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NFL: Championship Games

Ravens und 49ers stehen im Super Bowl

Von SPOX
Montag, 21.01.2013 | 03:59 Uhr
Die Ravens fahren nach ihrem Sieg in Foxboro nach New Orleans
© Getty
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Der Super Bowl wird zum HarBowl! John Harbaugh fährt mit den Ravens nach New Orleans und trifft dort am 3. Februar auf Bruder Jim und die 49ers. Während Baltimore im AFC Championship Game die favorisierten Patriots bezwang, legte San Francisco in Atlanta ein starkes Comeback hin.

AFC Championship Game

New England Patriots (2) - Baltimore Ravens (4) 13:28 (3:0, 10:7, 0:7, 0:14)

QB: Tom Brady (29/54, 320 YDS, 1 TD, 2 INT) - Joe Flacco (21/36, 240 YDS, 3 TD)

RB: Stevan Ridley (18 CAR, 70 YDS, 1 FUM) - Ray Rice (19 CAR, 48 YDS, 1 TD)

WR: Wes Welker (8 REC, 117 YDS, 1 TD) - Anquan Boldin (5 REC, 60 YDS, 2 TD)

Die Ravens haben sich erfolgreich für die letztjährige Pleite im AFC Championship Game gerächt. Die Art und Weise, wie Baltimore die Patriots in der zweiten Hälfte vor den eigenen Fans demontierte, dürfte wohl noch einige Zeit lang in Erinnerung bleiben.

Gerade die Defense rund um Ray Lewis, dessen Karriereende mit dem Sieg um zwei weitere Wochen hinausgezögert wurde, ließ Tom Brady und New Englands Offense verzweifeln. Nach der Pause gelangen dem Star-Quarterback und seinen Kollegen kein einziger Punkt mehr. Die Niederlage bedeutet auch das Ende einer irren Serie. Brady wies zuhause eine 67-0-Bilanz auf, wenn sein Team mit einer Führung in die Kabine ging. Eben bis zum AFC Championship Game 2013.

Im großen Scheinwerferlicht durfte sich diesmal Joe Flacco sonnen. Baltimores Spielmacher hatte in den letzten Jahren eigentlich nie die Anerkennung bekommen, die er angesichts seiner Leistungen verdient gehabt hätte. Auch in dieser Postseason warteten die Kritiker nur darauf, sich auf den 28-Jährigen zu stürzen, sollte dieser mal wieder das große Nervenflattern bekommen. Doch weit gefehlt.

Flacco entschied nicht nur das Duell mit Brady klar für sich, sondern auch die Partie mit drei TD-Pässen in der zweiten Halbzeit in etwas mehr als zehn Minuten. Die Abnehmer hießen Dennis Pitta sowie zweimal Anquan Boldin.

Patriots vs. Ravens im Re-Live

"Es war unglaublich. Wir waren das letzte Jahr hier und haben es nicht geschafft. Das sollte nicht noch einmal passieren. Was wir nach der Pause abgeliefert haben, war sagenhaft", so Flacco.

Der Quarterback machte damit auch eine erste Hälfte vergessen, in der nicht nur er kaum einen Fuß auf das Feld im Gillette Stadium bekam (nur 130 Total Yards). Dass Baltimore trotzdem immer in Schlagdistanz blieb, müssen sich die Patriots selber ankreiden.

New England zeigte sich gerade in der Red Zone ungewohnt unkonzentriert und ließ zwei große Touchdown-Chancen aus. Zudem drückten die Verletzungen von Aqib Talib, Kyle Love und Patrick Chung merklich auf die Stimmung. Auch Rob Gronkoswki, der mit einem Armbruch passen musste, hätte den Patriots gut zu Gesicht gestanden, wobei Wes Welker, Aaron Hernandez und Brandon Lloyd ihre Aufgaben wie erwartet erfüllten.

Während New England zum ersten Mal ein AFC Championship Game zuhause verloren und damit den erneuten Einzug in den Super Bowl verpasst hat, wartet auf die Ravens nun der HarBowl. Baltimores Coach John Harbaugh trifft am 3. Februar in New Orleans auf seinen Bruder Jim Harbaugh, seines Zeichens Coach der 49ers. Es ist das erste Bruder-Duell in der Super-Bowl-Geschichte.

Aus Sicht der Ravens wird jedoch das letzte Spiel von Ray Lewis alles überstrahlen. Die Linebacker-Legende hatte bereits vor den Playoffs das Ende seiner Laufbahn nach dieser Saison bekanntgegeben. Dass er als Schlusspunkt nun noch mal ein wenig Super-Bowl-Luft schnuppern darf, hätte sich ein Drehbuchautor in Hollywood nicht besser ausdenken können.

"Unsere Zeit ist jetzt da. Jeder hat etwas geopfert, um zum Super Bowl zu fahren. Und jetzt sind wir dabei. Mir fehlen die Worte", so Lewis. Und zur Erinnerung: Beim ersten und bislang einzigen Super-Bowl-Triumph der Ravens war er bereits dabei. Das war 2001. Der MVP damals: Ray Lewis. Der Kreis schließt sich also...

NFC Championship Game

Atlanta Falcons (1) - San Francisco 49ers (2) 24:28 (10:0, 14:14, 0:7, 0:7)

QB: Matt Ryan (30/42, 396 YDS, 3 TD, 1 INT, 1 FUM) - Colin Kaepernick (16/21, 233 YDS, 21 Rush-YDS, 1 TD)

RB: Jacquizz Rodgers (10 CAR, 32 YDS) - Frank Gore (21 CAR, 90 YDS, 2 TD)

WR: Julio Jones (11 REC, 182 YDS, 2 TD) - Vernon Davis (5 REC, 106 YDS, 1 TD)

Die 49ers sind zurück auf der größten Bühne, die die NFL zu bieten hat. 18 Jahre nach Steve Young und Co. steht San Francisco mal wieder im Super Bowl. "Ich ziehe meinen Hut vor Atlanta. Sie haben großartig gespielt. Aber wir wollten den Sieg noch ein bisschen mehr und haben unser letztes Hemd gegeben", so Frank Gore im Anschluss an die Partie.

Das war auch bitter nötig, denn lange sah es im Georgia Dome so aus, als würde das Märchen rund um Colin Kaepernick sein Ende finden. Atlanta führte zu Beginn des zweiten Viertels bereits mit 17:0. Vor allem gegen das Duo Matt Ryan und Julio Jones, der zwei Touchdowns verbuchte, fanden die 49ers in der ersten Hälfte kein Mittel.

Doch San Francisco vertraute auf seine Stärken. Noch vor der Pause verkürzten die Gäste durch Touchdowns von LaMichael James und Vernon Davis. Zwar setzte Tony Gonzalez nach einem Ryan-Pass den Schlusspunkt unter die erste Halbzeit, doch das Momentum schien sich langsam zu drehen.

Und das, obwohl Kaepernick sein gefürchtetes Running Game nicht etablieren konnte. Der 49ers-Quarterback sorgte jedoch alleine durch seine Anwesenheit für mehr Platz, den James und Running-Back-Monster Gore für insgesamt 124 Yards nutzen konnten.

"Ich habe mir schon gedacht, dass viele Augen auf mich gerichtet sein werden. Ich war mir sicher, dass sich dadurch Möglichkeiten für Frank und LaMichael ergeben werden", so der Spielmacher. Außerdem konnte sich der 25-Jährige auf seine Passing-Skills verlassen und bestätigte damit erneut die Entscheidung von Jim Harbaugh, auf Kaepernick und eben nicht Alex Smith zu setzen.

"Er ist ein echter Wettkampftyp. Wenn ich ihm ins Gesicht schaue, weiß ich ganz genau, dass er alles geben wird", so San Franciscos Head Coach.

Angeführt von Kaepernick und Gore, der nach der Pause zweimal in die Endzone stürmte und damit für die entscheidenden Punkte sorgte, drehten die 49ers die Partie und legten damit das größte Comeback in einem NFC Championship Game aller Zeiten hin. Auch dank einer Defense, die nach Harbaughs Halbzeitansprache aus ihrem Tiefschlaf gerissen wurde.

Falcons vs. 49ers im Re-Live

"Die Defense musste uns helfen. Anders wäre es nicht gegangen", betonte Harbaugh. Allerdings musste San Francisco am Ende trotzdem noch mal zittern. Matt Ryan, der mit einer starken Performance der tragische Held des Abends wurde, versuchte wie in der Vorwoche gegen Seattle, das Blatt noch einmal zu wenden.

Doch der Pass zu Roddy White, der für ein neues First Down gereicht und damit den Drive kurz vor dem Ende der Partie am Leben gehalten hätte, wurde im letzten Moment von Linebacker NaVorro Bowman abgelenkt.

"Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, als wir am Drücker waren. Diese Kleinigkeiten haben heute den Unterschied gemacht", so Falcons-Coach Mike Smith. Damit dürfte auch Ryan gemeint sein, der sich zu allem Überfluss in Hälfte zwei auch noch eine Interception und einen Fumble leistete.

Während für Matty Ice und seine Teamkollegen "nur" die Saison beendet ist, wird Atlantas Tight-End-Legende Gonzalez seine Schuhe wohl komplett an den Nagel hängen. "Ich hatte eine großartige Laufbahn. Der Super Bowl sollte der Höhepunkt werden, aber es hat nicht sein sollen", so der 36-Jährige.

Ganz anders die Stimmungslage bei den 49ers: San Francisco fährt zum ersten Super Bowl seit 1995 und könnte mit einem Sieg sogar den Rekord der Steelers einstellen, die momentan mit sechs Titeln Spitzenreiter in dieser Kategorie sind. Dass Harbaugh in New Orleans zudem auf seinen Bruder treffen wird, sorgt für zusätzliche Brisanz. Übrigens: Die 49ers haben in ihrer Franchise-Historie noch keinen Super Bowl verloren. Die Erwartungen in der Fog City dürften also klar sein.

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