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Einmal auftanken, bitte!

Von Robert Arndt/Thorben Rybarczik
Mittwoch, 20.09.2017 | 11:03 Uhr
Dennis Schröder soll der neue Star der Atlanta Hawks werden
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Die Atlanta Hawks wagen den Rebuild - mit Dennis Schröder als Fixpunkt. Viel ist also nicht mehr übrig vom erfolgreichen Playoff-Team. Was bleibt stattdessen? Die Offseason-Analyse.

Die Transaktionen der Atlanta Hawks

Die Offseason der Hawks startete mit einem Knall. Dwight Howard wurde mit dem 31. Pick nach Charlotte verschifft, im Gegenzug kamen Miles Plumlee, Marco Belinelli und der 41. Pick des 2017er-Drafts.

Wer dann dachte, dass dafür Paul Millsap gehalten wird, war schief gewickelt. Die Hawks machten für ihren Star nicht einmal ein richtiges Angebot. Der Power Forward unterschrieb stattdessen bei den Denver Nuggets. Auch die Free Agents Thabo Sefolosha (Utah) und Jose Calderon (Cleveland) verließen die Hawks.

Gehalten wurden dagegen die Bigs Ersan Ilyasova (1 Jahr/6 Millionen Dollar) und Mike Muscala (2 Jahre/10 Millionen). Zusätzlich wurde in der ersten Runde des Drafts Power Forward John Collins an Position 19 ausgewählt. In der zweiten Runde sicherten sich die Hawks zudem die Rechte an Shooting Guard Tyler Dorsey (No. 41) und dem französischen Big Man Alpha Kaba (No. 60).

In der Free Agency wickelte das neue Management Atlantas noch ein paar kleine Deals ab. Aus San Antonio kam Center Dewayne Dedmon, dazu wurden die Scharfschützen Luke Babbitt aus Miami und Nicolas Brussino aus Dallas geholt. Diese Deals hatten alle eines gemeinsam - sie waren günstig.

Außerdem wurde das monströse Angebot der New York Knicks für Restricted Free Agent Tim Hardaway Jr. (4 Jahre, 71 Mio.) nicht gematcht.

Die Strategie der Atlanta Hawks

Alles neu in ATL. Während Atlanta über Jahre ein solides Playoff-Team mit einigen Ausbrüchen nach oben und unten war, wurde nun der radikale Umbruch vollzogen. Der Frontcourt der vergangenen Saison ist komplett ausgetauscht.

Um Howard loszuwerden, nahm es die Franchise sogar in Kauf, einen der schlechtesten Verträge der Liga (Miles Plumlee: 37,5 Millionen Dollar bis 2020) aufzunehmen. Obendrauf läuft der Vertrag von Plumlee auch noch ein Jahr länger als der von Superman.

Aus der 60-Siege-Saison vor zwei Jahren ist kein Starter mehr im Roster. Stattdessen hat nun Dennis Schröder die Schlüssel von der Franchise ausgehändigt bekommen. Der Deutsche gilt als Liebling von Mike Budenholzer und soll dafür sorgen, dass Atlanta in dieser schwierigen Übergangsphase halbwegs respektabel bleibt.

Coach Mike Budenholzer soll nun die Entwicklung von Talenten fortführen, eine Qualität, die bereits in der Vergangenheit unter anderen einem DeMarre Carroll einen dicken Vertrag bei einem anderen Team einbrachte. Neuerdings heißen Buds Projekte Taurean Prince, DeAndre' Bembry oder John Collins.

Der Fokus liegt also auf der Zukunft - und neben dem eigenen Talent steht für diese massig Spielraum zur Verfügung. Stand jetzt werden in der Saison 18/19 nur 69 Millionen Dollar an Gehalt fällig. Finanziell können die Hawks in künftigen Free Agencies also Anreize bieten. Zudem hat das Front Office dafür gesorgt, dass in den kommenden beiden Drafts neben den eigenen drei weitere Erstrundenpicks zur Verfügung stehen.

Die Schwachstellen der Atlanta Hawks

Der offensichtlichste Schwachpunkt ist schlicht und einfach der Mangel an Qualität. Allein beim Blick auf das Papier stellt sich die Frage, wer mit Ausnahme von Schröder für das Scoring sorgen soll. Ohne Millsap werden sich die Gegner vermehrt auf das Spiel des Deutschen einstellen.

Es bleibt fraglich, wie weit die Entwicklung einiger Rollenspieler gehen mag. Kent Bazemore unterschrieb 2016 für viel Geld, konnte dies aber nur bedingt rechtfertigen. Von ihm muss in diesem Jahr mehr kommen, vor allem was das Shooting betrifft.

Allgemein sind die Flügelpositionen bei den Hawks sehr dünn bestückt. Belinelli sollte kein Starter mehr sein, auch Prince oder Bembry bräuchten noch mehr Zeit und werden im kommenden Jahr einiges an Lehrgeld bezahlen.

Besonders bitter könnte es werden, wenn Schröder auf die Bank geht. Malcolm Delaney hatte große Probleme mit dem Tempo der Liga und besitzt nur einen Bruchteil der Explosivität von Schröder. Es fehlt somit an weiteren Ballhandlern. Bembry oder Bazemore sollten eigentlich nur Notlösungen sein.

Ein weiteres Problem der vergangenen Saison war das Shooting von draußen. Dort wurde zwar der Hebel angesetzt, doch Belinelli, Brussino oder Babbitt sind zwar Spezialisten, haben aber eben auch defensiv riesige Löcher in ihrem Spiel.

Der Hoffnungsträger der Atlanta Hawks

Der Rebuild der Hawks soll um Dennis Schröder herum stattfinden. Wie sehr er im Fokus steht, zeigte die Tatsache, dass Coach Bud zur EuroBasket nach Israel reiste, um seinen Schützling zu beobachten.

DS17 wird nun bei den Hawks in einer ähnlichen Situation sein wie bei der Nationalmannschaft, da er der mit Abstand beste Spieler des Rosters ist. Dass er damit umgehen kann, hat er bei der EM gezeigt - nur die hin und wieder aufflammende Turnover-Anfälligkeit fiel negativ auf. Wenn er diese in den Griff bekommt, spricht nicht viel dagegen, dass er im Osten als Star seines Teams früher oder später All-Star wird.

Das Fazit

Das neue Management der Hawks hat sich zu einem mutigen Schritt entschlossen: dem Umschalten in den Tanking-Modus. Gerade eine Franchise wie Atlanta, die große Probleme hat, überhaupt die Halle zu füllen, sollte sich dies zweimal überlegen.

Die Entscheidung war dennoch richtig. Millsap war auch schon 32 Jahre alt, besser wäre er nicht mehr geworden. Der Howard-Trade schien dagegen übereilt. Warum wartete man nicht ein wenig länger? Natürlich hatte D12 keinen guten Ruf in der Liga, doch dass dabei nur ein Plumlee und Belinelli heraussprang, war mehr als enttäuschend. Gehalt wurde dabei auch nicht gespart - im Gegenteil.

Als Erfolg darf die Offseason erst gewertet werden, wenn Atlanta im kommenden Jahr tatsächlich sehr hoch picken darf. Im schwachen Osten ist die "Konkurrenz" aber nicht gering. Zudem besitzt man mit Budenholzer einen ehrgeizigen und ausgebufften Coach, wodurch die Hawks eventuell sogar die Erwartungen übertreffen könnten. Die Serie von zehn Playoff-Teilnahmen in Folge wird aber mit ziemlicher Sicherheit reißen.

Die Note: 4-

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