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Mal wieder ein Krimi in Dallas

Crunchtime-Dirk schlägt wieder zu

Von Florian Regelmann
Sonntag, 13.12.2009 | 06:59 Uhr
Dirk Nowitzki bejubelt den Sieg seiner Mavs gegen die Bobcats
© Getty
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Die Dallas Mavericks (17-7) gewinnen einen Overtime-Thriller gegen die Charlotte Bobcats (9-13) mit 98:97 und bleiben damit in der Erfolgsspur. Dirk Nowitzki erlebt lange einen frustrierenden Abend, aber dann dreht der Superstar gewaltig auf.

In den letzten vier Jahren haben die Dallas Mavericks immer ihre Ticket-Preise reduziert. Eigentlich müsste Mavs-Boss Mark Cuban vorgeschlagen werden, dass er die Ticket-Preise im American Airlines Center sofort drastisch erhöht. Nicht weil sie zu niedrig wären, sondern weil es in keiner NBA-Halle so eine Garantie auf dramatische Krimis gibt.

Egal, ob die Mavs gegen gute Teams (Phoenix), mittelmäßige Teams (Sacramento) oder katastrophal schlechte Teams (Philadelphia) spielen, sie finden auf jeden Fall einen Weg, um es ausgesprochen spannend zu machen.

Diesmal war mit den Charlotte Bobcats wieder so eine Mannschaft zu Gast, die man ohne Zweifel zu Hause schlagen muss, wenn man sich als Top-Team bezeichnen lassen will.

Es war aber auch klar, dass es so ein typisches Spiel sein würde, in dem sich Dallas unerhört schwer tut. Das zweite Spiel innerhalb von zwei Tagen, der lockere Sieg in Miami, Charlottes deftige Pleite in San Antonio, der Fakt, dass Dallas gegen die Bobcats sowieso in zehn Spielen noch nie verloren hat - es schrie förmlich nach einer energielosen Vorstellung.

Nowitzki trifft zunächst nichts

So sollte es dann auch über weite Strecken kommen, interessanterweise erwischten die Mavs wie so häufig aber einen sehr starken Start. Nach sechs Minuten führte Dallas klar mit 18:6 und es sah eher nach einer ganz lockeren Pflichtnummer aus.

Doch dann wurden die Bobcats stärker und erspielten sich dank eines 33:12-Runs bis Mitte des zweiten Viertels eine Neun-Punkte-Führung (39:30).

Der Hauptgrund für die Mavs-Misere war die "Abwesenheit" von Dirk Nowitzki. Der Deutsche tat sich im Matchup gegen Stephen Jackson - wie immer - extrem schwer, traf nur einen seiner ersten zehn Versuche aus dem Feld, wartete eine Ewigkeit auf seinen ersten Rebound und holte sich vor lauter Frust auch noch ein technisches Foul ab.

Bobcats mit elf Punkten vorne

Spätestens jetzt war klar, dass das ein nettes Spielchen werden würde. Charlotte hatte in der Folge erstmal wenig Mühe, gegen schwache Mavs den Vorsprung zu halten, nach sechs Minuten des dritten Viertels war das Team von Coach Larry Brown sogar auf elf Punkte weggezogen (71:60).

Das Gute aus Sicht der Mavs: Sie blieben zumindest irgendwie in Schlagdistanz, vier Minuten vor Schluss führte Charlotte noch mit 81:75, es ging so langsam in die Cruchtime - und alle Fans im AAC wussten, dass jetzt die Zeit von Crunchtime-Dirk anbrechen würde.

Wie schlecht er auch bis dahin gespielt hatte, wer einen Superstar wie Dirk Nowitzki in seinen Reihen hat, weiß, dass er aufdrehen wird, wenn es darauf ankommt.

All-Star-Game: Dirk auf dem Weg zum Starter

Nowitzki erzielte die letzten zehn Dallas-Punkte (sechs Punkte in den letzten 1:16 Minuten nach 79:85-Rückstand) und brachte sein Team mit einem Jumper zehn Sekunden vor der Schlusssirene in die Overtime.

Nowitzkis Fadeaway zum Sieg

In der Verlängerung entwickelte sich eine an Dramatik kaum mehr zu überbietende Partie, die hin- und herwogte. In jedem Angriff wechselte die Führung und nachdem Gerald Wallace die Bobcats von der Freiwurflinie mit 97:96 nach vorne geworfen hatte, waren noch 13 Sekunden auf der Uhr. Letzter Angriff Dallas.

Für Nowitzkis Mannschaftskollegen hieß es wieder: Schön aus dem Weg gehen, den Ball zu Dirk geben und ihm zuschauen, wie er das Spiel gewinnt. Genau so lief es.

Nowitzki stieg 1,8 Sekunden vor Ende zum unverteidigbaren Fadeaway über Boris Diaw hinweg hoch - und netzte ein. 98:97 Mavs. Ein Verzweiflungs-Dreier von Stephen Jackson nach der folgenden Auszeit verfehlte klar sein Ziel - die Mavs ließen sich feiern und Nowitzki marschierte mit erhobener Hand jubelnd Richtung Kabine.

In über 46 Minuten Spielzeit kam Nowitzki am Ende auf 36 Punkte, 6 Rebounds und 3 Steals. Seine Quote (14/34) war zum Schluss immer noch alles andere als überragend, aber wer sein Team in der entscheidenden Phase so MVP-like zum Sieg führt, verdient sich ohne Frage die Bestnote.

Die Highlights des Spiels im Video bei ESPN

"Einer der größten aller Zeiten"

"Die Definition eines Franchise-Players ist jemand, der die Verantwortung haben will für Siege und Niederlagen. Dirk will den Ball in seiner Hand haben, wenn das Spiel entschieden wird, und das einzige, worüber er nachdenkt, wenn er den Ball bekommt, ist, einen Weg zu finden, um das Spiel zu gewinnen. Deshalb wird Dirk mal einer der größten Spieler aller Zeiten sein", sagte Mavs-Coach Rick Carlisle.

Neben Nowitzki ragte erneut Erick Dampier heraus. Der Center knüpfte nahtlos an seine starke Leistung in Miami (20 Punkte, 17 Rebounds) an und lieferte 14 Punkte (7/7!), 18 Rebounds und 3 Blocks. Klare All-Star-Zahlen... Shawn Marion war unglaublich aktiv an den Brettern und machte mit 15 Punkten und 15 Rebounds eines seiner besten Saisonspiele.

Schwach spielten dagegen die beiden Jasons. Terry (4/19) hatte einen dieser Abende, an denen er überhaupt nichts trifft und Kidd zeigte sich ungewohnt schwach von der Dreierlinie (1/5). Immerhin verbuchte der Point Guard aber 9 Assists und stolze 6 Steals. Josh Howard bekam von Carlisle wie erwartet eine Pause und wurde in einer back-to-back-Situation nicht eingesetzt, um es nach seinem Comeback nach seiner Knöchelverletzung langsam angehen zu lassen.

Jackson und Wallace stark bei Charlotte

Die Bobcats auf der anderen Seite wurden wie zuletzt eigentlich immer von ihrem Top-Duo getragen: Stephen Jackson (28 Punkte) und Rebound-Monster Gerald Wallace (23 Punkte, 16 Rebounds). Unterstützung erhielten die beiden von Raymond Felton (20 Punkte, 8 Assists).

Was haben die Fans im AAC von Dirk Nowitzki nicht alles schon gesehen in dieser Saison? Ein 29-Punkte-Viertel und eine ganze Reihe weiterer Heldentaten.

Geht Nowitzkis Wurf 1,8 Sekunden vor Schluss nicht rein, wäre das Urteil über das Spiel klar gewesen: Unentschuldbare Niederlage der Mavs gegen einen Underdog. So lautet die Folgerung: Wer so häufig einen Weg findet, auch Spiele dreckig zu gewinnen, der ist ein Top-Team. Punkt. Dirk Nowitzki sei Dank.

Dallas gewinnt souverän in Miami

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