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Wie zur Hölle stoppt man Colin Kaepernick?

Von SPOX
Samstag, 19.01.2013 | 14:18 Uhr
Die Football-Welt spricht über ihn: 49ers-Quarterback Colin Kaepernick
© Getty
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Wer zieht in den Super Bowl am 3. Februar in New Orleans ein? In den Championship Games (So., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER und auf ESPN America) treffen zunächst die Atlanta Falcons auf die San Francisco 49ers, danach stehen sich die New England Patriots und die Baltimore Ravens gegenüber. Die Matchups in der Analyse.

NFC Championship Game

No. 1 Atlanta Falcons - No. 2 San Francisco 49ers (So., 21 Uhr)

Story of the Game: Wow. Einfach nur wow. Es gibt keinen anderen Ausdruck für die unfassbare Performance, die 49ers-Quarterback Colin Kaepernick am letzten Wochenende gegen die Packers ablieferte. Kaepernick zog mit seiner phänomenalen Athletik und seinem irren Speed die ganze Football-Welt in den Bann. Er zwang einen quasi dazu, zuhause vor dem TV von der Couch aufzuspringen.

Am Ende erlief Kaepernick, häufig aus der Pistol-Formation, einen NFL-QB-Rekord von 181 Yards. Es war eine historische Leistung. Und es ist völlig ausgeschlossen, dass er sie im NFC Championship Game auch nur annähernd wiederholen wird können.

Warum nicht? Salopp formuliert: Weil die Falcons-Coaches nicht dumm sind und ihren Job im Video-Studium gemacht haben werden. Allerdings: Das Matchup gegen Kaepernick ist an sich eine Katastrophe für Atlanta.

Die Falcons hatten in der gesamten Saison immer riesige Probleme mit beweglichen Quarterbacks a la Cam Newton, Russell Wilson und Co., kein Team erlaubte dem gegnerischen QB so viel Yards pro Carry (8,9) wie Atlanta. Verpasste Tackles waren auch beim Sieg gegen Seattle eine große Schwäche.

Das große Problem der Falcons: Sie werden alles dafür tun, dass Kaepernick sie durch die Luft bezwingen muss, aber selbst dann stehen ihre Chancen nicht besonders gut. Erstens besteht das Laufspiel der 49ers nicht nur aus Kaepernick, sie haben immer noch Star-Running-Back Frank Gore, der im Schatten von #7 gegen Green Bay 119 Rushing-Yards sammelte.

Und zweitens ist Kaepernick nicht nur als Rusher so brandgefährlich, er kann Teams mit seinem brutal wurfgewaltigen und akkuraten Arm genauso gut aus der Pocket killen. Als Kaepernicks absolute Lieblingsanspielstation hat sich Wide Receiver Michael Crabtree herausgestellt. Ein großer Trumpf ist dabei die sensationelle Offensive Line der 49ers, die physisch eine unglaubliche Macht ist.

Aber auch die Falcons-Offense hat mehr als genug Waffen, um San Francisco in die Bredouille zu bringen. QB Matt Ryan hat eine herausragende Saison gespielt (32 TD, 14 INT), seine Klasse als Leader ist unbestritten. Um Elite-Status zu bekommen, fehlt im einzig und allein Erfolg in den Playoffs. Gegen Seattle gewann Ryan sein erstes Spiel in der Postseason.

Mit Julio Jones, Roddy White und Tony Gonzalez hat Ryan drei Receiving-Optionen zur Verfügung, die sich vor keinem anderen Trio in der NFL verstecken müssen. Entscheidend für die Falcons wird zudem sein, dass ihr Laufspiel funktioniert.

In der Regular Season ging in dieser Hinsicht viel zu wenig, aber gegen Seattle war das Rushing-Game mit Michael Turner und Jacquizz Rodgers (Big-Play-Potenzial) mit 167 Yards ein großer Faktor.

Players to watch: Tony Gonzalez vs. Vernon Davis. Es könnte ein Spiel der Tight Ends werden. Hall of Famer Gonzalez ist auch mit 36 Jahren noch ein überragender Spieler, in 17 Spielen hat er in dieser Saison 99 Receptions verbucht. Interessant: Von den 19 Touchdown-Pässen, die San Francisco in der Regular Season zugelassen hat, wurden 8 von Tight Ends gefangen. Gonzalez muss ein großes Spiel machen, wenn die Falcons in den Super Bowl einziehen wollen.

Vernon Davis hat auf der anderen Seite zwar nur noch eine untergeordnete Rolle gespielt, seit Kaepernick Alex Smith abgelöst hat, aber was ein Tight End gegen Atlanta anstellen kann, zeigte Zach Miller von den Seahawks erst in der letzten Woche.

Prognose: Die Falcons sind der No.1 Seed, sie spielen zuhause, wo sie mit Ryan als Quarterback eine 34-6-Bilanz vorweisen können - und trotzdem gibt ihnen so gut wie niemand eine Chance. Die 49ers haben nicht nur Kaepernick, sie sind vor allem ein komplettes Football-Team ohne wirkliche Schwächen. Das macht den Unterschied. 24:17 49ers.

AFC Championship Game

No. 2 New England Patriots - No. 4 Baltimore Ravens (Mo., 0.30 Uhr)

Story of the Game: Es ist das Rematch des letzten AFC Championship Games. Wir erinnern uns: Die Patriots gewannen am Ende knapp mit 23:20, weil erst Lee Evans kurz vor Schluss den Ball in der Endzone fallen ließ und dann Billy Cundiff ein 32-YD-Field-Goal vergeigte.

Die größte Story bei den Patriots ist, dass Rob Gronkowski sich gegen Houston erneut den Arm brach und für den Rest der Saison ausfällt. Das Schlimme für die Konkurrenz: Auch ohne Gronk, den besten Tight End der NFL, muss man sich keine Sorgen um die Patriots machen.

Solange der Quarterback Tom Brady heißt, läuft die Pats-Offense wie eine Maschine. Brady hat immer noch Wes Welker, er hat immer noch Aaron Hernandez, er hat immer noch Brandon Lloyd. Und gegen Houston tritt dann plötzlich jemand wie Backup-RB Shane Vereen mit einem Monster-Game (124 YDS, 3 TD) ins Rampenlicht. New Englands Offense ist praktisch nicht zu verteidigen, auch weil kein QB gegen den Blitz so gut spielt wie Brady.

Allerdings: Wenn eine Defense in den letzten Jahren gegen Brady nicht schlecht aussah, dann war es die Ravens-D (7 INT gegen Brady in den letzten 4 Spielen). Die meiste Sack-Gefahr für Brady geht von Linebacker Paul Kruger aus.

Bradys Gegenüber Joe Flacco hat zwar vielleicht noch nicht die letzten Kritiker verstummen lassen, solange er sein Team nicht in den Super Bowl geführt hat (wobei er letzte Saison schon nichts dafür konnte, dass es nicht geklappt hat), aber spätestens nach seiner Leistung gegen Denver hat er sich Respekt verdient.

Er hat in den Playoffs 2013 noch keine Interception geworfen und vor allem mit seiner größten Stärke geglänzt, dem Deep Ball! Profitiert hat er dabei sicher auch von seiner starken O-Line, die gegen die Pass-Rusher der Broncos einen großartigen Job machte.

Der entscheidende Spieler für die Ravens ist aber vor allem Ray Rice. Der Running Back ist im Lauf- und Passspiel gleichermaßen wertvoll und war gegen Denver (131 Rushing-Yards) ganz stark. Sollte sein formidabler Backup Bernard Pierce verletzt ausfallen, wird es noch mehr auf Rice ankommen als ohnehin schon.

Ein Randaspekt, den es zu beobachten gilt, sind die Special Teams. Sowohl New England als auch Baltimore hatte in der Divisional Round riesige Probleme in der Kick Return Coverage.

Players to watch: Aqib Talib und Ray Lewis. Anquan Boldin und Dennis Pitta sind gute Anspielstationen für Flacco, aber die Nummer-eins-Sorge der Patriots heißt ohne Zweifel Torrey Smith. In puncto Deep Threat gibt es nicht viel Besseres als den Ravens-Receiver. Die Combo Flacco-to-Smith ist DIE Waffe der Ravens. In Spielen, in denen Smith einen TD erzielt hat, steht die Baltimore-Bilanz nicht umsonst bei 7-0. Die schlechte Pass-Defense der Patriots wurde schon in der Regular Season von Smith bloßgestellt. Und in der letzten Woche sah mit Champ Bailey einer der besten Cornerbacks der NFL ganz alt gegen ihn aus. Wie sich Talib, den die Pats während der Saison verpflichteten, gegen Smith schlägt, wird von entscheidender Bedeutung sein.

Bei den Ravens geht die Abschiedstournee von der lebenden Linebacker-Legende Ray Lewis weiter. Ein Beweis, wie wichtig Lewis kurz vor seinem Karriereende noch ist? In den laufenden Playoffs hat Lewis schon 30 Tackles verbucht, NFL-Bestwert. Und er stand bei allen 188 Defensive Snaps auf dem Feld. Lewis ist und bleibt einfach ein ganz besonderer Spieler, einer der größten aller Zeiten. Punkt.

Prognose: Wer glaubt, dass es ein Spaziergang für die Patriots wird, irrt sich und hat keine Ahnung, wie tough Baltimore - gerade auswärts - ist. Die letzten drei Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften wurden mit drei oder weniger Punkten Unterschied entschieden. Das wird diesmal nicht groß anders sein. Aber: Brady ist zuhause in Championship Games unbesiegt. New Englands Firepower wird ausreichen. 27:24 Patriots.

Die NFL-Playoffs in der Übersicht

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