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NFL: Zu klug für Football? Die unglaubliche Debatte um Josh Rosen

Von Pascal De Marco
Montag, 16.04.2018 | 10:27 Uhr
Josh Rosen warf bei den UCLA Bruins 2017 für 26 Touchdowns.
© getty
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Josh Rosen ist eines der Top-Quarterback-Prospects im anstehenden Draft. Wie bei jedem Spieler, der in den Draft eintritt, gibt es aber auch bei ihm Fragezeichen, die den Spieler begleiten. Zweifel, wie sie im Falle von Rosen allerdings zum Ausdruck gebracht worden sind, haben eher Seltenheitswert. Nach der Meinung einiger könnte der UCLA-Absolvent zu klug für Football sein. Seine Interessen abseits des Football-Platzes könnten einer großen Karriere im Wege stehen.

Womöglich ist er der Quarterback, der bereits am weitesten von all denjenigen ist, die Ende des Monats im Draft das "Gesicht" einer Franchise werden wollen. Derjenige, der das breiteste Spektrum an verschiedenen Würfen anbietet und diese technisch am besten umsetzt. Derjenige, der auch unter alles andere als idealen Umständen bei den UCLA Bruins zeigte, dass er die für NFL relevanten Faktoren umsetzten kann.

Selbstverständlich gibt es allerdings Begleiterscheinungen, die Coaches und Scouts aus der NFL Sorgenfalten auf die Stirn werfen. Da wäre die Geschichte mit dem Bild vom Whirlpool im eigenen College-Appartement oder dem Golf spielenden Rosen mit der "F*ck Trump"-Mütze auf einem Golfplatz in Besitz von Donald Trump. Weitaus kurioser als diese aus reiner Football-Perspektive eher harmlosen Aktivitäten allerdings sind die Zweifel, ob Rosen nicht "zu intelligent" sei, um Football-Profi zu werden.

Rosens Interessen und Aktivitäten neben dem Platz könnten zu einer Belastung werden. Zu einer Ablenkung, die ihn davon abhalten, zu dem Leader und dem Football-liebhabenden Spieler zu werden, dessen unbändiger Wille und die Passion für das Spiel einen derart beeinflussenden Charakter auf die Mitspieler haben, dass sie ihrem Quarterback auch in den Krieg folgen würden.

Josh Rosens College-Statistiken

JahrTeamSpieleCompletionsAttemptsPercentageYardsYards/Att.TDINT
2015UCLA1329248760,03.6697,52311
2016UCLA613723159,31.9158,3105
2017UCLA1128345262,63.7568,32610
Gesamt 7121.17060,99.3408,05926

Josh Rosen und das Leben neben dem Platz

Rosen ist in wohlhabenen Verhältnissen aufgewachsen und spricht sich so gerne für das Wohl der weniger "vom Glück gesegneten" Personen aus, wie er sich für diese einsetzt. Ein junger Mann, der nicht auf das Geld angewiesen ist, es aber sammelt, um damit denen zu helfen, die es brauchen.

Er interessiert sich dabei für alle möglichen Themen und äußert sich zu gesundheitlichen wie politischen und zu religiösen wie sozialen Angelegenheiten. "Diese ganze CTE-Sache ist vollkommen überzogen", sagte Rosen auf die Frage, was er über Gehirnerschütterungen im Football denkt. Dabei sind seine Äußerungen niemals ohne größere Hintergedanken in den Raum geworfen. Er versucht den Dingen auf den Grund zu gehen und gibt sich selten mit den Antworten zufrieden, die er findet.

"Die NFL sollte sich mehr über die Renten Gedanken machen, als über CTE", so Rosen weiter. "Bei so vielen Kopf-an-Kopf-Stößen werden immer wieder unglückliche Dinge passieren. Aber zumindest bekommen die Spieler hier Millionen von Dollar. Im College passieren die gleichen Unfälle, aber für was? Was bekommen College-Spieler im Gegenzug? Bildung? Dafür sollte man den Kopf doch einsetzen: Für Bildung!"

"Alles was Josh sagt und alles was er macht, erfüllt einen Zweck", erklärt sein High-School-Kumpel Matt Katnick. "Über nichts von dem, was er sagt, hat er sich vorher keine Gedanken gemacht."

So ist auch die Frage zu CTE eine, dessen Brisanz er versteht, allerdings noch nicht tiefgreifend genug in der Materie ist. "Es ist beängstigend, keine Frage. Aber wir akzeptieren es, wenn wir uns für dieses Spiel entscheiden. Ich weiß nicht genug über die Krankheit, um darüber zu urteilen. Ich werde mich nicht zum Thema CTE oder Gehirnerschütterungen äußern, bis ich nicht alle Fakten dazu kenne."

Josh Rosen "will immer und überall der Beste sein"

Wenn Football der eine Teil seiner Leidenschaft ist, dann sind die Debatten über alle möglichen Themen des Lebens der andere. "Oh ja, ich liebe es", sagt Rosen. "Wenn jemand irgendein Problem hat, dann kann er sich setzen und wir reden darüber."

Dies hatte auch Einfluss auf die Arbeit bei UCLA. So begannen die Quarterback-Meetings mit einer zwei-minütigen "Josh Period", bei der Quarterbacks-Coach Marques Tuiasosopo Zeit gewährte, um zunächst über alle Dinge zu diskutieren, die gerade seine Gedanken durchkreuzten. Er sollte sich von den sogenannten "Josh-Tangenten" befreien, bevor die Teammitglieder zur Sitzung dazustoßen würden.

"Ich glaube wirklich, dass er einfach immer und überall der Beste sein will", versuchte Tuiasosopo die Frage nach dem Bestreben Rosens zu beantworten. "Der Beste oder sogar noch besser, weil er einfach durch nichts überrascht werden will."

Jim Mora erschwert Josh Rosens Weg

Rosens Coach bei UCLA, Jim Mora, sorgte in der Draft-Vorbereitung zuletzt mit öffentlichen Äußerungen dafür, dass die Chancen auf einen Number-One-Pick des ehemaligen Schützlings weitaus geringer geworden sind. Konkurrent Sam Darnold würde eigentlich besser nach Cleveland passen.

Und nicht nur das. Damit Rosen sich nicht langweilt, müsse er laut Mora "intellektuell herausgefordert werden. Er ist ein Millennial, er will den Grund hinter den Dingen wissen. Wenn man seine Konzentration und seinen Fokus für ein paar Jahre ausschließlich auf Football richten kann, dann kann er die Welt erobern."

Zwar erklärte Rosen zuletzt, dass solange er in der Liga spielen wird, nichts den Weg seiner Liebe für Football durchkreuzen kann und er nach Perfektion auf dem Feld strebt, doch äußerten sich auch NFL-Scouts besorgt: "Seine Persönlichkeit könnte für einige Teams durchaus zu einem Problem werden. Einige wollen, dass ihr Franchise-Player, speziell im Falle des Quarterbacks, nicht für große Aufmerksamkeit neben dem Platz sorgt."

Josh Rosen: Parallelen zu Aaron Rodgers bestehen

Ein anderer Scout hingegen sieht beim Szenario von Rosen Parallelen zu dem beim Draft von Aaron Rodgers. Rodgers hatte 2005 das Talent dazu, mit dem ersten Pick gezogen zu werden, allerdings wurden die San Francisco 49ers damals in den Interviews vor dem Draft abgeschreckt. Rodgers wurde schließlich erst auf 24 gezogen.

Genau wie Rosen soll Rodgers auf dem College alle Dinge hinterfragt haben. Das erklärte der ehemalige Bears-Head-Coach Jeff Tedford. "Das ist genau der Spieler, den du haben willst", sagte Tedford. "Der, der nach dem Warum frägt und es auch genau verstehen will, weil er es eines Tages auf seinem Weg brauchen könnte."

Eine Einstellung, die Rosen im Elternhaus gelernt hat. Beide waren sowohl sportlich als auch in der Zeit nach der sportlichen Karriere erfolgreich. Sie waren nationale Goldmedaillengewinner im Eiskunstlauf. Die Mutter anschließend Buchautorin, während der Vater Orthopäde wurde, der sogar zum engeren Kreis für den Poston des Sanitätsinspekteurs in der Regierung von Barack Obama zur Auswahl stand.

"Meine Eltern sind großartig", sagt Rosen. "Sie haben mich darin bekräftigt, den Dingen auf den Grund zu gehen und nach Antworten zu suchen. Wenn das heißt, dass ich meinen Standpunkt vertreten und ihn verteidigen soll, dann soll es so sein."

Josh Rosen: Probleme mit Teamkameraden?

Neben den Fragen nach seiner Einstellung zum Football musste Rosen sich auch die gefallen lassen, die ihm Probleme mit seinen Teamkollegen nachsagten. Rosen soll unbeliebt gewesen sein, aufgrund des reichen Elternhauses. Er soll bevorzugt worden sein und über größere Berechtigungen als andere verfügt haben.

Derartige Berichte wurden nicht nur von Teammitgliedern, sondern auch von Rosen selbst verneint. "Ich bin ziemlich sicher, dass meine Mitspieler bemerkt haben, wie sehr ich mich um sie gekümmert habe", sagte Rosen bei ESPN.

"Ich will individuelle Beziehungen aufbauen und verstehen, wie gewisse Menschen reagieren. Hilft einem eher ein Tritt in den Hintern oder ist es bei einem besser, ihn aufzubauen, weil er selbstkritisch ist? Ich nehme mir die Zeit und versuche das Beste aus jedem einzelnen herauszukitzeln."

Josh Rosen gesteht: "So klug bin ich nicht"

Rosen ist sich der Verantwortung bewusst, die auf ihn zukommt. Er weiß, dass er noch nicht bereit für sie ist, aber er ist so bereit, wie er im Moment sein kann. Die "Schläge", die er im College einstecken musste, haben ihn "für das Feuer in der NFL vorbereitet".

Der Quarterback bekräftigt seine Aussagen nach der Passion für das Spiel dadurch, dass er "es eigentlich nicht spielen muss. Viele Spieler brauchen das Spiel. Sie brauchen das Geld und spielen teilweise aus Gewohnheit. Ich brauche es nicht und gebe trotzdem alles."

Rosen bezeichnet sich als den besten Quarterback im Draft. Als den "effizientesten und konstantesten". Ex-Coach Mora erwähnte, dass er sicherstellen will, dass sich Rosen bewusst darüber ist, wie er von den Entscheidungsträgern in der NFL bewertet wird: "Will er ein Johnny Manziel oder ein Tom Brady sein?" - Rosen hat darauf eine klare Antwort: "Wenn Tom Brady sechs Titel gewonnen hat, dann will ich sieben!"

Josh Rosen: Fokus auf ein Thema!

Das Zeug zum Quarterback in der NFL bringt Rosen allemal mit. Um derartige Ziele zu erreichen ist er allerdings doch gut darin beraten, sich voll auf ein Thema zu fokussieren. Dies ist ein Grund, warum er frühzeitig das College verlassen hat. Das Streben nach guten Noten in der Schule, guten Leistungen auf dem Feld und professionellem Networking zur gleichen Zeit hat dazu geführt, dass er sich keiner Thematik mit voller Konzentration widmen konnte.

Nun soll es die NFL und auch ausschließlich die NFL sein. "Und wenn diese entscheidet, dass ich nicht gut genug bin, dann werde ich eben der absolut Beste in der nächsten Sache, die ich in meinem Leben mache."

So bleibt nur noch eine Frage zu klären: Ist Josh Rosen zu klug für die NFL? - "In der NFL spielen sogar Mathematiker", sagt Rosen zu dem Thema selbst. "So klug bin ich nicht. Ich habe nicht den IQ, den andere haben. Ich interessiere mich nur sehr. Ich mag es zu lesen und zu lernen und weil ich die Wahrheit schätze, rede ich auch gerne darüber."

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