Mittwoch, 27.04.2016

Spiel 5: Toronto Raptors - Indiana Pacers 102:99

Spiel gedreht! Raptors fehlt ein Sieg

Die Toronto Raptors haben Spiel 5 der Erstrundenserie gegen die Indiana Pacers vor eigenem Publikum mit 102:99 (BOXSCORE) gewonnen und damit auf 3-2 im best-of-seven-Format gestellt. Dabei hatten die Gäste, angeführt von Paul George, das Spiel über lange Zeit im Griff, bevor ein epischer Raptors-Lauf im Schlussviertel die Wende brachte.

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Raptors-Rookie Norman Powell schnappte sich an der linken Seitenlinie einen Pass, der für Paul George bestimmt war, sprintete zum gegnerischen Korb und vollendete per Breakway-Slam. 15:2-Run für das Heimteam, Ausgleich zum 92:92 - und ohrenbetäubender Jubel auf den Rängen und im "Jurassic Park" vor dem Air Canada Center. Plötzlich sah es so aus, als könnten die Raptors ihren Heimvorteil verteidigen. Dabei hatten sie bis dato für mehr als drei Viertel kein einziges Mal geführt.

Ein Lauf von Toronto zu Beginn des Schlussviertels war fast zu erwarten gewesen, schließlich bekam Paul George nach bis dato sensationeller Leistung und 37 Punkten seine Pause. Indiana war in der Folge mit einem ineffektiven Rodney Stuckey ungefährlich - und schließlich hatten die Pacers auch in der ersten Halbzeit ohne PG-13 auf dem Feld Federn gelassen. Als er beim Stand von 90:83 wieder aufs Parkett kam, schien noch alles im Rahmen, aber vier Turnover und zwei verfehlte Freiwürfe von Stuckey später war alles wieder pari.

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Bereits bei seinem eher unbekannten College-Team, den Davidson Wildcats, war der Point Guard nur schwer zu stoppen. In drei Uni-Jahren legte er im Schnitt aber mehr als 25 Punkte auf
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Auch wenn ihn aufgrund seines schmächtigen Körpers viele eher kritisch sahen, hinderte das die Golden State Warriors nicht daran ihn 2009 an 7. Stelle zu draften
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Dort wurde er mit dem 2011 gedrafteten Klay Thompson zusammengeführt, mit dem er seitdem die Splash Brothers bildet. Logisch, dass ein Spitzname bei dem starken Shooting der beiden nicht lange auf sich warten ließ
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Nach seinem zweiten Platz beim Rookie of the Year Award 2010 war er auch als Sophomore weiter erfolgreich. In seiner zweiten Saison gewann er die NBA Skills Challenge und zeigte, dass mit dem Ball nur wenige so gut umgehen können, wie er
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Doch gleich mehrere Knöchelverletzungen ließen Zweifel an Currys Profisport-Tauglichkeit aufkommen. In der Saison 2011/2012 konnte er nur 26 Spiele bestreiten
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Aber die Warriors glaubten an ihn und Curry unterschrieb eine Rookie-Extension über vier Jahre und 44 Mio. Dollar, die für das Team nicht ohne Risiko war. Doch in der Saison 2012/2013 folgte der endgültige Durchbruch...
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Curry wurde die Ehre zuteil, bei seinem ersten All-Star-Game direkt zu starten. Schnell zog er in der Gunst der NBA-Fans an Point-Guard-Liebling Chris Paul vorbei
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In der Postseason 2013 sorgten die Dubs für Aufsehen, als sie die Spurs um Spielmacher-Legende Tony Parker an den Rand der Niederlage brachten
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Durch seine starken Leistungen in der besten Basketballliga der Welt wurde Curry auch beim Team USA einer der wichtigsten Spieler. Zwar fehlt ihm noch Olympiagold, aber zwei Weltmeistertitel darf er bereits sein Eigen nennen
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Nach einer Saison mit 67 Siegen spielten sich die Warriors 2015 in die Finals, wo es zu einem erbitterten Kampf mit den Cleveland Cavaliers kam
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In dieser Saison hat sich Curry auch noch einmal persönlich verbessert. Er versenkte insgesamt sensationelle 402 Dreier - einsamer Rekord!
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Mit 30,1 Punkten pro Spiel (45,4 Prozent Dreier), 6,7 Assists und 2,1 Steals ist er einfach nicht zu stoppen
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Und die Raptoren hatten Blut geleckt! Während das garstige Schlussviertel der Gäste weiterging und einfach überhaupt nichts gelingen wollte - von der abgeklärten Leistung der ersten 36 Minuten war nichts mehr zu sehen - versenkten DeMar DeRozan (34 Punkte) und Cory Joseph zwei Dreier in Folge. Plötzlich war Toronto davongezogen.

Die Entscheidung? Noch nicht! Solomon Hill versenkte 15 Sekunden einen Dreier, und nachdem ein wilder Drive von Monta Ellis (8 Punkte) Sekunden vor dem Ende nichts einbrachte, bekam er beim Stand von 99:102 noch einmal den Ball von George. Er stieg hoch und versenkte den Triple mit der Sirene zum vermeintlichen Ausgleich - doch die Zeitlupe bewies: Das eine oder andere Zehntel hatte gefehlt. Game over!

"Wir hatten die Chance, auswärts zu gewinnen und 3-2 in Führung zu gehen, mit dem kommenden Heimspiel. Das ist übel", ärgerte sich George. "Wieder einmal sind wir dem Moment nicht gerecht geworden." Man habe am Ende zu nervös gespielt und nur noch reagiert.

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Guter Pacers-Start dank George

Coach Dwane Casey hatte seine Starting Five für Game 5 umgestellt und Power Forward Patrick Patterson statt Luis Scola als Starter nominiert. Das brachte ihm zu Beginn keine Früchte ein, weil die Pacers defensiv zupackten und Center Jonas Valanciunas (11 Punkte) in den ersten vier Minuten zu vier Turnovern zwangen. Dank dieser Fastbreak-Punkte zog man früh auf 13:6 davon - und weil dann noch 7 der ersten 10 Dreier fielen, führte man spät im ersten Viertel bereits mit 17 Punkten. Vor allem George war nicht zu bremsen und beendete die erste Hälfte mit 22 Punkten. "Geduld ist wichtig", so DeRozan nach dem Spiel. "Man darf nicht frustriert sein, sondern muss auf Kurs bleiben. Und das werden wir auch weiter tun."

Dass die Pacers zum Seitenwechsel trotz klarer Überlegenheit von Downtown nicht noch höher führten (11:3 Dreier), lag vor allem an DeRozan, der mit 19 Punkten gegenhielt und sich immer wieder an die Freiwurflinie kämpfte. Kyle Lowry war bis dato eher blass geblieben, und auch im dritten Viertel fiel er vor allem dadurch auf, dass er den linken Arm von George beim Kampf um einen Rebound einklemmte und im Fallen auf diesem landete. Das brachte ihm einen wütenden Stoß von George und diesem ein technisches Foul ein.

Toronto Raptors vs. Indiana Pacers: Hier geht's zum BOXSCORE

Bis auf fünf Punkte kamen die Gastgeber in einem von vielen Freiwürfen geprägten dritten Abschnitt zwischenzeitlich heran, aber dann folgten acht Fehlwürfe in Serie, während George und Co. ihren Vorsprung methodisch wieder bis auf 15 Punkte ausbauten. Der 21:2-Run, der folgen sollte, war zu diesem Zeitpunkt aber auch überhaupt nicht abzusehen. Bis Casey auf ein kleines Lineup umstellte: "Sie haben uns in den Hintern getreten, da wollten wir die Jungs spielen lassen, die bis zum Ende kämpfen."

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In Spiel 6 am Freitag stehen die Pacers damit mit dem Rücken zur Wand - aber auch die Raptors wissen, was die Stunde geschlagen hat. "Wenn wir da nicht die Mentalität vom vierten Viertel an den Tag legen, wird das ein langes Spiel für uns", wsste Casey.

Neben George, der am Ende mit 39 Punkten (11/19 FG, 12/12 FT) eine persönliche Playoff-Bestleistung aufstellte, wussten Myles Turner (14 Punkte) und George Hill (14) zu überzeugen. Auf der Gegenseite kam Lowry am Ende auf 14 Punkte, Center Bismack Biyombo steuerte von der Bank ein Double-Double bei (10 Punkte, 16 Rebounds).

Der Spielplan im Überblick

Stefan Petri
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Stefan Petri(Redaktion)

Stefan Petri, Jahrgang 1983, ist seit 2012 für SPOX.com tätig. Aufgewachsen in Hemsbach an der schönen Bergstraße, verschlug es ihn nach seinem Anglistik- und Geschichtsstudium in Heidelberg nach München. Mitglied im NFL-, NBA- und MLB-Ressort, kümmert sich als Sports-Allrounder u.a. auch um Tennis, Snooker, Wintersport, etc.

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