Dienstag, 01.06.2010

Stanley Cup Finals, 2. Spiel

Oktopus on fire!

Die Chicago Blackhawks haben auch das zweite Spiel der Best-of-seven-Serie um den Stanley Cup gewonnen. Sie besiegten die Philadelphia Flyers mit 2:1. Vor allem, weil sie einen ganz besonderen Trumpf in der Hinterhand haben: einen Oktopus.

Antti Niemi steht seit 2008 für die Chicago Blackhawks im Tor
© Getty
Antti Niemi steht seit 2008 für die Chicago Blackhawks im Tor

Chicago Blackhawks (2) - Philadelphia Flyers (7) 2:1

Der Mann des Spiels? Antti Niemi - besser gesagt: Ein Oktopus. So wird der Goalie der Chicago Blackhawks von seinen Teamkollegen genannt. Warum? Weil er seine Arme und Beine überall hat und nach einem desaströsen ersten Spiel zu absoluter Hochform auflief.

Allein 14 Saves machte Niemi im letzten Drittel. "Er war heute unglaublich, besonders im Schlussabschnitt. Ich weiß nicht, wie er den Puck manchmal gesehen hat", lobte Teamkollege Adam Burish.

Dabei begann das zweite Spiel im Kampf um den Stanley Cup fast langweilig - zumindest für Niemi: Die Flyers gaben im ersten Drittel nur drei Schüsse auf sein Tor ab.

2:0 in 18 Sekunden

Erst nach 37 Minuten fiel der erste Treffer: Marian Hossa sorgte mit seinem dritten Playoff-Tor für die 1:0-Führung der Blackhawks. Dann aber ging es rund: Nur 18 Sekunden später (!) setzte Ben Eager mit dem 2:0 gleich noch eins obendrauf.

Seit 2002 gab es in einem Finale nicht mehr so schnell zwei Tore hintereinander. Damals schafften es die Red Wings mit zwei Treffern innerhalb von 13 Sekunden.

Philadelphia war geschockt, machte im letzten Drittel aber mächtig Dampf. 15 Mal befeuerten sie im Schlussabschnitt Chicago-Goalie Antti Niemi, die Blackhawks gaben lediglich vier Schüsse aufs Tor ab.

Erst in der letzten Sekunde des Powerplays nutzten die Flyers die Überzahl aus. Simon Gagne gelang mit seinem achten Playoff-Tor der Anschlusstreffer zum 1:2.

Toews und Kane ohne Punkte

Doch Niemi agierte konzentriert und hielt wie ... nunja, wie ein Oktopus eben. Er schwang sich mit 32 Saves zum Matchwinner auf und bescherte den Blackhawks den zweiten Sieg in der Best-of-seven-Serie.

"Ich bin froh, dass es so gelaufen ist. So muss es weiter gehen. Vielleicht entstand meine heutige Leistung gerade aus dem letzten schlechten Spiel heraus. Manchmal weiß ich auch nicht, wie es passiert", sagte Niemi anschließend.

Leighton am Ende kaum gefordert

Philadelphias Goalie Michael Leighton hatte sich von seinem rabenschwarzen Tag in Spiel 1 ansatzweise erholt und machte 24 Saves, wurde allerdings im letzten Drittel kaum gefordert.

Chicagos Youngsters Jonathan Toews und Patrick Kane blieben abermals punktlos.

Chicago meistert das Finale des Stanley Cups bisher bestens - und vielleicht, ja vielleicht nehmen sie den Pott tatsächlich mit nach Hause.

Die Statistik zumindest spricht dafür: Seit es in der NHL sieben Finalspiele gibt, haben 41 der 45 Teams, die die ersten beiden Spiele gewonnen haben, auch den Stanley Cup geholt.

Spiel 1: Shootout am O.K.Corral

SPOX

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