Legenden-Serie: Brett Favre

Der überlebensgroße Gunslinger

Dienstag, 24.11.2015 | 16:08 Uhr
Brett Favre verbrachte den Großteil seiner Karriere bei den Green Bay Packers
© getty
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Vor dem Einzug in die Hall of Fame steht für den legendären Brett Favre ein ganz besonderer Höhepunkt auf dem Programm: Die Green Bay Packers werden an Thanksgiving seine Nummer 4 feierlich aus dem Verkehr ziehen. Der Weg dorthin war holprig mit vielen Höhepunkten, aber auch einigen Schicksalsschlägen. Der Gunslinger trotzte allem, gewann das große Spiel und vollbrachte mitunter auch Wunder. SPOX blickt zurück auf eine beeindruckende NFL-Karriere.

Thanksgiving 2007, die Green Bay Packers sind zu Gast bei den Detroit Lions und lassen keinen Zweifel daran, wer dieses Spiel gewinnt. Quarterback Brett Favre, 38 Jahre alt, hat mal wieder einen Sahnetag erwischt, wie üblich in dieser fast magischen Saison für den dreimaligen NFL-MVP.

Er wirft für 381 Yards und drei Touchdowns. Darunter 20 Completions in Serie, damals ein Franchise-Rekord der so geschichtsträchtigen Organisation. Obendrauf gibt es den "Galloping Gobbler Award" vom TV-Network FOX. "Ich hab ihn geworfen, sie haben ihn gefangen - nichts spektakuläres", erklärt Favre nach dem Spiel seine Spitzenperformance, bevor er die Pressekonferenz verlässt und sich ein Eiscreme-Sandwich reinzieht.

Am Donnerstag nun, acht Jahre später, kehrt der QB auf die große Bühne zurück. Im Lambeau Field zu Green Bay, Wisconsin wird nach ein paar turbulenten Jahren endlich zusammengebracht, was zusammengehört: Die Packers werden Nummer 4 offiziell und feierlich "retiren", also nie mehr vergeben. Es wird die sechste Nummer, die bei den Packers keiner mehr bekommt: Die 3 (Tony Canadeo), 14 (Don Hutson), 15 (Bart Starr), 66 (Ray Nitschke) und 92 (Reggie White) sind die anderen Legenden in diesem erlauchten Kreis. Doch der Weg dorthin war ein langer, nicht immer leichter für den künftigen Hall-of-Famer.

Unglücklicher Start

Bevor Brett Lorenzo Favre, der in Gulfport, Mississippi geboren wurde und in der Kleinstadt Kiln aufwuchs, zur Legende wurde, musste er zunächst einige Widerstände durchstehen. Im Draft 1991 zogen ihn die Atlanta Falcons in der zweiten Runde mit dem 33. Pick. Es war kein Jahr für Quarterbacks, sodass Favre erst der dritte war, der zu dem Zeitpunkt gezogen wurde. Die beiden davor: Dan McGwire (16. Pick) ging zu den Seahawks und Todd Marinovich (24. Pick) wurde von den Los Angeles Raiders gezogen. McGwire kam in insgesamt fünf Jahren auf gerade mal 13 Spiele bei nur fünf Starts. Marinovich wiederum hielt es nur zwei Jahre in der Liga, was an seinen Drogenproblemen und einer daraus resultierenden Sperre lag. Danach versuchte er sich noch in Kanada.

Favre wiederum sah zunächst auch kaum Land und hatte in Head Coach Jerry Glanville nicht eben seinen größten Fürsprecher: Der erklärte einst: "Es bräuchte einen Flugzeugabsturz, damit ich Favre spielen ließe!" Der "Gunslinger" war dem Coach zu wild, zu unberechenbar, vielleicht zu unbekümmert. Er wollte nichts mit ihm zu tun haben. Kurioserweise waren dies alles Eigenschaften, die den QB in seiner gesamten Karriere auszeichneten. Eben seine mitunter wilde und hauptsächlich vom Instinkt getriebene Art machten ihn zu dem Spieler, den so viele liebten und bewunderten.

Ein Flugzeug stürzte zwar letztlich nicht ab, aber Favre durfte dennoch immerhin vier Pässe in seiner Rookie-Saison und im Trikot der Falcons werfen - der erste war direkt mal ein Pick-Six und keiner kam zum Mitspieler.

Der Trade zu den Packers

Ein Jahr später war es dann soweit. Packers-General-Manager Ron Wolf, der übrigens ebenfalls am Donnerstag geehrt wird, einigte sich mit den Falcons auf einen Trade für den QB und gab dafür sogar einen Erstrunden-Draftpick ab. Wolf wollte Favre eigentlich schon '91 im Draft ziehen, doch Atlanta war ihm damals noch zuvorgekommen. Dieses Mal jedoch stellte er sicher, dass er seinen Mann bekam. Auch die beim Medizincheck diagnostizierte avaskuläre Nekrose in der Hüfte, eine Kondition, die schon die Karriere von Bo Jackson beendet hatte, hielt Wolf nicht von seinem Weg ab. Entgegen des Rates der Teamärzte holte er Favre nach Wisconsin.

Doch auch in Green Bay begann Favres Zeit holprig. Im dritten Saisonspiel musste er ran, weil sich Starter Dan Majkowski am Knöchel verletzte. Der junge QB kam zur Pause rein und seine erste Completion überhaupt landete - stilecht - nach einer Deflection bei ihm selbst. Spätestens da hätte jeder wissen müssen, worauf sie sich in Green Bay eingelassen hatten.

Im weiteren Verlauf des Spiels gegen Tampa Bay leistete sich der Backup gleich noch vier Fumbles, hatte aber damals schon die ihm eigene Qualität, alles auszublenden und sich nur aufs Wesentliche zu konzentrieren. Favre führte die Packers mit dem finalen Drive doch noch zum Sieg. Eine Woche später folgte sein erster Start in der NFL und Majkowski wurde zum Wally Pipp des Footballs. Von dem Tag an startete bis 2008 (Aaron Rodgers) kein anderer Quarterback mehr für Green Bay - die legendärste und längste Start-Serie in der Geschichte der Liga hatte begonnen.

Er kann es einfach nicht lassen

Wirklich loslassen kann er Football bis heute nicht. Nachdem er nach der Saison 2010 dann doch seine Pads an den Nagel gehängt hatte, wurde es nur kurz still um Favre: Wenig später übernahm er den Posten des Offensive Coordinators der Oak Grove High School und 2013 gewann sein Team gar die Mississippi State Championship. Mittlerweile hat er den Job wieder aufgegeben, hilft aber immer noch aus.

Darüber hinaus hatte er Auftritte als Analyst im College Football sowie beim NFL Network in der Vorberichterstattung von Super Bowl XLVII. Und natürlich auch in Werbespots kann man Favre auch heutzutage noch antreffen, etwa für einen großen Jeanshersteller.

Rekorde, Rekorde, Rekorde

Auf dem Platz hat er freilich ohnehin bleibenden Eindruck hinterlassen. Und damit auch in den Geschichtsbüchern: Favre ist bis heute der einzige Spieler, der dreimal in Serie MVP der Liga wurde (1995-1997). Dazu kam nahezu jeder relevante Pass-Rekord, wobei gerade Peyton Manning drauf und dran ist, diese alle zu brechen. Den für die meisten Starts in Serie jedoch wird wohl so schnell keiner ernsthaft angreifen: 297 Starts und wenn man Playoffs mitzählt, kam Favre gar auf 321 Einsätze in der Anfangsformation ohne Unterbrechung.

Das ging natürlich nur, weil er eine extrem hohe Schmerztoleranz und eine gehörige Portion Wahnsinn mitbrachte. Favre spielte im Laufe der Zeit mit diversen Verletzungen, zwischenzeitlich sogar mit gebrochenem Daumen an der Wurfhand. Doch all das stoppte ihn nicht.

Packers-Renaissance

Allerdings hatten die zahlreichen Verletzungen ihren Preis: Favre bekam häufig Schmerzmittel, sodass er letztlich eine Abhängigkeit nach Vicodin entwickelte. Vor der Saison 1996 machte er daher einen Entzug, der ihm von der NFL aufoktroyiert worden war. Seither verzichtete er weitestgehend gänzlich auf die Painkiller.

Seine größte Leistung, und da muss man zwangsläufig auch Wolf als Architekten und Mike Holmgren als Coach mit ins Boot nehmen, war sicherlich, dass er die Packers wieder relevant gemacht hat. Die zu Zeiten des großen Vince Lombardi so erfolgreiche Franchise hatte in den Jahrzehnten nach Lombardi eine Durststrecke erfahren. Erst Favres Ankunft änderte dies wieder grundlegend.

Die MVP-Jahre waren zugleich die erfolgreichsten in Grün und Gold seit über 30 Jahren. Besonders 1996 stach heraus, als das Team den ersten Super-Bowl-Titel seit Super Bowl II (damals mit Quarterback Bart Starr) errang. Im Jahr darauf erreichte man erneut das ganz große Spiel, unterlag jedoch völlig überraschend John Elways Denver Broncos, die ihrerseits zum ersten Mal den Titel holten.

Dennoch waren die Packers wieder da und mit ihnen Amerikas Sunnyboy, der bei Jung und Alt zum Volksheld mutierte und von allen geliebt wurde - sieht man von der restlichen NFC North, verständlicherweise, einmal ab.

Seite 1: Schwere Anfänge, Packers und Rekorde

Seite 2: Nerven aus Stahl trotz Schicksalsschlägen

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