NFL

Free Agency: Colts, Browns, 49ers und Co. - was machen die Cap-Könige?

Einige Teams gehen mit signifikant mehr Cap Space in die diesjährige Free Agency - wie könnte der Fahrplan für diese Franchises aussehen?
© getty
Cookie-Einstellungen

Anm. d. Red.: Die Cap Space Zahlen der Teams stammen von Spotrac und beinhalten bereits die diesjährigen Draft-Picks der Teams, prognostiziert anhand der jeweiligen Draft-Slots.

Buffalo Bills

Top 51 Cap Space: 78 Mio. Dollar

Größte Needs: O-Line, WR

Genau wie die Cardinals haben auch die Bills ihre erste Verpflichtung schon getätigt, und sich vor dem Start der Free Agency bereits einer Baustelle gewidmet: Center Spencer Long unterschrieb für drei Jahre und 12,6 Millionen Dollar. Right Guard und Right Tackle stehen damit aber weiterhin auf der To-Do-Liste für eine Offensive Line, die nach den hochkarätigen Abgängen im Vorjahr weiterhin generalüberholt werden muss.

Das gilt auch für das Receiving-Corps. Robert Foster und Zay Jones sind aktuell die Starting-Wideouts der Bills, Buffalo hat eines der schlechtesten Wide-Receiver-Corps der Liga. Man mag von Josh Allen halten, was man will, doch die Voraussetzungen könnten entschieden besser sein.

Buffalo sollte versuchen, mit seinem Cap Space die Line weiter zu stabilisieren, Ja'Wuan James von Division-Rivale Miami etwa könnte die Right-Tackle-Problemzone adressieren. Sollten sich Saffold und die Rams nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen, wäre der zuletzt so starke Guard eine glänzende Verstärkung für das Zone Blocking Scheme der Bills.

Bei der Auswahl möglicher Receiver-Fits ist noch eine grundlegendere Frage zu stellen: Welche Art Offense wollen die Bills mit Josh Allen eigentlich sein? Wie sollen die Passing Designs künftig konkret aussehen? Und welchen Receiver-Typ bevorzugt Buffalo dafür?

Mögliche Free Agent Fits:

  • Donte Moncrief, WR, Jaguars
  • Golden Tate, WR, Eagles
  • Rodger Saffold, OG, Rams
  • George Fant, OT, Seahawks (RFA)
  • Ja'Wuan James, RT, Dolphins
  • Trent Brown, OT, Patriots

San Francisco 49ers

Top 51 Cap Space: 76 Mio. Dollar

Größte Needs: Edge, DB, LB

Nach der massiv enttäuschenden vergangenen Saison könnten die Niners in Position sein, um 2019 tatsächlich anzugreifen - mit der Hilfe ihres reichlich vorhandenen Cap Spaces und den hohen Draft Picks. Der Frontloaded Contract von Jimmy Garoppolo resultierte in einem Cap Hit über 37 Millionen Dollar für einen verletzten Quarterback in einer verlorenen Saison - Garoppolo belastet den Salary Cap in diesem Jahr mit nur 19,6 Millionen Dollar.

Generell haben die Niners lediglich zwei Spieler - Left Tackle Joe Staley (10,9 Mio.) ist der andere, die einen Cap Hit von über zehn Millionen Dollar haben. Gerade in der Defense sind mit Solomon Thomas, DeForest Buckner, Arik Armstead, Fred Warner, Adrian Colbert und Ahkello Witherspoon eine Vielzahl an (potentiellen) Startern noch mit dem Rookie-Vertrag gebunden.

Auch nächstes Jahr gibt es kaum kritische angehende Free Agents - von Staley mal abgesehen, der vor dem Start der kommenden Saison allerdings auch 35 Jahre alt wird. Anders gesagt: San Francisco sollte jetzt sein Titelfenster mit aller Macht aufstoßen; und dafür gilt es, mehrere Baustellen mit dem großen Cap Space zu adressieren.

Mit der Entlassung von Reuben Foster wurde Linebacker endgültig ein größerer Need - trotz der guten Rookie-Saison von Fred Warner. Edge-Rusher ist dagegen schon seit einer Weile eine massive Problemzone, hier könnte ein Spieler wie Trey Flowers der Defense eine ganz neue Ausrichtung geben.

Und auch in der Secondary besteht Bedarf. Wie entwickelt sich Witherspoon nach seiner massiv enttäuschenden Saison? Zumindest der Free-Safety-Spot sollte ebenfalls adressiert werden, Earl Thomas würde perfekt in die an die Cover-3-Defense der Seahawks angelehnte 49ers-Defense unter Defensive Coordinator und Ex-Seahawks-Assistent Robert Saleh passen und könnte mit Richard Sherman wiedervereint werden.

Offensiv ist das Wide-Receiver-Corps zu nennen. Pierre Garcon ist weg, Dante Pettis bei allen vielversprechenden Anlagen noch ein unbeschriebenes Blatt - es ist kein Zufall, dass San Francisco so konstant mit Antonio Brown in Verbindung gebracht wird.

Mögliche Free Agent Fits:

  • Earl Thomas, FS, Seahawks
  • Frank Clark, DE, Seahawks
  • Trey Flowers, DE, Patriots
  • C.J. Mosley, ILB, Ravens

Houston Texans

Top 51 Cap Space: 74 Mio. Dollar

Größte Needs: O-Line, WR

Die Texans, als das einzige Playoff-Teams neben den Colts in dieser Liste, fallen etwas aus der Reihe, und das aus zweierlei Gründen. Zunächst einmal könnte einiges an Geld noch für einen neuen Vertrag von Jadeveon Clowney drauf gehen, auch Tyrann Mathieu würde wohl nicht billig werden, sollte er verlängern. Nächstes Jahr folgt dann Whitney Mercilus.

Der andere Grund ist der restliche Kader der Texans. Houston hat ebenfalls seinen Quarterback noch für mehrere Jahre günstig unter Vertrag, der Kader aber hat weniger Löcher, als man mit Blick auf den Cap Space vermuten könnte; die größte Baustelle ist dafür allerdings von eklatanter Natur.

Die Offensive Line war in der vergangenen Saison ein riesiges Problem. Platz 32 nach Football Outsiders' Adjusted Sack Rate Metrik, Deshaun Watson stand bei 44,7 Prozent seiner Dropbacks unter Druck - so ist langfristiger Erfolg nicht möglich, was Watson und DeAndre Hopkins trotz dieser Umstände in der vergangenen Saison gezeigt haben, war schon über alle Maßen eindrucksvoll.

Center Nick Martin sowie Right Guard Zach Fulton waren dabei vergleichsweise die Lichtblicke, Right Tackle Seantrel Henderson hat gerade einen neuen Vertrag unterschrieben. Die linke Seite der Line allerdings muss adressiert werden. Trent Brown, Ty Nsekhe - Houston muss hierauf seinen Fokus in der angehenden Free Agency richten. Steelers-Guard Ramon Foster, der gut in das Hybrid-Blocking-Scheme bestehend aus Outside Zone und Power passen sollte, wäre ebenfalls ein massives Upgrade.

Eine zweite Möglichkeit, um in die Offense zu investieren, liegt im Receiving-Corps. Das Experiment mit Demaryius Thomas klappte letztlich nicht, der Ansatz aber war richtig: Es wäre sinnvoll, noch in einen physischen Possession-Receiver zu investieren, der ein Komplementär-Spieler zu Hopkins und Will Fuller sein kann. Pierre Garcon könnte diese Rolle einnehmen, eine Preisklasse darüber könnten die Texans sich an Golden Tate versuchen.

Mögliche Free Agent Fits:

  • Ty Nsekhe, OT, Redskins
  • Ramon Foster, OG, Steelers [Texans: Hybrid Outside Zone/Power Scheme]
  • Trent Brown, OT, Patriots
  • Pierre Garcon, WR, 49ers
  • Golden Tate, WR, Eagles
Inhalt:
Artikel und Videos zum Thema