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NBA

NBA Playoffs: Houston Rockets verkürzen auf 1-2 gegen Golden State - Überragender Kevin Durant reicht nicht

Von Philipp Schmidt
Kevin Durant und James Harden haben sich in Spiel 3 einen großen Kampf geliefert, mit dem besseren Ausgang für die Rockets.

Die Houston Rockets haben mit einem 126:121-Overtime-Sieg Spiel 3 gegen die Golden State Warriors für sich entschieden und in der Serie auf 1-2 verkürzt. James Harden führte die Rockets zum Sieg, ein sensationeller Kevin Durant war für die Gäste zu wenig.

Alle Augen waren vor Spiel 3 auf James Harden gerichtet, der bei der 109:115-Niederlage in Spiel 2 von Draymond Green in beiden Augen erwischt wurde und bei dem im Anschluss eine Netzhautquetschung diagnostiziert wurde. The Beard meldete sich fit, wobei im linken Auge immer noch ein Bluterguss zu erkennen war. Beide Teams konnten also mit ihren gewohnten Starting Fives in die Partie gehen.

Die Rockets erzwangen direkt einen Fehlpass von Draymond Green und Chris Paul brachte Houston aufs Scoreboard. Anschließend konterten jedoch Stephen Curry und Kevin Durant, die in der bisherigen Serie aus der Distanz strauchelten, umgehend vom Perimeter. Schnell führten die Warriors mit +8 und genehmigten den Gastgebern keine leichten Punkte.

Durant traf seine ersten drei Würfe, durch gute Arbeit am offensiven Brett von Clint Capela kämpften sich die Rockets aber wieder heran (10:2-Lauf), gekrönt von einem spektakulären Block des Schweizers gegen Andre Iguodala. Nach acht Fehlwürfen in Folge lagen die Gäste nach einem Viertel nur mit 26:25 in Front.

Eric Gordon brachte die Rockets mit seinem bereits 9.Punkt erstmals in Führung, das Momentum sprach in dieser Phase stark für die Texaner, die offensiv aggressiv spielten und GSW zu einigen Ballverlusten zwangen. Ohne Harden gelang ein 20-Punkte-Turnaround (38:27), Gordon blieb extrem heiß (20 Punkte zur Halbzeit). Der Champion wehrte sich, aber ein starker Schlussspurt sorgte dafür, dass Houston mit einer 9-Punkte-Führung in die Pause ging (58:49).

Durant dreht auf, aber Harden kontert - Overtime!

Mit seinem vierten Foul kurz nach Wiederbeginn brachte Edelverteidiger P.J. Tucker die Rockets in die Bredouille und wurde durch Austin Rivers ersetzt, der sogleich einen Dreier versenkte. Houston stellte wieder auf +12 und ließ einige Möglichkeiten aus, weiter davonzuziehen. 17 Punkte im dritten Abschnitt von Durant ließen den Rückstand der Gäste wieder schrumpfen, aber zwei Dreier von Iman Shumpert sorgten für Entlastung. Ein Dreier von Green stellte vor dem Schlussviertel auf -7 aus Warriors-Sicht: 84:91.

Nachdem Durant mit fünf teils unfassbaren Würfen 10 Punkte nachlegte, hatte er bereits 39 Punkte auf dem Konto und Golden State war plötzlich wieder vorne (94:93). Die Rockets trappten Durant nun konsequent, aber auch Iguodala und Klay Thompson trafen aus der Distanz. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach einem 4-Punkte-Rückstand brachte Thompson die Warriors von der Linie wieder in Führung (109:108), das Spiel wurde immer hektischer. Iguodala stellte in der finalen Minute per Dreier auf 112:110, Harden glich von der Linie aus. Nachdem Durant aus der Midrange verpasste, erzwang Thompson auf der anderen Seite einen Sprungball gegen Paul. Overtime.

Die Verlängerung begann mit zahlreichen Fouls, Iguodala antwortete von Downtown auf Gordon, gleiches tat Durant nach einem Harden-Floater. Durch einen tiefen Dreier von Harden zogen die Rockets auf 6 Punkte davon, 20 Sekunden vor Ende verstopfte Curry einen komplett offenen Dunk-Versuch und die Warriors verzichteten auf ein Foul: 126:121 Rockets!

Harden erzielte für Houston in 45 Minuten 41 Punkte (14/32 FG, 9 Rebounds) und wurde von Gordon tatkräftig unterstützt (30, 7/14 3FG). Capela verbuchte ein Double-Double (13 und 11), Paul hielt sich weitestgehend zurück (14, 8 und 7). Eine überragende Leistung von Durant (46 Punkte, 6/10 3FG) blieb somit ungekrönt, auch weil die Untertstützung fehlte. Zwar legte Green ein Triple-Double auf (19, 11 und 10), aber insbesondere Curry (17) enttäuschte.

Spiel 4 findet in der Nacht von Montag auf Dienstag (ab 3.30 Uhr live auf DAZN) erneut in Houston statt. Dann versuchen die Rockets die Serie auszugleichen.

Die wichtigsten Statistiken

Houston Rockets (4) vs. Golden State Warriors (1) 126:121 OT (BOXSCORE), Serie: 2-1

  • Hauptgrund für die Halbzeitführung der Rockets war ein Mann: Gordon. Der Wing hatte bereits 20 Punkte auf dem Konto und 4 seiner 9 Dreier versenkt. Auf eine solche Punktzahl in einer Playoff-Halbzeit kam der Routinier noch nie.
  • Nach katastrophaler Leistung in Spiel eins steigerte sich Capela von Spiel zu Spiel und war nuneiner der Sieggaranten. Mit unermüdlichem Einsatz sammmelte der Schweizer Offensiv-Rebounds (6) ein und setzte mit seinem Highlight-Block gegen Iguodala ein Ausrufezeichen. Gemeinsam mit Tucker war er hauptverantwortlich dafür, dass die Rockets das Reobunding-Duell haushoch für sich entschieden (67:48).
  • Die aggressive Spielweise der Rockets stellte die Warriors vor enorme Probleme, hatte jedoch auch zahlreiche Fouls zur Folge. Nachdem Tucker und Paul früh bei 4 bzw. 3 Fouls standen, war dies im weiteren Spielverlauf aber kein Thema mehr (24:22 Fouls für Houston).
  • Einer der kleinen Helden des Tages auf Rockets-Seite war auch Iman Shumpert: Legte er in den bisherigen Playoffs nur 3 Punkte im Schnitt auf, sorgte er in dieser Partie für wichtige Entlastung und traf drei Dreier für insgesamt 10 Punkte. Apropos Benchscoring: Auch in diesem Bereich lagen die Rockets klar vorne, auch Rivers spielte stark (8), sodass die Bank der Gastgeber die Warriors übertrumpfte (21:7).
  • Houston nahm in den bisherigen Playoffs 52 Prozent der Würfe aus der Distanz, in Spiel 3 sah dies anders aus. Die Rockets attackierten den Korb, zogen Freiwürfe oder schlossen dort hochprozentig ab. Nur 16 von 46 Würfen feuerten die Rockets in Halbzeit eins vom Perimeter ab (34,7 Prozent), am Ende waren es dann aber doch 45,2 Prozent aus der Distanz.

Houston Rockets vs. Golden State Warriors: Die Stimmen

James Harden (Houston Rockets): "Es wird ein Kampf, bei jedem Ballbesitz. Wir müssen körperlich und mental bereit sein, aber auch Spaß haben und auf einem hohen Level dagegenhalten. Ich habe mein Spiel gespielt und mich nicht davon beeinflussen lassen, ob ich Würfe treffe oder nicht."

Mike D'Antoni (Coach Houston Rockets): "Das ist James. Das ist es, was er macht. Er ist phänomenal, ich denke, er hat noch nicht einmal überragend gespielt heute für Harden-Verhältnisse."

Steve Kerr (Coach Golden State Warriors): "Sie waren uns überlegen. Sie haben gut gespielt und es verdient zu gewinnen."

Der Star des Spiels

James Harden. Ja, Eric Gordon überragte in der ersten Halbzeit, Kevin Durant in der zweiten, aber Harden war derjenige, der das Spiel mit 7 Punkten in der Verlängerung nach Hause brachte und den vorentscheidenden Dreier traf. Außerdem setzte er auch seine Mitspieler gut ein und leistete sich kaum Fehler (3 Turnover).

Der Flop des Spiels

Stephen Curry. Es ist einfach noch nicht die Serie von Steph, der nur sieben seiner 23 Würfe traf. Sein Wurf aus der Distanz wollte erneut nicht fallen, er fand nie seinen Rhymthmus, traf offene Würfe nicht und wollte es mit der Zeit erzwingen. Symptomatisch für seinen Auftritt der völlig freie Dunk, den er in der Verlängerung vermasselte.

Coaching Move des Spiels

Nachdem mit Tucker die persönliche Leibwache von Durant mit Foulproblemen zu kämpfen hatte, versuchte sich zuerst dessen Ersatz Rivers an KD, was aber überhaupt nicht funktionierte. Eine Mischung aus Switching und Defense von Gordon sollte den zweifachen Finals-MVP stoppen, was ebensowenig klappte. In der Schlussphase wurde Durant dann konsequent getrappt und somit seine Teamkollegen dazu gezwungen, Verantwortung zu übernehmen. Dies sollte schließlich der Schlüssel zum Sieg sein, in der Verlängerung nahm Durant nur noch zwei Würfe.

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