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"20 Punkte aufs Scoreboard zaubern"

Panthers-Quarterback Cam Newton (l.) und Broncos-QB Peyton Manning
© getty
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Die Panthers-Offense - Adrian Franke (SPOX): Gegen Arizona genau wie auch zuvor gegen Seattle, beides Teams mit eher weiter oben anzusiedelnden Defenses, haben die Panthers gezeigt, wozu sie auch offensiv in der Lage sind: Ein extrem kreatives Running Game, das sich voll an den Stärken von Quarterback Cam Newton orientiert, gepaart mit langen Pässen zu den schnellen Ted Ginn und Philly Brown sowie jede Menge Bälle über die Mitte zu Tight End Greg Olsen.

Dieses Konzept funktioniert aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner Einzigartigkeit. Noch nie gab es einen Quarterback, der so gezielt physische Runs über die Mitte wagt und gleichzeitig mit einem auch auf vereinzelte Big Plays ausgelegten Passspiel Defenses schlagen kann. Newton stellte in der Regular Season einen neuen Karriere-Bestwert für TD-Pässe auf (35) und war mit 636 Rushing-Yards der Top-Läufer unter den Quarterbacks. Und genau das wird auch den Broncos ernsthafte Probleme bereiten.

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Im Gegensatz zu New England, das mit seinem passlastigen Ansatz und der anfälligen eigenen Offensive Line den Broncos durchaus auch in die Karten spielte, verfügt Carolina über ein gutes Running Game - mehr noch, es ist das Herz dieser Offense. Der Newton-Faktor und damit einhergehend die vielen Option-Spielzüge werden es der guten Broncos-Run-Defense erschweren, den eigenen Pass-Rush (wie gegen die Patriots) mit vier oder gar nur drei Spielern zu betreiben.

Denver muss hier seine Linebacker stärker in die Pflicht nehmen, was wiederum Wege für Olsen über die Mitte freimacht. Gleichzeitig ermöglicht es den Panthers, mit Play Action zu agieren - ein Element, das New England aufgrund seines nicht existenten Running Games komplett fehlte. Ganz zu schweigen davon, dass Carolinas O-Line in deutlich besserer Verfassung ist als die der Patriots. Unter dem Strich haben die Panthers zu viele Waffen, auch wenn Denvers starke Front Seven für ein enges Spiel sorgen kann.

Die Broncos-Defense - Stefan Petri (SPOX): Nicht nur die Front Seven, Adrian. Das ist der Pluspunkt, der für die Broncos-Defense spricht: Sie bietet keine Schwächen. Selbst wenn die Front Seven mal nicht sticht, hat man immer noch eine sensationelle Secondary, die Receiver abmelden und es Cam Newton so sehr schwer machen kann.

Es wird darauf ankommen, ob die beiden Safeties T.J. Ward und Daran Stewart ihre Verletzungen vom Championship Game rechtzeitig auskurieren können. Wenn, dann könnte es gelingen, Greg Olsen mit Hilfe der Linebacker in Schach zu halten - und sollte Olsen mal an den Seitenlinien aufgestellt sein, wäre sogar Aqib Talib eine gute Waffe gegen ihn. Das ließe dann nur noch die schnellen Receiver wie Ginn oder Brown, aber Chris Harris sollte seine Verletzung am Arm weitestgehend auskuriert haben - und die Panthers-Receiver sind zwar pfeilschnell, aber dafür nicht körperlich überlegen oder sehr variabel in ihren Routes. Ein Pluspunkt für die Secondary.

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Verhindert man so die Big Plays - und Roethlisberger und Brady gelang in zwei Spielen gerade mal ein Touchdown-Pass gegen Denver -, verlagert sich der Fokus auf das Running Game. Dort bietet Carolina zwar sicherlich mehr als New England, aber die Run Defense hat schon das ganze Jahr über brilliert (3,3 Yards pro Carry). Newton und Co. agieren oft aus einer "Max Protection", also mit sechs oder sieben Mann in der O-Line. Gegen weniger Receiver können die Linebacker näher heranrücken und eventuelle Lücken für Stewart schließen.

Bleibt Cam Newton, sicherlich einzigartig in seinen Fähigkeiten. Aber Defensive Coordinator Wade Phillips hat bereits bewiesen, dass er gegen das ultraschnelle Passing Game der Pats bestehen kann. Newton bietet mehr Zeit in der Pocket - also womöglich auch mehr Zeit für Miller, Ware und Konsorten. Kann man ihn in der Pocket halten - vielleicht durch einen Linebacker-"Spion", sind durchaus ein paar Turnover drin. Newton steht zum ersten Mal im "Big Dance", die Erfahrung spricht für den Außenseiter.

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