstellung landen auch mal Bälle "im Zaun, die sonst passten".

Auf die Frage, ob die Chance auf einen Grand-Slam-Titel von ihm oder die auf einen Davis-Cup-Triumph mit dem DTB-Team größer sei, antwortete Zverev: "Ich denke, dass beide Ziele zu erreichen sind". Einfluss auf den Wahl-Monegassen hat auch Boris Becker in seiner Position als Head of Men's Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB). "Boris ist eine sehr positive Person. Er ist einer, auf den man hört", meinte Zverev, "ich höre nur Leuten zu, denen ich vertraue. Boris muss man zuhören."

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