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Offense: Die Anziehungskraft des Stephen C.

Von Simon Haux
Mittwoch, 04.10.2017 | 12:00 Uhr
Steph Curry und James Harden gehören zu den besten Offensivspielern der NBA
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Effizienz und Einfluss: Was ist "gute" Offense?

Scorer, Dreierspezialisten, Spielgestalter - die entscheidende Frage haben all diese Percentages und Rates noch immer nicht beantwortet: Was ist nun "gute" individuelle Offense? Wer sind die "besten" Offensivspieler der NBA? Das entscheidende Schlagwort auf der Suche nach einer Antwort lautet Effizienz. Letztlich hilft einer Offense nicht der Spieler am meisten, der die meisten Punkte erzielt, sondern derjenige, der pro Ballbesitz die meisten Punkte kreiert - ganz gleich ob aus dem Feld, von der Freiwurflinie oder durch Vorlagen für seine Nebenleute.

Offensive Rating (ORtg)

Die Statistik, die genau dies abzubilden versucht, ist das von Stats-Guru Dean Oliver entwickelte individuelle Offensiv-Rating (nicht zu verwechseln mit dem Offensiv-Rating auf Teamebene). Es betrachtet neben Feld- und Freiwürfen auch Assists, Ballverluste und Offensiv-Rebounds, um die Punkte abzuschätzen, die ein Spieler pro 100 individuellen Ballbesitzen für seine Mannschaft produziert.

Natürlich ist es für Spieler, deren offensive Aufgaben sich nahezu ausschließlich auf Dunks oder weit offene Dreier aus der Ecke beschränken, deutlich einfacher, diese fehlerfrei zu erledigen. So finden sich unter den effizientesten Spielern der NBA regelmäßig auch offensiv eher limitierte Big Men (z.B. Rudy Gobert oder DeAndre Jordan) und reine Distanzschützen.

Betrachtet man aber das ORtg von Spielern in einer größeren offensiven Rolle, stößt man auf die absolute Elite der Liga. Kevin Durant pulverisierte in der regulären Saison 2016/17 mit einem ORtg von 125 förmlich den Liga-Durchschnitt von 108,8 Punkten pro 100 Ballbesitzen. Dahinter finden sich u.a. Jimmy Butler, Thomas, LeBron James und Curry. Westbrook (ORtg 112) fällt dagegen etwas ab - aufgrund der enormen Belastung als mit Abstand wichtigster und bester Offensivspieler der Thunder, aber auch aufgrund seiner Turnover und des nur durchschnittlichen Distanzwurfs.

Saison 2016/17*Saison 206/17**
#SpielerORtg#SpielerORtg
1Tyson Chandler1291Kevin Durant125
2Rudy Gobert1292Jimmy Butler123
3Montrezl Harrell1293Kyle Lowry123
4Andre Iguodala1294Isaiah Thomas122
5DeAndre Jordan1295Mike Conley121
6Otto Porter1296Kawhi Leonard121
7Tristan Thompson1287Karl-Anthony Towns121
8Cristiano Felicio1268Stephen Curry119
9Danilo Gallinari1269LeBron James119
10Nikola Jokic12610James Harden118

* Spieler mit mind. 1000 gespielten Minuten
** Spieler mit mind. 1000 gespielten Minuten und mind. 20 Punkten pro Spiel

On/Off-Werte: Wer macht seine Mitspieler besser?

Die bis hierhin beschriebenen Statistiken analysieren nahezu ausschließlich, was Offensivspieler mit dem Ball in der Hand anstellen. Andere Wege, den Erfolg des eigenen Teams zu beeinflussen - Spacing, Screens etc. -, bleiben dabei jedoch im Dunkeln. In dieses Dunkel können sogenannte On/Off-Werte zumindest etwas Licht bringen. Sie vergleichen die Statistiken einer Mannschaft, während ein bestimmter Spieler auf dem Feld steht bzw. auf der Bank sitzt. So liefern sie Indizien für den Einfluss, den er beispielsweise auf die offensive Effizienz seines Teams hat. Allerdings sind auch diese Werte natürlich mit Vorsicht zu genießen, da sie u.a. die Qualität der Mitspieler, Gegner und Backups außer Acht lassen.

Bei ausreichender Stichprobengröße (d.h. Minutenzahl) können sie aber durchaus Tendenzen aufzeigen. So haben die "besten" Spieler der NBA meist einen deutlich positiven Einfluss auf die Offense. Ein Blick auf die 15 Spieler, die 2016/17 in All-NBA Teams gewählt wurden, zeigt jedoch deutliche Unterschiede. Wenig überraschend macht Curry - der allerdings auch einen Großteil seiner Minuten neben Durant und Green auf dem Platz steht - die Warriors-Offensive deutlich effizienter. Mit dem Point Guard erzielte Golden State unglaubliche 118,1 Punkte pro 100 Ballbesitze. Ohne den 29-Jährigen sank dieses Offensiv-Rating auf 102,4 und damit noch unter den Wert der Philadelphia 76ers, des schlechtesten Offensivteams der Liga.

Während Curry also den Angriff des späteren Champions um 15,7 Punkte "besser machte", hielt sich der Einfluss manch anderer All-NBA-Spieler in Grenzen. So wurde die Offensive der Milwaukee Bucks und Toronto Raptors kaum schlechter, wenn ihre Stars Giannis Antetokounmpo (On-Off Offensiv-Rating: 1,7) und DeRozan (1,3) auf der Bank Platz nahmen. Currys enorme "Gravity", die Anziehungskraft, die er insbesondere durch seinen Wurf auf Verteidiger ausübt, spiegelt sich auch in den Wurfquoten seiner Mitspieler wieder. Durch die Lücken, die der zweimalige MVP in gegnerische Defenses reißt, steigt die TS% nahezu aller Warriors sprunghaft an, sobald der Curry das Parkett betritt.

Seite 1: Normierungen von Punkten, Rebounds, Assists und Co.

Seite 2: Der Wurf: effektives vs. "wahres" Shooting

Seite 3: Rolle und Spielweise: Scharfschütze Nowitzki und historischer Westbrook

Seite 4: Effizienz und "Gravity": Was ist "gute" Offense?

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