Montag, 01.03.2010

Dirk Nowitzki schießt die Hornets ab

Dallas: Erfolgsrezept Austin Powers

Die Kraft des Mojo: Die Dallas Mavericks setzen mit einem 108:100 gegen die New Orleans Hornets den Höhenflug fort und Dirk Nowitzki knackt locker die 30-Punkte-Marke. Nur bei der Suche nach Verstärkung gibt es schlechte Nachrichten. Von Zydrunas Ilgauskas gibt es wohl einen Korb.
 

Triple-Double in Reichweite: Nowitzki gelangen 36 Punkte, 8 Rebounds und 7 Assists
© Getty
Triple-Double in Reichweite: Nowitzki gelangen 36 Punkte, 8 Rebounds und 7 Assists

Geheimagent Austin Powers wäre sicher stolz auf die Dallas Mavericks. Die von Mike Myers dargestellte James-Bond-Karikatur rühmt sich in seinen Filmen nämlich damit, dank des "Mojo" bei jeder Frau erfolgreich zu sein.

Und auch den Mavs ergeht es ähnlich - nur dass sie derzeit nicht beim Flirten, sondern auf dem Basketball-Court unschlagbar sind. "Wir haben den Mojo", erklärte Jason Terry bereits vor dem Spiel gegen die New Orleans Hornets.

Was immer dieses Mojo ist, es scheint zu wirken. Denn Dallas gewann mit einem 108:100 auch das siebte Spiel in Folge und verkürzte als Dritter der Western Conference (39-21) den Rückstand zum Zweiten Denver (39-20) auf ein halbes Spiel. Mit der 7-Siege-Serie sind die Mavs weiterhin das formstärkste Team der Liga.

Nowitzki mit 36 Punkten

Mojo oder nicht: In bestechender Verfassung befindet sich weiterhin Dirk Nowitzki, der mit 36 Punkten (14 von 25) zum dritten Mal in Folge die 30-Zähler-Marke durchbrach. Er komplettierte seine starke Leistung mit 8 Rebounds und 7 Assists.

Mehr noch: Nowitzki gehört nach einer Schwächephase zwischen Silvester und dem All-Star-Game-Wochenende wieder zu den legitimen MVP-Kandidaten. Seine letzten drei Spiele in Zahlen: 34,7 Punkte, 55,7 Prozent Wurfquote, 8,7 Rebounds.

Dallas verliert Kontrolle

Nowitzki war es auch gewesen, der Dallas wieder in die Spur brachte, als das lange zugunsten der Mavs einseitige Spiel zu kippen drohte. Die ersten zweieinhalb Viertel spielte Dallas wie ein Titelfavorit, ließ den Hornets nicht den Hauch einer Chance und führte Mitte des dritten Viertels mit 25 Punkten (83:58).

Was jedoch folgte, sollte so gar nicht zum vorzüglichen Eindruck passen, den die Mavs zuletzt hinterließen. Nach einem 10:0-Run von New Orleans stand es plötzlich nur noch 86:75 für Dallas, 2:45 Minuten vor dem Ende betrug der Vorsprung lediglich 4 Zähler (101:97).

Mit 14 Zählern im letzten Viertel, davon 5 der letzten 7-Mavs-Punkte, war Nowitzki jedoch der Garant für den letztlich doch recht sicheren Erfolg. "Mich hat etwas geärgert, dass in der Schlussphase zwei Würfe vorbei gingen. Sonst lief es aber gut. Ich blieb das Spiel über selbstbewusst", sagte der 31-Jährige.

Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit
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Kidd als Turnover-Maschine

Anders als zuletzt in Atlanta oder gegen die Lakers fehlte ihm jedoch die Hilfe. Jason Kidd, gegen die Hawks mit einem spektakulären Triple-Double der Star der Partie, spielte fahrig und ermöglichte es mit 5 Turnovern den Hornets erst, im dritten Viertel die Aufholjagd zu starten. Insgesamt vertändelte der 36-Jährige sieben Mal den Ball.

Terry wiederum hielt sich angesichts seines fehlenden Wurfglücks (1 von 5 Dreier für 11 Punkte) dezent zurück.

Ein anfangs sehr gutes Comeback feierte der wegen Kniebeschwerden zwei Spiele ausgefallene Caron Butler. Doch nach starker erster Hälfte war der Kräfteverschleiß offensichtlich, im letzten Viertel blieb Butler sogar gänzlich ohne Punkt. Seine letzten 5 Würfe gingen alle vorbei. Dennoch: Mit 19 Punkten (9 von 18) und 4 Steals zeigte Butler seine beste Leistung seit dem Trade.

Paul-Ersatz Collison furios

Zum Glück für Dallas konzentrierte sich das Spiel der Hornets ebenfalls auf einen Spieler. Zwar hatten Marcus Thornton (6 von 15 für 21 Punkte) und Peja Stojakovic (6 von 16 für 16 Punkte) immer wieder gute Phasen, doch konstant auf hohem Niveau agierte lediglich Rookie-Überraschung Darren Collison.

Der 22-Jährige ersetzt seit einigen Wochen den verletzten Superstar Chris Paul als Starting-Point-Guard und erledigt seinen Job vorzüglich. Weder Kidd noch Terry gelang es, den wuseligen Collison auszuschalten. Dessen Ausbeute: eine Karrierebestleistung von 35 Punkten bei einer sehr guten Wurfquote (15 von 21).

Am eigenen Brett gab New Orleans' Big Man Emeka Okafor den Ton an. 8 Punkte, 17 Rebounds, 5 Steals und 3 Blocks bedeuten einen Punktsieg im Duell der Center. Maverick Brendan Haywood war diesmal nicht ganz so auffällig und beendete die Partie mit 12 Punkten, 9 Rebounds, 2 Steals und 2 Blocks.

Ilgauskas: Dallas pessimistisch

Hilfe unter dem Korb wäre Haywood sicherlich gelegen gekommen, doch ob sich Dallas auf den großen Positionen noch einmal verstärkt, ist ungewiss.

Das Interesse am mittlerweile vertragslosen Center Zydrunas Ilgauskas ist bekannt. Nun erklärte aber ein nicht namentlich genannter Mavs-Repräsentant gegenüber "ESPN", dass Ilgauskas' Berater Herb Rudy Dallas über die Entschluss seines Klienten informiert hat, trotz einer drohenden 30-Tage-Schutzsperre zu den Cleveland Cavaliers zurückzukehren.

Rudy selbst hingegen betonte, dass sich Ilgauskas erst im Laufe dieser Woche endgültig entscheiden wird.

Nahtod-Erfahrung für die Dallas Mavericks

Für SPOX in Dallas: Tobias Rochau / Haruka Gruber

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