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NFL

Brady und die Patriots wieder im Super Bowl: Das Feuer brennt noch immer

Tom Brady steht mit den New England Patriots zum neunten Mal im Super Bowl.

Tom Brady steht auch mit 41 Jahren noch auf der Höhe seines Schaffens - und mit den New England Patriots im Super Bowl. Die Ergebnisse sind geblieben, doch der größte Quarterback aller Zeiten hat sich verändert.

Das ändert jedoch nichts an der Anerkennung seiner Teamkollegen oder seiner Motivation.

Am Ende steht es 31:31, es geht in die Overtime und die Patriots gewinnen den Coin Toss - und damit auch das AFC Championship Game. Es folgt nämlich ein nahezu perfekter Game-Winning Drive, der 57. in der geschichtsträchtigen Karriere von Tom Brady - der zwölfte in den Playoffs - und ein Ticket für Super Bowl LIII.

Für Brady ist es die neunte Teilnahme am größten Spiel einer jeden Saison - jede andere Franchise war höchsten acht Mal im Super Bowl aktiv. Es ist schwierig, dieser Tage noch Superlative zu finden, um das, was Brady Jahr ein, Jahr aus leistet, zu beschreiben.

Diese Saison lief sicherlich für alle Beteiligten schwieriger ab als viele zuvor. Brady lieferte unterm Strich keine ganz so gute Spielzeit ab - vor allem im Vergleich zu seiner MVP-Kampagne 2017. Zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen.

Schaut man jedoch auf die Statistik, waren die Zahlen weitestgehend gleich. Es waren letztlich drei Touchdowns weniger, dafür drei Interceptions mehr. Zudem verloren die Patriots erstmals seit 2009 wieder mehr als vier Spiele - es waren überhaupt erst zum vierten Mal mehr als vier Pleiten mit Brady als Starter - 2008 nicht inbegriffen, als er sich im ersten Saisonspiel das Kreuzband riss.

Tom Brady: Das Feuer brennt - heißer als sonst

Doch all das wischte Brady mit einer bislang nahezu perfekten Postseason weg. Und mit einem Feuer, das selbst für den GOAT eine neue Temperatur erreicht zu haben scheint. Vor dem Chiefs-Spiel soll er verkündet haben, der "Baddest Motherfucker on the Planet" zu sein. Er scheint also auch Pulp Fiction zu mögen.

Nach dem am Ende durchaus überraschend klaren Erfolg über die Chargers im Divisional Game - die Chargers hatten in der Regular Season sogar ein Spiel mehr gewonnen als die Patriots - offenbarte Brady Einblicke, die sonst nicht von ihm zu bekommen waren. Er sagte unter anderem: "Jeder glaubt, dass wir scheiße sind und nicht gewinnen können. Aber wir werden sehen."

Die Patriots als Underdog? Eigentlich undenkbar, doch im AFC Championship Game hatten die Buchmacher in Vegas New England als eben solchen gehandelt, -3 hieß die Line aus Sicht der Chiefs, diese waren also mit drei Punkten Favorit. Man muss schon sehr lange zurückgehen, um ein Spiel zu finden, in dem New England nicht als Favorit gehandelt wurde.

Die New England Underdogs begannen stark, wackelten zwischendrin und verließen sich dann auf ihren Quarterback, der gerade im finalen Drive an Super Bowl LI und die Vollendung des größten Comebacks in der Geschichte dieser Spiele erinnerte. Brady war auf einer Mission und perfekt bei dritten Versuchen (3/3).

Nach Super Bowl LI vor zwei Jahren gegen die Atlanta Falcons sagte Safety Duron Harmon, dass er vorm OT-Drive zum Sieg seine Schnürsenkel aufgemacht hatte und total entspannt war. Er "wusste", was kommen würde: Ein Game-Winning Drive von Nummer 12. Und dieses Mal? "Dasselbe Gefühl. Wir wissen einfach, was in ihm steckt, dieser Antrieb, den er hat. Wir wissen, dass er liefert wird, wenn wir ein Play brauchen. Und er macht das ja immer und immer wieder."

Die neue Offenheit des Tom Brady

Wide Receiver Chris Hogan, der über weite Teile der Saison kaum eine Rolle gespielt hatte und gerade gegen KC einige wichtige Receptions hatte, sagte: "Ich kann nicht mal anfangen, 12 zu beschreiben. Jedes Jahr suchen die Leute nach Gründen, um ihn abzuschreiben. Aber es gibt einfach keine. Er kommt her, bereitet sich wie kein anderer vor und ist der beste Wettkämpfer, mit dem ich je zusammengespielt habe. In diesen wichtigen Momenten will ich genau das 'under Center'."

Nach dem Spiel überraschte Brady dann mit einem Video von sich und Gronk auf Instagram, beide grinsend, gut gelaunt und locker. Kurz nach dem Spiel. Vor ein paar Jahren noch wäre ein solches Video von Brady fast undenkbar gewesen.

Doch Brady, mittlerweile 41 Jahre alt, hat sich verändert. Außerhalb des Platzes jedenfalls. Bereits im Vorjahr gewährte er mit der Dokumentation Tom vs. Time auf "Facebook live" Einblick in seine Welt. Den Kampf gegen die Zeit kämpft er immer noch - offenkundig immer noch mit Erfolg.

Vor Wochen schon betonte Brady zum wiederholten Male, dass er nicht nur plane, die Saison 2019 zu spielen, sondern auch darüber hinaus. Bis 45 am besten. Oder doch länger?

Auch in diesem Jahr wird diese Frage wieder aufkommen. Ganz besonders dann, wenn es in Atlanta tatsächlich zum sechsten Ring reichen.

Was gäbe es noch, wofür er spielen könnte? Einen weiteren Super Bowl natürlich.

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