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NBA

NBA Spielbericht: Boston Celtics schaffen Comeback - OKC Thunder weiter sieglos

Von Philipp Jakob
Die Oklahoma City Thunder verlieren auch das vierte Spiel der neuen Saison gegen die Boston Celtics.

Auch im vierten Spiel der neuen Saison hagelt es für die Oklahoma City Thunder (0-4) eine Niederlage - und das, obwohl sie zwischenzeitlich mit 16 Punkten in Führung liegen. Die Boston Celtics (3-2) laufen jedoch spät heiß und gewinnen schließlich mit 101:95 (BOXSCORE).

Nach dem enttäuschenden Saisonstart reagierte Thunder-Coach Billy Donovan mit einer Veränderung in der Starting Five: Anstelle von Patrick Patterson durfte Jerami Grant von Beginn an ran. Russell Westbrook stand in seinem zweiten Spiel nach seiner Knie-OP erneut von Beginn an auf dem Parkett, Dennis Schröder kam als sechster Mann von der Bank.

Bei den Celtics gab es keinerlei Veränderungen, doch die Stars um Kyrie Irving und Gordon Hayward erwischten einen desaströsen Start. Von den ersten 12 Wurfversuchen fanden nur drei den Weg durch die Reuse, bei OKC lief es dagegen deutlich besser.

Dementsprechend enteilten die Hausherren früh. Eine Auszeit von Celtics-Coach Brad Stevens nach gut zweieinhalb Minuten beim Stand von 2:11 aus Sicht seines Teams brachte jedoch nicht den gewünschten Effekt. Im Gegenteil: Die Thunder machten weiter Druck und erhöhten den Vorsprung auf 19:6.

Erst gegen Ende des ersten Viertels schien Boston mit einem 10:3-Lauf endlich im Spiel anzukommen, unter anderem auch dank einiger guter Aktionen von Daniel Theis. Für eine Wende sorgten die Celtics damit allerdings nicht. Auch im zweiten Abschnitt blieb OKC spielbestimmend, die Gastgeber gingen mit 50:34 in die Halbzeitpause.

Doch in der Kabine fand Celtics-Coach Brad Stevens offensichtlich genau die richtigen Worte. Boston drehte im dritten Viertel ordentlich auf - auf einmal fiel sogar der Dreier, was in Hälfte eins noch schmerzlich vermisst wurde. Besonders Al Horford (19 Punkte, 9 Rebounds, 3/5 Dreier) stellte sein heißes Händchen mit zwischenzeitlich drei Triples in Folge unter Beweis.

Dennis Schröder und Daniel Theis mit soliden Leistungen

So beendeten die Celtics das dritte Viertel mit einem 19:5-Lauf, mit dem sie erstmals in der Partie die Führung übernahmen (74:73). Bis wenige Minuten vor Schluss blieb die Partie im Anschluss ausgeglichen. Kein Team konnte sich einen wirklichen Vorteil erspielen, bis schließlich Alex Abrines zwei Dreier in Folge für OKC versenkte.

Das legte den Grundstein für einen 10:2-Lauf der Thunder, mit dem die Gastgeber ein wenig zu enteilen drohten (94:85). Das sollte es aber noch lange nicht gewesen sein. Boston meldete sich schnell wieder zurück - eine Minute vor dem Ende glich Kyrie Irving per Layup aus.

Kurz darauf brachte Marcus Morris (21 und 10) die Kelten per Dreier in Front, anschließend scheiterte Westbrook von Downtown. Morris wiederum schnappte sich den Rebound und nutzte die Chance, von der Freiwurflinie den Vorsprung auf 4 Zähler auszubauen.

Die Thunder bekamen auf der anderen Seite keinen guten Wurf mehr, Westbrook machte dabei keinen guten Job und wollte es zu sehr erzwingen. Anschließend machte Boston von der Linie alles klar und gewannen das Spiel schließlich mit 101:95.

Neben Horford und Morris wussten auf Seiten der Celtics auch Jayson Tatum mit 24 Zählern zu überzeugen, Irving kam auf 15 Punkte, 5 Rebounds sowie 5 Assists. Bei den Thunder war Paul George mit 22 Zählern bester Werfer (7/22 FG), Westbrook beendete die Partie mit 13 Punkten (5/20 FG), 15 Rebounds und 8 Assists. Für die Thunder ist diese Niederlage gleichbedeutend mit dem schlechtesten Saisonstart, seitdem die Franchise ihren Sitz in OKC hat.

Dennis Schröder kam trotz einer insgesamt soliden Leistung in der Crunchtime nicht mehr zum Einsatz, der Deutsche legte aber 10 Punkte (4/10 FG), 6 Assists und 3 Rebounds auf. Theis auf der anderen Seite stand in der kompletten zweiten Halbzeit nicht mehr auf dem Parkett. In 9 Minuten in Hälfte eins erzielte er 4 Punkte und schnappte sich 1 Rebound.

Die wichtigsten Statistiken

Oklahoma City Thunder vs. Boston Celtics 95:101 (BOXSCORE)

  • In den Thunder und Celtics trafen an diesem Abend die beiden bisher schlechtesten Offenses der neuen NBA-Saison aufeinander - und bei den Gästen war zunächst erstmal keinerlei Besserung in Sicht. Von einem offensiven Rhythmus war bei Boston nichts zu sehen, in den ersten 24 Minuten waren gerade einmal 31,8 Prozent aller Wurfversuche erfolgreich.
  • Besonders aus der Distanz lief bei Boston wenig zusammen. Um genau zu sein: Gar nichts! In der ersten Halbzeit drückten die Kelten 12 Mal von Downtown ab - kein Ball fand den Weg durch die Reuse. Dann lief Boston aber heiß: 9 der nächsten 14 Dreier landeten im Korb, insgesamt schraubte Boston damit seine Dreierquote auf 34,4 Prozent (11/32) hoch.
  • Das Shooting der Thunder blieb auch im vierten Spiel unterirdisch (7/28 Dreier), das machten sie aber immerhin mit einer guten Präsenz in der Zone wieder wett. Einerseits kam OKC nach guten Drives von Westbrook oder auch Schröder zum Korberfolg, andererseits wütete OKC unter den Brettern. Die Thunder schnappten sich 16 Offensiv-Rebounds und ermöglichten sich so - gerade in Halbzeit eins - zahlreiche Second-Chance-Points.
  • OKC hielt die Gäste im ersten Abschnitt bei 16 Zählern, die mit Abstand wenigsten Punkte, die die Thunder in dieser Saison in einem Viertel zugelassen haben. Der Eindruck einer verbesserten Defense erübrigte sich jedoch spätestens im dritten Abschnitt, als Boston den Thunder 40 Zähler einschenkte.

Oklahoma City Thunder vs. Boston Celtics: Die Stimmen

Kyrie Irving (Boston Celtics): "Wenn wir nicht auf einer Wellenlänge sind, dann sind wir sehr, sehr schlecht. Ich denke, wir müssen ein Team sein, zusammen spielen. So spielen wir deutlich besseren Basketball. Das fängt auch bei mir an."

Paul George (Oklahoma City Thunder): "Es sind noch 78 weitere Spiele. Wir gehen ein Spiel nach dem anderen an. Morgen werden wir dieses Spiel hinter uns lassen, nachdem wir den Film angeschaut haben, und uns auf Phoenix vorbereiten."

Der Star des Spiels

Marcus Morris. Still und leise sammelte der Big Man Zähler um Zähler - auch er lief erst in Halbzeit zwei zur Höchstform auf. Von seinen insgesamt 21 Punkten kamen 19 nach dem Pausentee. Vor allem von Downtown brachte er seinem Team wichtige Impulse (4/5 Dreier), darunter auch den wichtigen Triple zur Führung kurz vor Schluss.

Der Flop des Spiels

Russell Westbrook. Für die eigenen Ansprüche des 29-Jährigen war das noch zu wenig. Gerade bei seinem Wurf und in Sachen Effizienz zeigte Westbrook noch eine Menge Rost, nachdem er die Vorbereitung und die ersten beiden Saisonspiele aufgrund einer Knie-OP im Sommer verpasst hatte. 15 Rebounds und 8 Assists bei 5 Ballverlusten klingt zwar nicht schlecht, doch seine 13 Punkte bei 5 von 20 aus dem Feld geht definitiv besser. Auch in der Cunchtime hatte er mehrere Fehlwürfe.

Coaching Move des Spiels

Das erneut schwache Shooting der Thunder machte der Offense der Hausherren folgerichtig auch in anderen Bereichen zu schaffen, beispielsweise beim Pick'n'Roll. Die Celtics rotierten in diesen Situationen viel Hilfe in Richtung Zone, um die Drives von Westbrook und Schröder zu verteidigen. Dadurch sah sich Westbrook vor allem in Hälfte zwei gezwungen, einige Pull-Up-Midrange-Jumper zu nehmen, die jedoch wenig effizient waren.

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