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NBA Playoffs: Ausgleich! James Harden entnervt die Golden State Warriors

Von Marc-Oliver Robbers
MVP James Harden war wieder einmal der überragende Spieler bei den Houston Rockets

Die Houston Rockets haben sich mit einem 112:108-Heimsieg (BOXSCORE) über die Golden State Warriors zurückgekämpft und die Serie ausgeglichen. Mit einem 2-2 geht es nun zurück in die Bay Area. James Harden war wieder mal in herausragender Form. Die Warriors lassen am Ende zwei gute Chance liegen.

Beide Coaches schickten die gleichen Starting Fives aufs Feld. Ohne den verletzten DeMarcus Cousins vertraute Steve Kerr der berüchtigten Hamptons Five. Auch die Aufstellung der Rockets kam mit Clint Capela als einzigen Big Man gewohnt klein daher.

Das Spiel begann mit einer unglaublich hohen Pace. Es entwickelte sich ein wildes Run-and-Gun-Spiel, das nach fünf Minuten die ersten Opfer forderte.

Kevin Durant erwischte James Harden mit dem Ellbogen am Kopf. Beide mussten behandelt werden, konnten aber weiterspielen, auch wenn sich KD in der Folge häufiger mal den verletzten Ellbogen hielt.

Stephen Curry, der in Spiel 3 einen völlig gebrauchten Tag erlebte, war bemüht dieses Spiel vergessen zu machen. Zwar fiel der Dreier weiterhin nicht, aber der Guard schloss dafür mehrfach erfolgreich am Brett ab. Elf Punkte erzielte Curry im ersten Viertel. Die Warriors gingen mit einer 3-Punkte-Führung in den zweiten Abschnitt.

James Harden führt Run der Rockets an

Da meldete sich nun auch Harden zu Wort. Der noch amtierende MVP packte nun vermehrt seinen gefürchteten Step-back-Dreier aus - mit Erfolg. Egal, wer es gegen Harden versuchte - es probierte sich so ziemlich jeder Warrior aus - keiner konnte ihn stoppen.

Mit einem 17:4-Lauf krallte sich Houston eine 12-Punkte-Führung. Denn es war nicht nur Harden, der im Spiel war. Mit Eric Gordon, PJ Tucker und Austin Rivers bekam der Superstar reichlich Unterstützung.

Nach der Pause wurde es dann noch mal hitzig. Green bekam einen Ellbogen von Harden ab und musste länger behandelt werden. Wenig später geriet er nach einem Foul von Chris Paul mit diesem aneinander. Auch Durant und CP3 tauschten ein paar Nettigkeiten aus. Es war Feuer in der Partie.

Durant und Curry vergeben Chance zum Ausgleich

Die Rockets bauten die Führung auf 17 Punkte aus. Doch dann meldete sich Golden State zurück. Angeführt von Durant und Curry schrumpfte der Meister den Rückstand auf vier Punkte zusammen. Houston wehrte sich und ging mit einer 9-Punkte-Führung ins Schlussviertel.

Hier wurde es nun wieder wilder. Es ging Hin und Her, und die Warriors schafften es tatsächlich noch mal in Schlagdistanz zu kommen. 19,2 Sekunden vor dem Ende verkürzte Curry auf zwei Punkte, Harden versenkte anschließend nur einen Freiwurf, sodass Golden State die Chance zum Ausgleich bekam, doch erst KD und dann Curry setzten ihre offenen Dreierversuche auf den Ring.

CP3 sicherte sich den Rebound und machte anschließend einen seiner beiden Freiwürfe. Das langte. Houston glich die Serie aus, die nun zurück in die Bay Area geht (Spiel 5 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag).

Harden war mit 38 Punkten bester Werfer der Partie, Eric Gordon kam auf 20 Zähler. Bei den Warriors erzielte Durant 34 Punkte, Curry traf für 30 Punkte. Der deutsche Big Man Isaiah Hartenstein blieb ohne Einsatz auf der Rockets-Bank.

Die wichtigsten Statistiken

Houston Rockets (4) vs. Golden State Warriors (1) 112:108 (BOXSCORE), Serie: 2-2

  • Die Rebounds sind in dieser Serie ein Thema. In den ersten beiden Spielen, die Golden State für sich entscheiden konnte, hatten sie auch die Reboundüberlegenheit (+12 und +4). In Spiel 3 gingen der Sieg und die Überlegenheit unter den Brettern (+20) an Houston. Auch in Spiel 4 ging das Reboundduell wieder an die Rockets (+12). Gerade am offensiven Brett arbeiteten die Texaner stark und kamen so zu Second-Chance-Punkten.
  • Die Splash Brothers hadern weiter mit ihrem Distanzwurf. Vor dem Spiel stand Curry bei 8/31 Dreiern in der Serie, Thompson bei 7/20. Das sind sicher nicht die Werte von Elite-Shootern. Und auch in Spiel 4 setzte sich die Wurfkrise fort. Curry traf 4 seiner 14 Versuche, Klay nur 1/6 aus der Distanz.
  • Es ist das fünfte Mal, dass die Warriors unter Steve Kerr nach vier Spielen eine ausgeglichene Serie haben oder zurückliegen. Bislang konnte Golden State jede dieser Serien für sich entscheiden. Zuletzt im Vorjahr gegen Houston. Doch in diesem Jahr ist es bedeutend enger. Gab es im Vorjahr noch einen Punkte-Unterschied von 19,8 Punkten, liegt er in dieser Serie bislang bei nur 4,8 Punkten.
  • Erstmals überhaupt gibt es in einer Serie mit Durant und Harden zwei Spieler, die in den ersten vier Spielen im Schnitt über 35 Punkte erzielen. Das hat das Elias Sports Bureau herausgefunden.

Der Star des Spiels

James Harden. Auch wenn der Superstar wertvolle Hilfe von seinen Teamkollegen erhielt, ohne Harden geht es einfach nicht. Sein Step-back-Dreier ist so brutal schwer zu verteidigen. Teilweise sieht es mühelos einfach aus, wie er seine Punkte erzielt. Dieses Mal waren es 38 Punkte bei 13 von 29 Versuchen aus dem Feld (6/17 3er). Dazu kamen 10 Rebounds und 4 Assists. Ebenfalls stark: PJ Tucker. Der Ex-Bamberger verteidigte gut gegen Durant, reboundete überragend und setzte auch offensiv Nadelstiche.

Der Flop des Spiels

Klay Thompson. Der Guard findet weiterhin nicht richtig in die Serie. 5/15 Würfen aus dem Feld fanden ihr Ziel, nur ein Dreier fiel durch den Ring. Das ist jetzt alles nicht erschreckend schwach, aber wenn man weiß, wozu Thompson eigentlich im Stande ist, sind die Maßstäbe nun einmal höher. Thompson schwimmt mit, Akzente setzen andere. Und so stehen am Ende 11 Punkte und 7 Rebounds in seinem Boxscore.

Coaching Move des Spiels

Coach Mike D'Antoni setzte dem Small Ball zeitweise die Krone auf, indem er Small Forward PJ Tucker auf die Center-Position stellte und dazu vier Guards positionierte. Eine Aufstellung, die alles switchen kann. Spieler wie Andrew Bogut bei den Warriors waren so völlig unspielbar. Mit Austin Rivers, der dann für Clint Capela reinrückte, hatte D'Antoni einen weiteren X-Faktor auf dem Court.

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