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NFL

Super Bowl Head to Head: Los Angeles Rams vs. New England Patriots

Die Los Angeles Rams treffen auf die New England Patriots in Super Bowl LIII in Atlanta.

Das Warten hat ein Ende, Super Bowl Sunday ist hier! Heute Nacht treffen die Los Angeles Rams in Atlanta auf die New England Patriots. Beide Teams bringen höchste Qualität mit und scheinen offensiv kaum zu stoppen zu sein. Doch auch in den Defensivreihen steckt Potenzial, das eine Entscheidung herbeiführen kann. Wer hat den entscheidenden Vorteil? Super Bowl LIII gibt es ab 0 Uhr live auf DAZN, wahlweise mit deutschem und US-Originalkommentar! Zur finalen Einstimmung präsentiert SPOX das große Head-to-Head!

Quarterbacks

  • Jared Goff vs. Tom Brady

Schaut man sich die Regular Season an, dann muss man konstatieren, dass Jared Goff insgesamt eine bessere Saison gespielt hat als Tom Brady. Wir reden hier nicht von Abständen wie von der Erde zum Mond, aber lediglich in Sachen Total QBR übertraf Brady (70,6) Goff (66,4) signifikant.

In Sachen DVOA und DYAR hingegen sah Goff immer ein klein wenig besser aus. Und der Abstand wäre vermutlich noch größer gewesen, wenn der QB der Rams nicht eine längere Schwächephase von Woche 13 an durchlaufen hätte. Seit dem Spiel gegen Chicago (6:15) Anfang Dezember hatte Goff Probleme offenbart.

Brady hingegen spielte über weite Strecken des Jahres auf eher überschaubarem Niveau, doch eigentlich waren seine Gesamtzahlen nicht deutlich schlechter als 2018 in seiner MVP-Saison. Die Patriots allerdings verloren fünf Spiele und damit zwei mehr als im Vorjahr.

Beide sind hauptsächlich Pocket-Passer, obgleich Goff ein wenig mobiler daherkommt und durchaus auch mal aus dem Design ausbricht, um ein First Down zu erlaufen. Seine größte Stärke: Play Action! Niemand wirft mehr Touchdowns via Play Action als Goff. Zudem scheut er nicht den Deep Ball - nur sechs Starting Quarterbacks hatten im Schnitt mehr Intended Air Yards als (8,8) als Goff.

Brady wiederum verlegte sich in diesem Jahr auch systembedingt eher auf kürzere Pässe (7,6 Average Intended Air Yards). Uncharakteristisch häufig leistete er sich zudem mentale Fehler. In Miami etwa "verdaddelte" er eine Endzonen-Chance durch eine auslaufende Uhr kurz vor der Pause, als er einen Sack kassierte, anstatt den Ball wegzuwerfen. Zudem bleiben die zwei unglaublichen Red-Zone-Interceptions in Pittsburgh und im Championship Game von Kansas City in Erinnerung.

Letzten Endes aber ist Brady nichtsdestotrotz wohl der heißeste Quarterback in den Playoffs und führt alle in Yards, Completions und Passquote deutlich an. Gerade seine Leistung im Championship Game gegen Ende war herausragend, was den Sieg der Patriots in der Overtime besiegelte, als er perfekt bei dritten - und langen - Versuchen war.

Vorteil: Patriots.

Running Backs Rams vs. Linebacker Patriots

  • Todd Gurley, C.J. Anderson, John Kelly vs. Dont'a Hightower, Elandon Roberts, Kyle Van Noy

Kein Team hat in dieser Saison ein stärkeres Laufspiel auf die Beine gestellt als die Los Angeles Rams. Laut Football Outsiders kamen sie auf 22,1 Prozent DVOA im Laufspiel, knapp 10 Prozent besser als die zweitplatzierten Carolina Panthers.

Es ist daher nicht überraschend, dass Gurley das Jahr als bester Running Back nach DVOA (23,7 Prozent) und DYAR (367) abschloss, zudem die meisten Rushing-Touchdowns (17) in der Liga erzielte. Und er verlor keinen einzigen Fumble.

Dass er die Saison und auch Teile der Playoffs über ein wenig in den Hintergrund rückte, lag an einer offenbar hartnäckigeren Knieverletzung als die Rams zugeben wollten. Doch seine Produktion wurde ohne größere Einbußen von C.J. Anderson weitergeführt. Der wiederum war eine späte Addition zum Kader und lief danach äußerst effektiv. Unter allen Rushern mit weniger als 100 Carries war er mit Abstand der Beste bei den Defense-adjusted Yards Above Replacement mit 138. Einen besseren Backup findet man also in dieser Liga aktuell nicht.

Die größte Schwäche der Patriots-Defense in dieser Saison wiederum war das Laufspiel. Zeitweilig stoppten sie niemanden, hatten Probleme beim Tackling und schafften es kaum, die Edges zu setzen. Erst spät in der Saison und dann in den Playoffs klappte das immer besser. Besonders in den Playoffs gelang es, die Ground Games der Chargers (10 CAR/19 YDS) und Chiefs (12 CAR/41 YDS) weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Allerdings half hier auch die Offense gewaltig, denn durch frühe Führungen stand der Gegner ständig unter Druck und ging aggressiver aufs Passspiel.

Wirklich hervorheben kann man aus dieser Unit eigentlich niemanden richtig, denn erstens ist gerade Roberts als Straight-up-Run-Stopper nicht allzu häufig auf dem Feld, weil die Patriots wohl auch gegen die Rams meist auf 11-Personnel treffen und damit eher in Nickel- und Dime-Formationen arbeiten werden. Und zweitens sind auch die Linebacker Game-Plan-abhängig. Gegen die Chiefs etwa tat sich Van Noy mit 10 Tackles hervor und sorgte mit ein paar Blitzes zudem für zwei Sacks.

Unterm Strich dürfte es dem nun wieder sicherer wirkenden Linebacker-Corps der Patriots gegen die beste Rush Offense der Liga aber deutlich schwerer als noch in den ersten beiden Playoff-Runden fallen, den Gegner zu stoppen.

Vorteil: Rams.

Running Backs Patriots vs. Linebacker Rams

  • Sony Michel, James White, Rex Burkhead und James Develin vs. Dante Fowler Jr., Mark Barron, Cory Littleton, Samson Ebukam

Die Patriots investierten vor der Saison einen Erstrundenpick in Running Back Sony Michel. Ein klares Statement zur Stärkung des Laufspiels, nachdem es bislang Usus war in Foxborough, Running Backs eher günstig in späteren Runden oder gar aus den Tiefen der Free Agency zu holen. Michel jedoch wurde vom Start weg trotz anfänglicher Verletzungsprobleme gepusht und steigerte sich Woche für Woche.

Gerade in den Playoffs brillierte er bislang mit 5 Touchdowns und 4,6 Yards pro Carry. Auch gegen die Rams wird er der Featured Back sein. Doch auch Burkhead und White werden diverse Touches erhalten, zumal beide auch gefährliche Passempfänger für Brady aus dem Backfield sind. Burkhead fungierte gegen KC überdies als eine Art Closer und erzielte zwei Red-Zone-Touchdowns, darunter den zum Sieg.

Develin wiederum macht häufig den Weg frei und gilt als sicherer, wenn auch wenig beweglicher Receiver, wenn Brady doch mal in seine Richtung schaut.

Wie wertvoll Develin für New England, das vor seiner Ankunft jahrelang weitestgehend auf einen Fullback verzichtet hatte, ist, zeigt dieser Fakt: Seit 2014 erreichte New England immer den Super Bowl, wenn Develin die Saison über fit war und durchspielte. 2015 verpasste er die komplette Saison mit einem Schienbeinbruch in der Preseason und die Patriots scheiterten im Championship Game.

Dagegen stellen die Rams eine Run-Defense, die in der Regular Season Platz 28 belegte (1,5 Prozent DVOA). In den Playoffs aber hatten auch sie dann wenig Mühe, das Ground Game in Schach zu halten. Die sonst so explosiven Saints schafften lediglich 48 Yards auf dem Boden (2,3 im Schnitt), die Cowboys davor auch nur 50 (2,3 im Schnitt).

Gerade Littleton zeigte sehr viel Präsenz und führte das Team in beiden Spielen in Tackles an. Ebukam und Fowler sind hier vielleicht die größten Schwachstellen, haben sie ihre Qualitäten doch eher im Pass-Rush, während New England sehr gerne Off-Tackle-Läufe wählt. Zudem zeigten die Rams auch gegen New Orleans bereits Schwächen in der Coverage von Running Backs im Passspiel, was gegen die Patriots zwingend ein Faktor wird.

Vorteil: Patriots.

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