Draft-Busts und ihre Folgen

Das Spiel mit dem Zonk

Von Ole Frerks
Mittwoch, 25.09.2013 | 15:51 Uhr
Tür 1: Ein verpletzungsgeplagter Sam Bowie. Tür 2: "His Airness", sechsmaliger NBA-Champion
© getty
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Der Draft produziert alle Jahre wieder sowohl Erfolgs- als auch Horrorstories. Tony Parker etwa wurde an Nummer 28 gezogen, während Kwame Brown als No.1-Pick über die Ladentheke ging. Nowitzki an neun, Olowokandi an eins. Wir haben uns einige der größten Fehlentscheidungen der Draft-Historie rausgesucht und blicken auf die Folgen. Das "Was wäre wenn"-Spiel macht schließlich Spaß - es sei denn, man hält es mit den Blazers.

2007: Blazers holen Greg Oden an Eins

Später ist man immer schlauer. Klar. Wer weiß schon, was aus Greg Oden ohne seine diversen Verletzungen für ein Spieler geworden wäre? Die allermeisten Franchises hätten sich damals wohl wie Portland entschieden und Oden statt Kevin Durant geholt. Es ist allerdings ein Mythos, dass die üppigen Verletzungssorgen des Centers überraschend waren.

Bereits vor dem Draft war bekannt, dass Odens rechtes Bein 2,5 cm länger ist als sein linkes - bei 2,13 m Körpergröße und 129 kg Gewicht ein klarer Hinweis auf künftige Verletzungsprobleme. Wie seine Karriere seitdem verlief, ist bekannt. Bei der Franchise-Historie der Blazers hätten sie es eigentlich besser wissen und Durant nehmen müssen (siehe weiter unten).

Was geschieht in Portland mit Durant? Statt wie in Seattle die einzige Scoring-Option in einem hoffnungslosen Team zu sein und auf der falschen Position (Shooting Guard) auflaufen zu müssen, kommt er in ein Team, das mit Brandon Roy und LaMarcus Aldridge bereits über einen talentierten Kern verfügt. Auch ohne ihn gewinnen die Blazers 07/08 41 Spiele - mit ihm wäre über Jahre ein Top-Team in Oregon zusammengewachsen.

Wo die Sonics bzw. die Thunder heute stehen würden, hätten sie damals Oden bekommen, ist schwer zu sagen. Sie hätten zwar in den nächsten Jahren weiter hoch gedraftet, Spieler vom Schlage eines Kevin Durant tauchen aber weiß Gott nicht in jedem Jahrgang auf. Für Seattle/OKC war in diesem Fall der zweite Preis der eigentliche Hauptgewinn.

1993: 76ers holen Shawn Bradley an Zwei

Ein klassischer Pick der Marke "You can't teach height". Bradley war 2,29 m groß, hätte in der Theorie also eine absolute Macht am Brett werden müssen.

"The Stormin Mormon" hatte allerdings in den vorigen beiden Jahren den Basketball gegen die Bibel eingetauscht und war in Afrika als Missionar unterwegs. Außerdem war er fast genauso dünn wie Manute Bol, der noch zwei cm größer war, in den Vorjahren als Center für Philly auflief und kurz nach dem Bradley-Pick entlassen wurde.

Die Logik hinter diesen Moves war eher "speziell", zumal mit dem alternden Moses Malone sowie Eric Leckner und Isaac Austin noch drei weitere Center im Kader standen. Vielleicht wollte man einfach immer einen der größten Spieler überhaupt im Roster haben...

Auf den kleineren Positionen hingegen hatte Philly viel eher Handlungsbedarf. Im Draft waren unter anderem noch Penny Hardaway, Jamal Mashburn, Allan Houston oder Sam Cassell zu haben - alles Spieler, die es im Gegensatz zu Bradley mindestens einmal ins All-Star-Game geschafft haben.

Der Draft 1993 war mit Sicherheit nicht der einzige, aber doch einer der wesentlichen Gründe, warum Sixers-Fans die Zeit von 1992-1996 das "Dunkle Zeitalter" nennen. Dass Bradley eine totale Enttäuschung gewesen sei, ist allerdings auch wiederum ein Mythos: Immerhin brach er in seiner zweiten Spielzeit den 76ers-Rekord für die meisten Blocks innerhalb einer Saison (274) und legte z.B. gegen die Clippers 28 Punkte, 22 Rebounds und 9 Blocks auf.

In seiner Zeit bei den Mavericks führte er in der Saison 1997/1998 die Liga in Sachen Blocks an. Aber: Man hatte sich insgesamt doch mehr Leistung und mehr Konstanz erhofft.

2005: Atlanta holt Marvin Williams an Zwei

Dass man einen Spieler mit dem zweiten Pick holt, der am College kein Starter war, ist zwar merkwürdig, aber verzeihlich, wenn es im Draft keine talentierteren Spieler gibt oder man für seine Problemposition keine Lösung findet. Mal sehen...die Point Guards der Hawks in der Saison 2005/06? Tyronn Lue und Royal Ivey. Die nächsten beiden Picks im Draft 2005? Deron Williams und Chris Paul.

Die Hawks hatten damals unter anderem schon Josh Smith und Joe Johnson im Kader. Mit einem Elite-Point-Guard wie CP3 oder D-Will hätte Atlanta nach kurzer Zeit zu einer Macht im Osten aufsteigen können, stattdessen blieben sie jahrelang im Mittelmaß hängen.

Und das war ihre eigene Schuld. Paul und Williams hatten am College bereits Erfolge vorzuweisen, wurden beide All-Americans - von Geheimtipps kann also keine Rede sein. Dass Marvin Williams beiden vorgezogen wurde, fällt demnach eindeutig in die Kategorie "unverzeihlich".

Trotz mehrfacher Draft-Fehlentscheidungen (ein Jahr später: Shelden Williams statt Brandon Roy) schafften es die Hawks regelmäßig in die Playoffs. Der Kader hatte viel Talent, trotzdem fehlte es an Struktur. Mit Paul hätten die Hawks wesentlich mehr erreichen können als die erste Playoffrunde, mit Roy hätte man Joe Johnson 2010 nicht einen der schlechtesten Verträge überhaupt geben und mittlerweile den Rebuild einleiten müssen.

2009: Timberwolves holen Jonny Flynn an Sechs

2009 wurden gleich elf Point Guards in der ersten Runde gezogen, unter anderem Stephen Curry, Ty Lawson, Jrue Holiday und Brandon Jennings. Minnesota sicherte sich zwei Einser: Ricky Rubio und Jonny Flynn. Der Rubio-Pick ist aus heutiger Sicht vertretbar, auch wenn die Wolves ganze zwei Jahre auf die Ankunft des Spaniers warten mussten.

Bei Flynn verhält es sich anders. In Ermangelung besserer Alternativen legte der zwar in seinem Rookiejahr recht ansprechende Statistiken auf, danach ging es jedoch ständig bergab - im letzten Jahr spielte Flynn in Australien, nachdem er innerhalb der Saison 11/12 bei gleich drei verschiedenen Teams "gegangen wurde". Curry und Lawson spielten derweil in der ersten Playoffrunde als Anführer ihrer Teams gegeneinander.

Es ist ohnehin fraglich, warum man einen zweiten Lottery-Pick für einen Point Guard verwendet, wenn man mit Rubio bereits den vermeintlichen Einser der Zukunft gezogen hat. Zumal etwa mit Curry ein Spieler zu haben war, der mit seinem großartigen Wurf auch neben Rubio hätte auflaufen können - und der Minnesota auch in den zwei Jahren ohne Rubio weitergeholfen hätte.

Seite 2: Milicic, Bowie und die Furcht der Krieger

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