Sonntag, 06.01.2013

Wild Card Playoffs am Sonntag

RG3 vs. RW3: Das Rookie-Duell des Jahres

Teil zwei der Wild Card Games (im LIVESCORE und auf ESPN America) steht an. In Washington kommt es zum mit Spannung erwarteten Duell zwischen Robert Griffin III und Russell Wilson. Die Baltimore Ravens machten mit den Indianapolis Colts kurzen Prozess.

Robert Griffin III hat die Redskins in seiner Rookie-Saison in die Playoffs geführt
© Getty
Robert Griffin III hat die Redskins in seiner Rookie-Saison in die Playoffs geführt

NFC Wild Card Round

No. 4 Washington Redskins - No. 5 Seattle Seahawks

Story of the Game: Rookie vs. Rookie. Quarterback vs. Quarterback. Robert Griffin III vs. Russell Wilson. Oder einfach: RG3 vs. RW3. Selten gab es in der ersten Runde der Playoffs ein solches mit Spannung erwartetes Duell zweier Liga-Neulinge.

Die Zahlen, die beide Spielmacher in der Regular Season ablieferten, sprechen für sich. Auf der einen Seite RG3, der neben 3200 Yards, 20 Touchdowns bei nur 5 Interceptions auch noch 915 Rushing-Yards sowie 7 Rushing-TD vorzuweisen hat.

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Ihm gegenüber steht Wilson, der sich bei diesen Statistiken auch nicht zu verstecken braucht (3118 Yards, 26 Touchdowns, 10 Interceptins, 489 Rushing-Yards, 4 Rushing-TD). Dass beide die ersten Spieler der NFL-Geschichte sind, die gleich in ihrer ersten Saison ein Passer Rating von 100 oder besser haben, erklärt sich fast von selbst.

Von zu vielen Vergleichen hält zumindest Griffin allerdings nichts: "Ich spiele ja kein One-on-One gegen ihn. Diese Gegenüberstellungen überlasse ich mal den Medien, das interessiert mich eher weniger."

Damit gab sich die amerikanische Pressemeute allerdings nicht zufrieden und fand in Trent Williams einen durchaus humorvollen Interviewpartner. Auf die Frage, warum er RG3 Wilson vorziehen würde, antwortete Washingtons Left Tackle: "Robert hat sicherlich die schöneren Haare. Außerdem hat er die besseren Werbe-Deals. Seine TV-Spots sind einfach cooler."

Dafür kann Wilson, der Matt Flynn verdrängte, von sich behaupten, auf einer Ebene mit Peyton Manning zu stehen. Mit 26 TD-Pässen egalisierte er den Rookie-Rekord des viermaligen MVPs. Für Michael Robinson steht sogar außer Frage, wer beim Duell Manning gegen Wilson die Nase vorne hat.

"Hat Peyton sein Team im ersten Jahr in die Playoffs geführt? Nein. Damit sollte alles geklärt sein", so der Seahawks-Fullback.

Player to Watch: Alfred Morris. Dem RG3-Hype kann man in Washington kaum aus dem Weg gehen - und zwar zu Recht. Dennoch darf man nicht vergessen, dass die Skins einen weiteren Top-Rookie in ihren Reihen haben. Dass Morris in seinem ersten Jahr auf 1613 Yards (Platz 2 hinter Adrian Peterson) und 13 Touchdowns kommt, hätte wohl kaum jemand für möglich gehalten.

Wie auch! Der 24-Jährige wurde erst in der sechsten Runde als insgesamt 173. Spieler von Washington ausgewählt, gilt mittlerweile aber als einer der größten Steals im Draft 2012. Auch sein kongenialer Partner hat nur lobende Worte für ihn übrig.

"Für mich ist Alfred der Rookie of the Year. Ich bin stolz, dass wir im selben Team sind", so Griffin. Besonders bemerkenswert: Morris' Ausdauer. Er scheint nicht müde zu werden, weder in einem Spiel noch über die komplette Saison gesehen.

Im Dezember hatte er mehr Yards auf dem Konto (631) als im Oktober und November zusammen (606). Das Highlight lieferte der Running Back dabei in Week 17 gegen Dallas ab. Mit seiner 200-Yards-Performance inklusive 3 Touchdowns verhalf er den Skins zum ersten NFC East Title seit 1999.

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Dass er in der Wild Card Round mit Marshawn Lynch auf einen weiteren Ausnahmespieler auf seiner Position trifft, sorgt für zusätzliche Brisanz.

Road to Success: Beide Teams vertrauten in der Regular Season ihrem starken Running Game. Die Redskins waren mit 2709 Rushing-Yards ligaweit sogar die Nummer eins, Seattle folgte knapp dahinter auf Platz drei (2579 Yards).

Diese Taktik dürfte sich auch in der Wild Card Round nicht sonderlich ändern, gerade aus Sicht der Seahawks. Für die Gäste ist es enorm wichtig, vor allem über Lynch viele Yards gutzumachen, damit Wilson keine Wunderdinge vollführen muss.

Denn eines ist klar: Der Erfolg des Quarterbacks hängt auch mit einem simplen, aber erfolgreichen Play Calling zusammen. Nicht ohne Grund rangierten die Seahawks mit 189,4 Passing Yards nur auf Position 27 während der Regular Season. Mit seinen Lieblings-Anspielstationen Sidney Rice und Golden Tate kann Wilson dennoch heiß laufen.

RG3 dürfte im Vergleich zu seinem Gegenüber trotzdem deutlich mehr in der Verantwortung stehen. Mit Seattles Defense (Platz 6 in Passing Yards, Platz 10 in Rushing Yards allowed per game) wartet auf den Rookie allerdings alles andere als ein Spaziergang. Gerade auf Richard Sherman, der in dieser Saison 8 Interceptions verbuchte, muss Griffin aufpassen. Zudem kehrt Cornerback Brandon Browner nach seiner Dopingsperre zurück.

Washingtons Secondary hatte dagegen vor allem zu Beginn der Saison arge Probleme, verbesserte sich jedoch seit der Bye-Week stetig. Mit 390,8 Yards boten die Skins dennoch die viertschlechteste Defense der Liga auf.

Beide Teams können sich auf eine besondere Atmosphäre freuen. Immerhin ist die Begegnung erst die zweite Playoff-Partie, die im FedEx Field stattfinden wird. Davon könnten vor allem die Gastgeber profitieren.

Trotz der eigenen Fans im Rücken und einem unglaublichen RG3 scheint Seattle leicht die Nase vorne zu haben, deswegen: Vorteil Seahawks.

AFC Wild Card Round

No. 4 Baltimore Ravens - No. 5 Indianapolis Colts 24:9 (0:0, 10:6, 7:3, 7:0)

QB: Joe Flacco (12/23, 282 YDS, 2 TD) - Andrew Luck (28/54, 288 YDS, 0 TD, 1 INT, 1 FUM)

RB: Bernhard Pierce (13 CAR, 103 YDS) - Vick Ballard (22 CAR, 91 YDS)

WR: Anquan Boldin (5 REC, 145 YDS, 1 TD) - Reggie Wayne (9 REC, 114 YDS)

 

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Bastian Strobl

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Das Wild Card Game in Washington steht ganz im Zeichen zweier Quarterbacks. Baltimore ist "powered by emotions". Schuld sind ein Coach und die Rückkehr einer Legende.

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