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Nachbericht: Dallas Mavericks - San Antonio Spurs

Ratloser Carlisle droht seinen Spielern

Von Martin Gödderz
Montag, 31.12.2012 | 15:29 Uhr
Coach Rick Carlisle (3. v.r.) versucht sein Team trotz Niederlagenserie zu motivieren
© Getty
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Die Mavericks starteten bei ihrer sechsten Niederlage Comeback auf Comeback, nur um dann immer wieder von einem noch stärkeren Spurs-Run weiter in Rückstand gedrängt zu werden. Zumindest gegen San Antonio schien die Moral zu stimmen, es fehlte letztlich die Klasse. Die Probleme der Mavs sind mannigfaltig, der Coach wirkt ratlos und denkt über Suspendierungen nach.

Die Ränge im American Airlines Center waren schon fast leer, als die Schlusssirene ertönte. Die Zuschauer hatten die Arena bereits in Scharen verlassen, das Spiel war schon fünf Minuten vor Schluss entschieden. Wieder einmal. Wie schon gegen die Denver Nuggets, so kassierten die Mavs auch gegen die Spurs eine deftige Klatsche und blieben zum sechsten Mal in Folge sieglos.

Texas-Showdown? Fehlanzeige. Doch das Spiel verlief lange Zeit gar nicht so eindeutig. Die Mavs hielten mit, zeigten mehrere Male ein großes Herz, die Spurs blieben allerdings eiskalt und hatten jedes Mal eine Antwort parat.

Das schien auch Bryan Gutierrez, einen der bekanntesten Mavs-Blogger der USA, zu fuchsen. "Einen Schritt nach vorne, zwei Schritte zurück", so sein Twitter-Eintrag, nachdem die Mavs mal wieder auf fünf Punkte herangekommen waren, nur um dann von Manu Ginobili in die Schranken gewiesen zu werden und wieder mit 12 Punkten zurückzuliegen.

SPOX-Analyse: Ginobili bricht Dallas das Herz

Mavs-Leistungen bleiben sehr unkonstant

Ein Satz, sinnbildlich für das Spiel der Mavs, sinnbildlich auch für die derzeitige Verfassung. Immer wenn man denkt, dass sich das Team jetzt fängt, einen kleinen Lauf startet, dann wird es jäh wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt.

Einem relativ engen Spiel bei den Memphis Grizzlies folgte das erste Debakel gegen die Spurs, als diese 20 von 30 Dreiern treffen konnten. Auf das starke Spiel gegen die Thunder, als die Mavs kurz vor dem Sieg standen und dem Western Conference Champion über das gesamte Spiel Paroli bieten konnten, folgte ein uninspirierter Auftritt gegen die Nuggets.

Kleinem Aufwind entgegnet heftiger Gegenwind. Doch worin liegt diese Inkonstanz begründet, die das gesamte Team schwächt?

Mayo in der Formkrise

Zum einen ist da die Personalie O.J. Mayo. Nach einem beeindruckenden Saisonstart ist der Shooting Guard in ein tiefes Loch gefallen. In den letzten sechs Spielen konnte der 25-Jährige nur noch zweimal zweistellige Punktzahlen auflegen, die 15 Punkte gegen Denver waren da schon der absolute Top-Wert.

Seine Trefferquote in den letzten sechs Begegnungen: 29 Prozent aus dem Feld, 12 Prozent von der Dreierlinie bei 25 Versuchen. Dafür leistete sich Mayo aber durchschnittlich mehr als vier Ballverluste in diesen Spielen.

Shooting Guards sind grundsätzlich anfällig für Formschwankungen, da sie mit ihrem Wurf stehen und fallen. Dass Mayo nach seinem grandiosen Start auch eine schwächere Phase durchmacht, war abzusehen. Das Problem dabei: Mayos Scoring kann nicht einmal ansatzweise ein anderer Spieler ersetzen.

Carter? Ein Schatten vergangener Tage. Nowitzki? Noch nicht fit genug. Collison? Zu unkonstant. Derzeit fehlt ein Go-to-Guy in den entscheidenden Phasen, was ein Mitgrund dafür ist, dass die Mavs wie im Spiel gegen die Spurs keinen konstanten Run zeigen können.

Erschreckend schwach am Perimeter

Es ist erschreckend, wie abhängig die Mavs noch immer von ihrem Distanz- und Mitteldistanzwurf sind. Das war ein Problem, was das Front Office in diesem Sommer durch die Verpflichtungen von Collison, Kaman und Mayo eliminieren wollte.

Doch noch immer wandert der Ball zu oft an die Dreierlinie, insbesondere wenn es nicht richtig läuft. Auch gegen die Spurs schlossen die Mavs viele Angriffe hektisch von Downtown ab. Einen von 16 Dreierversuchen verwandelte Dallas. Grauenvoll.

Mayo wurde gleich bei zwei Dreierversuchen von Danny Green geblockt, während die Mavericks auf der Gegenseite auf jeden noch so schlechten Pump-Fake reinfielen und eigentlich jedem angedeuteten Wurf hinterhersprangen. Da kommt es nicht von ungefähr, dass Manu Ginobili nach dem Spiel betonte: "Sie waren heute nicht sehr inspiriert."

Schwachpunkt Perimeter Defense

Gerade beim Verteidigen des gegnerischen Dreiers tun sich die Mavericks derzeit enorm schwer. Ob die historische Shooting-Night der Spurs vor einer Woche oder das Karrierekord-Spiel von Danilo Gallinari, die Perimeter-Defensive der Mavs stellt ihren Gegner derzeit ins Rampenlicht

Über die gesamte Saison gesehen lassen die Mavs gerade einmal eine Dreierquote von 36 Prozent zu und liegen damit im Mittelfeld der Liga.

Betrachtet man allerdings lediglich die letzten fünf Spiele, liegen die Mavs an drittletzter Stelle mit knapp 45 Prozent zugelassenen Dreiern. Carlisle sucht weiter akribisch nach einer Lösung.

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Carlisle wirkt ratlos

Er findet derzeit aber nicht einmal ansatzweise eine. Man kann Carlisle nicht vorwerfen, dass er nicht alles Mögliche probiert, doch gerade hier wartet ein neues Problem. Die ständigen Wechsel in der Rotation verunischern die Mannschaft anscheinend noch weiter. Gegen die Spurs stand erneut eine andere Starting Five auf dem Feld.

Dahntay Jones, in den letzten Spielen noch Starter, erhielt gegen die Spurs lediglich vier Minuten in der Garbage Time. Auch Brandan Wright, der gegen die Nuggets ein starkes Spiel zeigte, durfte gegen San Antonio lediglich am Ende noch einmal für kurze Zeit aufs Parkett.

Beabouis wurde gegen Denver nach nur einem erfolgreichen Dreierversuch ausgewechselt und schmorte den Rest des Spiels auf der Bank. Gegen die Spurs erhielt er dagegen wieder 17 Minuten Spielzeit und enttäuschte.

Auch wenn Carlisle abermals nach diesem Spiel betonte, dass er sein Roster mag und glaubt, dass seine Spieler das Ruder rumreißen werden, hadert er offensichtlich mit der Rotation. Er sprach auch davon, dass er darüber nachdenkt, bestimmte Spieler zu suspendieren. Namen nannte er allerdings nicht.

Hoffen auf Besserung bei Nowitzki

Die Hoffnungen ruhen letztlich, wie so oft in den letzten Jahren, auf den Schultern von Dirk Nowitzki. Ganz Dallas wartet, dass der Deutsche endlich komplett fit wird. Noch scheint er weit weg von seiner besten Verfassung.

Er kommt noch kaum mit den Füßen vom Boden, ihm fehlt die Spritzigkeit und das Gefühl für Ball und Spiel, was nach einer so langen Verletzungspause nicht verwunderlich ist. Nowitzki selbst betonte nach dem Spiel, dass er sich schon viel besser fühle, aber von Tag zu Tag entscheidet, ab wann er mehr Minuten auf dem Feld stehen kann.

So stellte auch Spurs-Coach Gregg Popovich nach dem Spiel fest: "Dirk ist noch nicht bereit. Er ist noch nicht Dirk Nowitzki, einer der besten Spieler, die je gespielt haben. Er braucht noch mehr Zeit. Jeder versucht seinen Platz zu finden und in die Rotation zu kommen. Es ist sehr, sehr schwierig, wenn du so einen Spieler hast, der so lange verletzt war und dann zurückkommt."

Wenigstens eine Statistik sollte die Mavericks ein bisschen aufmuntern: Als die Mavericks das letzte Mal sechs Spiele in Folge verloren, wurden sie NBA-Champion. Dazu müsste dieses Team allerdings noch sehr viele Schritte nach vorne gehen und keinen mehr zurück.

Der NBA-Spielplan im Überblick

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