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Chicago Bears - Minnesota Vikings: Ergebnis, Analyse, Highlights

Trubisky-Drama! Vikings schlagen Chicago

Dienstag, 10.10.2017 | 05:55 Uhr
Die Minnesota Vikings haben ihr Week-5-Duell mit den Chicago Bears für sich entschieden
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Die Minnesota Vikings schließen Week 5 mit einem Division-Auswärtssieg ab: Bei den Chicago Bears gab es einen mitunter wilden Erfolg voller Story-Lines: Das Debüt von Mitchell Trubisky hatte Licht und Schatten, Chicago aber kam mit einigen irren Plays in die Endzone und sorgte so für eine spannende Schlussphase. Bei den Vikes derweil war Sam Bradford zurück - allerdings nur kurz.

Der Quarterback kehrte nach vermeintlich überstandener Knieverletzung zurück. Bradford (5/11, 36 YDS) allerdings wirkte weit entfernt von 100 Prozent, vielmehr agierte er ungenau und war in keinster Weise in der Lage, sich in der Pocket zu bewegen. So angeschlagen gab er der eigenen Offense keinerlei Chance, bis Minnesota schließlich Sekunden vor der Halbzeitpause Case Keenum (17/21, 140 YDS, TD) brachte, was dem Team ein ganz anderes Gesicht gab.

Die Augen aber waren ohnehin primär auf den Quarterback auf der anderen Seite gerichtet: Mitchell Trubisky kam zu seinem ersten NFL-Start und hinterließ einen sehr guten Eindruck. Trubisky (12/25, 119 YDS, TD, INT) schien sich in der Offense mehr als wohl zu fühlen und hatte früh einige tolle Pässe, leistete sich jedoch auch einige Fehler. Ein großes Problem auf beiden Seiten allerdings waren Strafen, unter anderem die Defizite in Chicagos Receiving-Corps machten auch Trubisky das Leben schwer.

So war es ein von vielen, vielen Flaggen und Defense geprägtes Spiel, in dem ein Safety der Bears-Defense für Chicagos erste Punkte sowie ein Sack-Fumble der Vikings-Defense ultimativ für Minnesotas erste Zähler sorgte. Dieser Spielfluss änderte sich erst mit Keenum, der Minnesotas Offense ein anderes Gesicht gab und direkt nach der Halbzeit einen Touchdown-Drive dirigierte - plötzlich war es ein explosives Spiel: Chicago kam per Fake-Punt-Touchdown ran, McKinnon stellte den alten Abstand via 58-Yard-TD-Run her.

Und es wurde noch verrückter: Trubiskys erster NFL-Touchdown-Pass landete mit Glück abgefälscht in den Armen von Miller, bei der 2-Point-Conversion packten die Bears dann ein irres Trick-Play aus - Ausgleich! Chicago hatte dann sogar die Chance, das Spiel mit einem späten Game-Winning-Drive zu gewinnen, doch hier endete die mögliche Märchen-Debüt-Story. Tief in der eigenen Hälfte warf Trubisky eine unverzeihliche Interception, im Gegenzug ließ Minnesota die Uhr runter laufen und schoss aus 26 Yards den Game Winner.

Die wichtigsten Statistiken

Chicago Bears (1-4) - Minnesota Vikings (3-2) 17:20 (2:0, 0:3, 7:14, 8:3) BOXSCORE

  • Die Geschwindigkeit von Minnesotas Defense war vor allem eindrucksvoll sichtbar, wenn die Vikings Tarik Cohen verteidigen mussten. Jordan Howard (19 ATT, 76 YDS) konnte einige gute Runs durch die Mitte anbringen, Cohen dagegen wurde oftmals im Backfield gestoppt und hatte keine Chance, Runs nach außen zu bringen. Bei sechs Versuchen standen so letztlich 13 Yards.
  • Auch Vikings-Back Latavius Murray aber hatte einen schweren Stand. Zwölf Runs für 31 Yards - der Startplatz sollte vorerst McKinnon sicher sein. Sensationelles Spiel dagegen von Harrison Smith: Minnesotas All-Pro-Safety wurde in Coverage vier Mal attackiert, dabei ließ er einen Catch zu - für -3 Yards. Seine Interception war letztlich die entscheidende Szene.
  • Die Bears stehen unter John Fox jetzt bei zehn Siegen und 27 Niederlagen in den letzten drei Jahren. Nur die 49ers und die Browns haben über diesen Zeitraum weniger Siege.
  • Derweil hatte Minnesota seinerseits Probleme im Passspiel, was angesichts der Bears-Secondary nicht unbedingt erwartbar war. Mit Adam Thielen fing nur ein Wide Receiver mehr als einen Pass (5 REC, 34 YDS), der Großteil der Pässe ging zu den Running Backs und den Tight Ends (15 REC, 119 YDS).

Die Stimmen zum Spiel

Mike Zimmer (Head Coach Vikings, über Bradford): "Seine Verletzung ist wieder aufgebrochen, als er ein Tackle eingesteckt hatte. Ich dachte, dass es das Beste für ihn ist, ihn raus zu nehmen. Er wollte nicht raus kommen, aber ich wollte nicht, dass er sich noch schlimmer verletzt. Im Training hatte er gut ausgesehen. Wir hätten ihn nicht aufgestellt, wenn er nicht fit gewesen wäre."

John Fox (Head Coach Bears, über Trubisky): "Er hat, was es braucht. Da gibt es für mich keinen Zweifel. Der Unterschied in diesem Spiel war unsere Turnover-Ratio von -2."

Das entscheidende Duell: Minnesotas Secondary vs. Chicagos Receiver

Dass Chicago kein gutes Wide-Receiver-Corps hat, ist kein Geheimnis und auch den Verletzungen geschuldet. Gegen Minnesota war es einmal mehr ein eklatantes Mismatch: Vikings-Corner Xavier Rhodes wurde kein einziges Mal getestet, Kendall Wright war mit vier Receptions für 46 Yards Chicagos produktivster Wide Receiver. Kein anderer Wide Receiver fing mehr als einen Pass, hier wird schnell viel Arbeit auf Trubiskys Schultern liegen.

Der Knackpunkt: Trubiskys Interception

Es war ein vielversprechendes Debüt - doch letztlich unterlief Trubisky der entscheidende Fehler. Gut zwei Minuten vor dem Ende hatte Chicagos Defense den Punt erzwungen, Trubisky bekam den Ball kurz vor der eigenen Endzone. Bei First Down hatte er etwas Zeit und ging durch seine Reads, lief dann aber aus der sauberen Pocket und traf eine desolate Entscheidung: Ein später Pass in Richtung seines Tight Ends, der von Harrison Smith hauteng gedeckt war. Mit dem Pick war Minnesota direkt in Field-Goal-Reichweite.

Der Star des Spiels: Jerick McKinnon

Lange hatte Minnesota kaum ein nennenswertes Run Game, und auch wenn die Offense mit Keenum deutlich besser aussah: Den Unterschied machte letztlich McKinnon aus. Mehrere explosive Runs - darunter der 58-Yard-Touchdown - hielten Vikings-Drives am Leben, zunehmend suchte Keenum den Running Back auch in kritischen Situationen im Passspiel. Am Ende standen 95 Rushing- und 51 Receiving-Yards (beides die Vikings-Top-Werte) sowie eine Art Dalvin-Cook-Light-Rolle für McKinnon, die er in den kommenden Wochen noch häufiger einnehmen könnte. Seine 47 Snaps gegenüber Murrays 22 sprechen eine klare Sprache. Ebenfalls stark: Leonard Floyd und Akiem Hicks aufseiten der Bears, Everson Griffen bei Minnesota.

Der Flop des Spiels: Minnesotas Entscheidung für Bradford

Bradfords Verletzung war etwas undurchsichtig, zu 100 Prozent scheint immer noch nicht klar, wie schwer die Knieprobleme tatsächlich waren. Nach diesem Spiel muss man sagen: Bradford kam definitiv zu früh zurück. Der sonst so genaue Passer hatte von Anfang an beachtliche Ungenauigkeiten in seinem Spiel, über- oder unterwarf Receiver und hatte so großen Anteil daran, dass die Vikes das erste Viertel ohne First Down und mit -5 Passing-Yards beendeten. In der Pocket konnte er sich gar nicht bewegen und spielte im Laufe der Partie immer ängstlicher. Der Safety ging voll auf seine Kappe und später hatte er riesiges Interception-Glück. Es war die einzig richtige Entscheidung, den Quarterback-Wechsel vorzunehmen.

Die Taktik-Tafel

  • Chicagos Offense nahm die erwartbaren Veränderungen vor, um sich an Trubisky anzupassen. Bedeutete im Klartext: Viel Play Action, viel Bewegen der Pocket, viele kurze, sichere Pässe für Trubisky. Dabei waren auch einige One-Read-Plays und einiges an No-Huddle zu sehen, um Minnesotas Defense möglichst simpel zu halten. Trubisky wirkte von Anfang an deutlich komfortabler in der Offense, als das bei Mike Glennon bislang der Fall war und zeigte fließende Bewegungen. Er spielte entschieden schneller, mental wie physisch.
  • Gleichzeitig verließ Trubisky die Pocket allerdings teilweise zu überhastet. 37,5 Prozent seiner Pässe kamen von außerhalb der Pocket, die zweithöchste Rate für einen Quarterback über die letzten beiden Jahre.
  • Dabei schien es eine Richtlinie zu sein, Xavier Rhodes zu vermeiden. Trubisky bediente über weite Strecken fast ausschließlich die Mitte oder die rechte Seite des Feldes. Auch heute aber wurden die starken Limitierungen aufgrund des Receiving-Corps deutlich: Chicagos Offense fehlt jegliche Explosivität für Downfield-Pässe. Es ist bezeichnend, dass der Passspielzug von über 30 Yards für die Bears in dieser Saison der Fake-Punt-Touchdown war.
  • Auch Minnesotas Offense fehlte allerdings über weite Strecken das Downfield-Element. Das lag einerseits daran, dass Stefon Diggs offensichtlich angeschlagen und häufiger an der Seitenlinie war, andererseits aber auch daran, dass Chicagos Front der Vikings-Line immer wieder Probleme bereiten und tiefere Dropbacks so deutlich erschwerte.
  • Trotzdem relativ simpel: Mit Bradford hätte Minnesota dieses Spiel nicht gewonnen, mit Keenum wirkte die Offense wie ausgewechselt. Keenum hatte nach fünf Minuten im dritten Viertel mehr Completions als Bradford nahezu in der kompletten ersten Hälfte, mit ihm waren plötzlich Rollouts möglich, Keenum bewegte sich deutlich besser in der Pocket. So konnte Minnesota schließlich doch die Schwachstellen in der Bears-Secondary einigermaßen ausnutzen und Keenums Beweglichkeit ermöglichte auch den Touchdown zum Start des dritten Viertels.
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