Lucic-Baroni im Halbfinale: "Gott ist gut"

SID
Mittwoch, 25.01.2017 | 03:31 Uhr
Mirjana Lucuc-Baroni fordert nun Serena
© getty

Eigentlich war Karolina Pliskova für einen Platz mindestens in der Vorschlussrunde der Australian Open vorgesehen. Dort steht nun aber Mirjana Lucic-Baroni, die Veteranin mit der bewegten Lebensgeschichte.

Die in Dortmund geborene Mirjana Lucic-Baroni hat ihre wundersame Reise in Melbourne fortgesetzt und steht erstmals seit 18 Jahren wieder im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Die Weltranglisten-79. aus Kroatien besiegte bei den Australian Open überraschend New-York-Finalistin Karolina Pliskova (Tschechien/Nr. 5) mit 6:4, 3:6, 6:4. "Ich kann das nicht glauben, das ist verrückt, ich stehe unter Schock. Gott ist gut", sagte die 34-jährige Lucic-Baroni und meinte: "Das macht alles Schlechte, was mir im Leben zugestoßen ist, wieder gut."

Nach dem Matchball nach 1:48 Stunden bekreuzigte sie sich, blickte in den blauen Sommerhimmel und kniete sich dann auf den Centre Court in der Rod-Laver-Arena. "Ich habe nicht mal zu träumen gewagt, dass ich noch einmal so zurückkomme", sagte Lucic-Baroni. Vor ihrem letzten Aufschlagspiel hatte sich die Wahl-Amerikanerin, die als Kind und Jugendliche von ihrem gewalttätigen Vater Marinko misshandelt worden war, einen Rosenkranz umgehängt.

Zweites Major-Halbfinale

Die in Florida mit ihrem italienischen Ehemann lebende Lucic-Baroni, Wimbledon-Halbfinalistin von 1999, hatte bei ihrer ersten Australian-Open-Teilnahme vor 19 Jahren ein Match gewonnen. Danach musste sie exakt 6939 Tage auf den nächsten Sieg in Melbourne zu Beginn der letzten Woche warten. In der Zwischenzeit hatte der fünfte Kontinent fünf verschiedene Premierminister. Wegen gesundheitlicher, finanzieller und psychischer Probleme, die mit ihrem Vater zusammenhingen, hatte sie zwischen 2004 und 2009 an keinen Grand-Slams teilgenommen. Überhaupt hatte Lucic-Baroni, die gerade an einem eigenen Kochbuch schreibt, zwischen 2004 und 2006 nur bei insgesamt zwei Turnieren gespielt.

Im kanadischen Quebec City hatte die 1,81 Meter große Kroatin 2014 erstmals nach ihrer Pause und nach 16 Jahren wieder ein WTA-Event gewonnen. Eine solch große Zeitspanne zwischen zwei Einzel-Titeln hatte es auf der WTA-Tour bislang noch nie gegeben. Lucic-Baroni, die als 14-Jährige bereits drei Junioren-Major-Titel geholt hatte und als Jahrhunderttalent galt, trifft nun am Donnerstag im Halbfinale von Melbourne auf Serena Williams (USA/Nr. 2), die sich gegen die Britin Johanna Konta glatt durchsetzte.

Die Australian Open im Überblick

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