Dienstag, 03.04.2012

Dallas Mavericks - Los Angeles Clippers 75:94

Mavs-Mitspieler lassen Nowitzki im Stich

Vor eigenem Publikum überbieten sich die Dallas Mavericks gegen West-Rivale Los Angeles Clippers an Peinlichkeiten. Eine 75:94-Pleite, die für die Playoffs folgenschwer sein könnte. Nur Dirk Nowitzki überzeugte mit 19 Punkten (7/14), er stand alleine gegen die Clippers mit Topscorer Randy Foye (28 Punkte) und Blake Griffin (15 Punkte, 16 Rebounds) aber auf verlorenem Posten.

Dirk Nowitzki stand gegen Blake Griffin und den Clippers auf verlorenem Posten
© Getty
Dirk Nowitzki stand gegen Blake Griffin und den Clippers auf verlorenem Posten

Die schlimmste Nachricht könnte die Mavs bereits vorher ereilt haben: Jason Kidd macht große Sorgen. Der Point Guard muss wegen seiner schmerzenden Leiste zunächst für eine Woche aussetzen und fehlt damit mindestens 4 Spiele.

Die Verletzung soll nicht gravierend sein, doch die gesundheitlichen Probleme des 38-Jährigen sind offensichtlich: Nachdem ihn bereits Probleme am Rücken und der Wade geplagt haben, ist es bereits der dritte Ausfall in dieser Saison.

Im Clippers-Spiel musste Coach Rick Carlisle außerdem auf Lamar Odom (Magen) verzichten. Dabei standen Carlisle erst in der Partie zuvor bei den Orlando Magic erstmals nach sechs Wochen wieder alle Spieler zur Verfügung.

Nicht nur wegen der Ausfälle war der Abend ein Rückschlag: Während der West-Sechste Dallas gegen die Konkurrenten Denver (7.), Houston (8.), Utah (9.) und Phoenix (10.) die möglichen Tiebreaker vor den Playoffs für sich entschieden hatte, gaben die Texaner das interne Duell gegen die Clippers mit 1-2 ab.

Entsprechend schwierig wird es nun, im Endspurt der Regular Season den Clippers den anvisierten vierten Western-Conference-Platz zu entreißen, um in der ersten Playoff-Runde Heimrecht zu genießen.

L.A. wiederum zeigte die nächste bemerkenswerte Leistung. Gerüchte um eine Absetzung von Coach Vinny Del Negro bestimmten lange das Geschehen, doch mit dem 6. Sieg in Folge liegen die Clippers nur noch ein Spiel hinter den Lakers. Einen solch langen Streak feierten die Clippers zuletzt 1992. Erstaunlich: Der Erfolg bei den Mavs beendete die Serie von 10 Niederlagen in Dallas.

Reaktionen:

Rick Carlisle (Trainer Dallas Mavericks): "Ich habe darauf gewartet, dass jemand hervortritt und Randy Foye stoppt. Aber es tat keiner hervor, daher ist es meine Schuld. Wenn wir nicht besser aufpassen und ein Gegenspieler, der einen solchen Lauf hat, nicht physisch angegangen wird, ist es die Schuld des Headcoaches. Wir waren in allen Belangen schlecht. Manchmal bekommt man den Hintern versohlt. Und dafür gibt es keine Entschuldigung, egal ob jemand gefehlt hat oder nicht. Wenn man abstinkt, stinkt man ab. So einfach ist das."

Shawn Marion (Dallas Mavericks): "Wir haben an beiden Enden des Spielfelds nichts hingekriegt. Es war, als ob man mit dem Messer zu einer Schießerei gehen würde. Man verliert, egal was passiert."

Blake Griffin (Los Angeles Clippers): "Das Spiel lief gut für uns, weil wir zu diesem Zeitpunkt der Saison jeden Sieg brauchen und weil es uns in der Western Conference hilft. Gleichzeitig heißt so ein Sieg aber nicht, dass wir jedes Mal so deutlich gewinnen. Die Mavericks sind ein toughes Team, sie sind ein erfahrenes Team. Sie vermissen einige Spieler, daher müssen wir weiter an uns arbeiten."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Die Freude über die Rückkehr aller verletzten Spieler währte nur ein Spiel: Dallas muss ohne Kidd (Leiste) und Odom (Magen) auskommen.

Kidd wird vorerst für eine Woche fehlen und in der ersten Fünf von Delonte West vertreten.

Die Clippers neben Chauncey Billups (Achillessehnenriss) mit einem Ausfall: Mo Williams (linker großer Zeh).

4.: Dirks ersten 3 Würfe sitzen, aber L.A. kommt zu einfachen Punkten. 7:6 Clippers.

8.: Griffin treibt in der Mavs-Zone sein Umwesen (9 Punkte), bei den Mavs hält nur Nowitzki dagegen (8). 18:13 Clippers.

20.: Autsch! Young kommt von der Bank und schenkt Dallas 7 Punkte in 75 Sekunden ein, darunter ein blitzsauberer Dreier. Backup-Kollege Blesdoe macht es ihm mit 4 Punkten in Folge nach. 11:2-Run für L.A. 39:23 Clippers.

22.: Bei Dallas geht nur was, wenn es über Nowitzki geht - aber immer funktioniert es auch nicht: Turnover, weil ihn DeAndre Jordan und Foye clever doppeln. Die Mavs kommen nicht heran. 43:29 Clippers.

29.: Foye fängt Feuer: 2 erfoglreiche Dreier in exakt 60 Sekunden. Dallas seltsam abwesend. 59:41 Clippers.

36.: Schon wieder Foye von Downtown: Diesmal braucht er für 2 erfolgreiche Dreier nur 53 Sekunden. Es wird peinlich. 72:51 Clippers.

43.: Folter für die Korbanlage: Griffin steigt nach einem Foye-Fehlwurf hoch, schnappt sich den Offensiv-Rebound und stopft einhändig den Ball , als ob es kein Morgen gäbe. 84:66 Clippers.

48.: Yi schönt von Downtown das Ergebnis für Dallas. Das Spiel ist aus, die Clippers gewinnen 94:75!

Der Star des Spiels: Randy Foye. Die verbreitete Meinung ist, dass die Clippers kein echter Titelkandidat sein könnten, wenn ein biederer Durchschnittsspieler wie Foye in der Starting Five steht. Ein Durchschnittsspieler, der dem amtierenden Champion 28 Punkte und 8 Dreier (Karriererekord) bei 15 Versuchen einschenkte. Besonders imposant die 13:45 Minuten von Mitte des dritten Viertels bis Mitte des vierten Viertels, in denen dem Shooting Guard 22 Punkte sowie 6 Dreier gelangen. Die Vorstellung kommt aber nicht von ungefähr. Foyes Schnitt in den letzten 3 Partien: 21,7 Punkte bei einer Dreierquote von 48,5 Prozent (16/33).

Der Flop des Spiels: Rodrigue Beaubois. Mit seinen 24 Jahren sollte der Franzose nicht mehr so anfällig für Inkonstanz sein - doch genau das bleibt das Grundübel. Angesichts des erneuten Kidd-Ausfalls sind die Mavs auf einen beständig gut aufgelegten Beaubois angewiesen. Er kann es aber nicht umsetzen. Nachdem man ihn auf dem Weg der Besserung wähnte, war das Clippers-Spiel der dritte Rückschlag hintereinander. Bei den Heat blieb er in 15 Minuten punktlos, bei den Magic blieb er sogar ganz ohne Einsatz - und gegen L.A. schoss er unmotiviert Dreier (1/6) und blieb in seinen 16 Minuten ohne Wirkung (7 Punkte).

Die Analyse: Vor der Partie hatte Coach Carlisle seiner Mannschaft folgendes mitgegeben: "Im Grunde ist jedes der verbleibenden Regular-Season-Spiele ein Playoff-Spiel, um die Playoffs überhaupt zu erreichen." Umso enttäuschender war die Nicht-Leistung der Mavs.

Nowitzki (19 Punkte) und mit Abstrichen Jason Terry (15) ausgenommen, verdienten sich alle Spieler ein Mangelhaft. Allen voran Beaubois und die Starting Five. Nowitzkis Bilanz von 7/14 Würfen herausgerechnet, traf der Rest der Startformation nur 8 der 30 Versuchen. Hinzu kamen die schon gewohnte Unterlegenheit beim Rebounding (38:49) sowie ungewohnte Schwächen von der Freiwurflinie (10/17).

Frappierend: Die Mavs können in Bestform jeden Gegner besiegen. Wenn es jedoch nicht läuft, geben sie sich auf, statt sich zurückzukämpfen. Die letzten 5 Niederlagen endeten jeweils in einer Klatsche mit einem Rückstand von mindestens 12 Punkten.

Deshalb wollte Carlisle vermutlich eine Botschaft an seine Spieler senden, als er im längst verloren gegangenen Clippers-Spiel im letzten Viertel die Führungsspieler lange auf dem Court beließ. Nur: Die erzieherische Maßnahme stieß auf Unverständnis, wie die teils hanebüchene Defense in der Garbage Time bewies.

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Haruka Gruber

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