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NBA

Stephen Curry nach schwachem Auftritt in Houston: "Nicht mein bester Moment"

Von Philipp Schmidt
Stephen Curry erwischte gegen die Houston Rockets einen gebrauchten Tag.

Die Golden State Warriors haben Spiel 3 bei den Houston Rockets nach Verlängerung mit 121:126 verloren. Während Kevin Durant eine sensationalle Leistung zeigte, stand Stephen Curry völlig neben sich - für seine Teamkollegen aber kein Grund zur Panik.

Es war die "Krönung" eines gebrauchten Tages für Stephen Curry. Beim Stand von 121:126 wurde Curry nur halbherzig verteidigt, hatte schließlich freien Weg zum Korb und setzte einen komplett unbedrängten Dunk an den Ring, statt ihn einfach reinzulegen. 20 Sekunden vor Ende warfen die Warriors anschließend überraschend das Handtuch und verzichteten auf ein Foul, die erste Niederlage der Serie war perfekt.

Nach dem Spiel darauf angesprochen, hatte Curry zumindest seinen Humor nicht verloren: "Das erklärt sich eigentlich von selbst. Das war nicht mein bester Moment." Bereits wenige Minuten zuvor ließ der Splash Brother einen (etwas weniger) offenen Korbleger auf für ihn untypische Art und Weise ungenutzt, insgesamt sechs Chancen in unmittelbarer Korbnähe gingen daneben.

"Er hatte einen harten Abend. Jeder, egal wie gut du bist, hat schlechte Spiele, heute war für ihn eines davon", sagte Warriors-Coach Steve Kerr, eigentlich richtigerweise. Das Problem nur dabei: Die Spiele 1 und 2 von Curry waren nur unwesentlich besser. Mit einer Quote von 26,1 Prozent (6/23) aus der Distanz ging der Scharfschütze in die Partie, nach seiner 2 von 9-Performance steht er nun bei 25 Prozent. Aus dem Feld sieht es ähnlich bescheiden aus (34,6 Prozent).

Stephen Curry enttäuscht - Fingerverletzung keine Ausrede

Was läuft also schief bei Curry? Ein Faktor, der bei aller Kritik wohl berücksichtigt werden muss, ist die Fingerverletzung, die sich Curry in Spiel 2 zuzog: Bereits im ersten Viertel kugelte er sich den Mittelfinger an der linken Hand aus und kehrte mit einem Tape, der seinen Mittelfinger mit dem Ringfinger verband, aufs Spielfeld zurück. Als Ausrede sollte dies jedoch nicht herhalten.

"Die muss ich einfach machen", sagte Curry über die offenen Würfe und Korbleger, die er in Spiel 3 reihenweise daneben setzte. "Wenn ich da draußen bin und spiele, dann muss ich auch Ergebnisse liefern, und das habe ich heute nicht gemacht." Da konnte man nicht groß widersprechen. Auch wenn insbesondere Chris Paul und Austin Rivers defensiv einen guten Job gegen ihn machten, hätte Curry in normaler Form - mit dem für ihn normalen Selbstvertrauen - weitaus mehr Schaden anrichten können.

Aus diesem Grund zeigten sich seine Mitspieler auch nicht allzu besorgt: "Wir wissen, zu was er fähig ist. Bei einem Typen wie ihm bist du es einfach nicht mehr gewohnt, dass er mal einen schlechten Tag erwischt. Egal ob er gut drauf ist oder nicht, er muss weiter Steph sein und werfen", erklärte Draymond Green und Andre Iguodala schloss sich an: "Wir sind alle nur Menschen. Wir sind unbesorgt, ihm geht es gut, er ist Steph Curry, so wie Kevin Kevin Durant ist."

Warriors: Kevin Durant überragt - hat aber keine Unterstützung

Jener Kevin Durant war es, der die Warriors mit einer weiteren Top-Leistung überhaupt erst im Spiel hielt. Nach 35 und 29 Punkten in den vorherigen Begegnungen legte KD in Spiel 3 sogar 46 Zähler auf. Dabei versenkte er 6 seiner 10 Dreipunktewürfe und kam alleine im dritten Viertel auf 17 Punkte, ehe er zum Schluss hin gedoppelt und dadurch gezwungen wurde, den Ball abzugeben.

Das Problem: Von seinen Teamkollegen kam viel zu wenig. Während Iguodala (16, 3/4 3FG) und Green (19, 11 und 10) erneut sehr gut spielten, blieben die Scoring-Optionen zwei und drei blass. Neben Curry machte auch Klay Thompson offensiv ein schwaches Spiel. Der zweite Splash Brother traf nur zwei seiner sechs Dreierversuche und tauchte in den entscheidenden Phasen ab, auch wenn er am Ende der regulären Spielzeit noch die Overtime mit einem Jumpball gegen Chris Paul erzwingen konnte. Éin verlässlicher Scorer war bei den Warriors dennoch nur Durant, was sich bei den Rockets etwas anders verhielt.

Denn zusätzlich zum starken Spiel von Harden (41, 14/32 FG) - was Coach Mike D'Antoni unaufgeregt zur Kenntnis nahm ("Das ist James. Er ist phänomenal, ich denke, er hat noch nicht einmal überragend gespielt heute für Harden-Verhältnisse") - spielte Eric Gordon eine erste Halbzeit aus dem Bilderbuch: 20 Punkte standen nach 24 Minuten bereits zu Buche, am Ende waren es 30 und sieben versenkte Dreier. Die Anerkennung von Durant hatte er sich redlich verdient: "Er war sehr wichtig für sie. Er hat sie eine Weile am Laufen gehalten."

Stephen Curry vs. Houston Rockets: Die Stats zur Serie

SpielErgebnisPunkteReboundsAssistsFeldwurfquoteDreierquote
Spiel 3121:126173430,4 (7/23)22,2 (2/9)
Spiel 2115:109203537,5 (6/16)23,1 (3/13)
Spiel 1104:100187441,7 (5/12)30 (3/10)

Rockets schlagen Golden State - Warriors unbesorgt

Ein Blick auf die Zahlen verriet zudem: Bei Golden State haperte es insbesondere am Einsatz unter dem Korb. Houston dominierte bei den Rebounds (67:48) und den Punkten in der Zone (52:40). Nachdem die Überlegenheit bei den Offensiv-Rebounds in Spiel 2 noch einer der Erfolgsfaktoren für die Warriors war (18:10), war es zwei Tage später genau umgekehrt (17:7 für die Rockets, alleine 6 von Clint Capela).

Auch für Kerr war das Ergebnis primär auf die Einstellung zurückzuführen: "Wir müssen ehrlich sein, es wäre ein Steal gewesen, wenn wir das Spiel gewonnen hätten. Sie waren uns überlegen, sie waren von Anfang an das aggressivere, physichere Team. Wir haben im vierten Viertel einen Run hingelegt aufgrund von Kevins Brillanz. Unser Einsatz in der Verteidigung hat nicht gestimmt, wir haben viele Fehler gemacht. Houston hat großartig gespielt und verdient gewonnen."

Dennoch blieb aus Warriors-Sicht festzuhalten: In einem Spiel, in dem man in der Zone komplett unterlagen war und von der Bank keinerlei Unterstützung kam (7 Punkte in kombiniert 39 Minuten), hatte Golden State bis zum Schluss die Chance, bei den Rockets zu gewinnen. Während Houston im Falle einer Niederlage vor dem wohl sicheren Aus gestanden hätte, ist für den Champion im Grunde noch nichts passiert - und dennoch: Es bleibt mindestens auffällig, wie sehr Durant die Warriors offensiv tragen muss. Früher oder später wird Curry wieder einen größeren Beitrag leisten müssen.

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