Houston Rockets - Dallas Mavericks 93:92

Nächste Pleite! Cleverer Harden erledigt Mavs

Montag, 31.10.2016 | 03:55 Uhr
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Die Dallas Mavericks (0-3) haben zum zweiten Mal in Folge gegen die Houston Rockets (2-1) verloren und warten damit immer noch auf ihren ersten Saisonsieg. Ohne den angeschlagenen Dirk Nowitzki setzte es eine äußerst bittere 92:93-Niederlage. Die Entscheidung fiel erst eine Zehntelsekunde vor dem Ende.

Zum zweiten Mal in Folge traten die Mavs ohne Dirk Nowitzki an, der sich zwar aufwärmte und trainierte, vor dem Tip-Off jedoch ins Team-Hotel zurückkehrte. In seiner Abwesenheit verteilten seine Kollegen die Offensivlast auf mehrere Schultern: Wesley Matthews kam auf 25 Zähler, J.J. Barea auf 18. Harrison Barnes baute nach seinem zuletzt starken Auftritt wieder ab (10 Punkte, 3/11 FG).

Auf der anderen Seite erwischte zwar James Harden nicht seinen besten Shooting-Abend, kam am Ende aber trotzdem auf 28 Punkte, 7 Rebounds und 7 Assists. Darüber hinaus entschied er das Spiel zugunsten der Rockets eine Zehntelsekunde vor Schluss von der Freiwurflinie. Unterstützt wurde The Beard von Ryan Anderson und Eric Gordon, die jeweils 14 Zähler auf ihrem Konto hatten.

Die Reaktionen:

Rick Carlisle (Head Coach Mavericks): "Wir waren dicht dran und hatten am Ende die Chance auf die Verlängerung. Dann kam dieser Pfiff."

Wesley Matthews (Mavericks): "Wir sind nicht die Warriors, nicht die Cavs und nicht die Spurs. Aber wir sind ein gutes Team. Wenn wir unsere Fehler weiter miniminieren, werden wir gewinnen."

James Harden (Rockets): "Coach D'Antoni hat mich verwirrt. Er sagte, ich solle den ersten Freiwurf treffen und den zweiten daneben werfen. Ich habe es umgekehrt gemacht."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Rockets hatten keinen Grund, etwas an ihrer Starting Five zu ändern und schickten wie vor zwei Tagen Harden, Gordon, Ariza, Anderson und Capela aufs Feld. Bei den Mavs nahm Dirk zwar am Training teil, reiste aber vor dem Tip-Off zurück ins Hotel (Magen-Darm-Probleme und Schmerzen an der Achillessehne). Curry, Williams, Matthews, Barnes und Bogut standen von Beginn an auf dem Parkett - Barea wurde zunächst rausrotiert.

1. Viertel: Beide Teams zogen anfangs ein langsames Spiel auf und warteten geduldig auf ihre Würfe. Bei den Mavs kreierten vor allem D-Will und Barnes die Abschlüsse und kamen mehrfach zum Brett. Die Gastgeber verließen sich mehr auf ihren Distanzwurf - der auch reinfiel. Gordon und Ariza sorgten für drei schnelle Triples. Nach einer Carlisle-Auszeit nahm die Angelegenheit Fahrt auf, was eher den Rockets in die Karten spielte. In der Schlussminute gab es einen Schlagabtausch vom Parkplatz: 35:24 Houston.

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2. Viertel: Die Mavs-Offense hatte immer mehr Probleme mit dem schnellen Ball Movement der Raketen. So kamen diese zu vielen einfachen Punkten in der Zone und schöpften daraus noch mehr Selbstvertrauen beim Dreier. Auf der anderen Seite hielt Powell die Mavs mit starken Aktionen zumindest halbwegs in Schlagdistanz (43:29). Dann sorgte D-Will für eine Schrecksekunde, als er mit Brewer zusammenprallte und mit Schmerzen am rechten Knie zur Bank humpelte. Er kam aber schnell zurück und half dabei, den Rückstand etwas zu verkürzen: 63:53.

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3. Viertel: Matthews streute zwei Treffer von Downtown ein, wodurch die Partie wieder offen war. D-Will komplettierte einen 9:0-Run (65:62), was Coach D'Antoni zu einer Auszeit zwang. Das half seinem Team aber nicht weiter, da sich Matthews warm geschossen hatte und das Spiel zwischenzeitlich ausglich. Anschließend verfielen beide Offenses in hektische Aktionen, was voreilige Abschlüsse und Leichtsinnsfehler zur Folge hatte. Dreier von Harden und Dekker ließen den Rockets-Vorsprung wieder wachsen: 80:70.

4. Viertel: Ein perfekter Alley-Oop von Ennis auf Capela läutete den Schlussabschnitt ein. Doch Dallas blieb am Ball - auch, weil Barea einen wilden Dreier traf. Allerdings blieb die Wurfquote der Mavs im 30er-Bereich, weshalb die vorhandenen Schwächephasen des Gegners nicht genutzt werden konnten. Als Harden per Dreier zum 89:80 traf, roch es etwas nach Vorentscheidung - doch Matthews hatte mit einem persönlichen Run etwas dagegen. In den Schlusssekunden zwang Matthews Harden zu einem Airball, sodass die Mavs die Chance zum Ausgleich hatten - und Matthews traf von ganz weit draußen zum 92:92! Allerdings kam Harden im letzten Angriff des Spiels noch einmal in die Zone und wurde von Matthews gefoult. Der zweite Freebie zum Endstand saß. Bitter aus Mavs-Sicht: Zuvor hatte The Beard Matthews klar am Trikot gezogen.

Dallas vs. Houston: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: James Harden. Wie schon vor zwei Tagen hatte er zunächst Probleme mit der intensiven Verteidigung von Matthews. Doch wenn er gebraucht wurde, war er zur Stelle - seine Fähigkeit, Fouls zu ziehen (9/12 FT), ist nach wie vor einzigartig und effektiv. Bezeichnend, dass der Gamewinner ein Freiwurf war.

Der Flop des Spiels: Seth Curry. Dass der Guard 23 Minuten auf dem Parkett stand, fiel praktisch nie auf. In der Offense versteckte er sich, in der Defense war er überfordert. Hatte er doch mal eine offene Wurfmöglichkeit, verweigerte er diese oder setzte sie auf den Ring (0 Punkte, 0/3 FG).

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Das fiel auf:

  • Die Rockets switchten in der Anfangsphase nahezu jedes Pick-and-Roll der Mavs. Da diese meist mit drei Guards auf dem Feld standen, hätte es eigentlich haufenweise Mismatches geben müssen. Doch bis auf D-Will und Barnes hatte kein Ballhandler das Selbstvertrauen, sich einen eigenen Wurf zu kreieren. So hatte es die Houston-Defense entsprechend einfach.
  • Matthews verteidigte erneut stark gegen Harden. Aus Isolationen heraus konnte dieser kaum Akzente setzen. Wenn der Bart viel dribbelte, sank die Erfolgschance seines Teams. Allerdings realisierte er das auch selbst und agierte oftmals abseits des Balles - oder er spielte einen präzisen Pass auf einen abrollenden Big Man (6 Assists zur Halbzeit).
  • Beide Teams verzichteten nahezu komplett auf das Post-Spiel. Während sich Bogut auf zweite Chancen und auf Offball-Screens konzentrierte, glänzten auf der anderen Seite Capela und Nene aus dem Pick-and-Roll. Kam doch mal ein Big Man in die Situation, mit dem Rücken zum Korb den Ball zu besitzen, sah er zu, dass er ihn schnell wieder los wurde.
  • In der Schlussphase streuten die Mavs immer wieder eine 2-3-Zone ein, womit sie die Drives von Harden und Co. recht gut eindämmen konnten. Allerdings muss sich die Defense den Vorwurf gefallen lassen, zu oft auf Hardens Foul-Provokationen am Brett hereingefallen zu sein. Doch das passiert ja 90 Prozent der ganzen Liga.

Der Spielplan im Überblick

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