Rookie Watch

Bennett: Die überraschende Nummer 1

Von Thomas Huesmann
Donnerstag, 22.08.2013 | 13:09 Uhr
Anthony Bennett hatte beim Draft niemand wirklich als Nummer-eins-Pick auf der Rechnung
© getty
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Anthony Bennett hatte beim Draft niemand als Top-Pick auf der Rechnung. Doch die Cavs sind überzeugt vom vielseitigen Forward, der viele an NBA-Legende Larry Johnson erinnert.

Es geschah am 27. Juni 2013: "With the first pick of the 2013 NBA-Draft the Cleveland Cavaliers select - Anthony Bennett." Boom! Mit diesen Worten brachte Commissioner David Stern die Bombe zum Platzen, versetzte die Basketballwelt in Aufruhr. Sogar die US-Kollegen, die das Event live begleiteten, fielen fast von ihren Kommentatorenplätzen. Klar, der Draft wurde als unberechenbar eingestuft. Die klare Nummer eins, sprich den "No-Brainer", gab es nicht.

Doch dass ein Freshman der weniger renommierten University of Nevada, Las Vegas (UNLV) und zugleich der erste Kanadier überhaupt als Top-Pick über die imaginäre Ladentheke ging, das war für viele Beobachter zu viel des Guten. Selbst Protagonist Bennett wusste nicht, wie ihm geschah, und übte sich im Understatement: "Ich bin genauso überrascht wie alle anderen", sagte der 20-Jährige.

Starkes Jahr am College

In der Tat haben die Cavs beim Draft mal wieder alle überrascht. Die Franchise aus Ohio hat scheinbar ein Faible für Außenseiter, setzte 2011 mit Tristan Thompson und 2012 mit Dion Waiters bereits jeweils auf ein niedriger gelistetes Pferd. Und nun Bennett, der im Vorfeld auf einigen Mock-Draft-Seiten gerade noch in den Top 10 war. Selbst sein Agent Jeff Schwartz hatte damit gerechnet, dass Anthony erst an achter Stelle von Detroit gepickt wird.

Dabei ist der bullige Kanadier in Fachkreisen schon lange kein Unbekannter mehr. Myron Medcalf, NCAA-Experte bei "ESPN", hatte im Dezember getwittert: "Vergesst den ,Freshman des Jahres'-Award. Bennett hat das Zeug zum Collegespieler des Jahres." Sein Kollege Gary Parrish (CBS) pflichtete ihm während eines Spiels bei: "Er sollte sich noch während dieser Halbzeit für den Draft anmelden. Sieht so aus, als würde ein Mann mit Kindern spielen."

Tatsächlich rückte Bennett aufgrund seiner Physis und Beweglichkeit ins Blickfeld der nationalen Presse. Satte 109 Kilogramm verteilt auf 2,01 Meter machen einiges her. Vor allem, wenn man sie wie Bennett vielseitig und effektiv in Szene setzt. So besticht der in Toronto geborene Big Man als hochprozentiger Finisher am Brett, ist mit seinem lockeren Händchen aber auch aus der Distanz gefährlich. Der Lohn: Für UNLV legte der Forward 16,1 Punkte und 8,1 Rebounds auf und führte die Rebels in seiner einzigen Collegesaison zu einer Bilanz von 25:10 Siegen.

Zurückhaltender Typ

Dennoch gab es konstant Kritiker, die etwa seine Größe und Fitness (16 Prozent Körperfett; die meisten anderen Rookies haben einen Wert zwischen vier und neun!) bemängelten. Auch deshalb war Bennett für viele Amerikaner bis zum großen Knall am Draft-Abend ein unbeschriebenes Blatt, was natürlich auch an seinem Engagement an der zuletzt selten im Fokus stehenden Uni Nevadas lag.

Dabei hatte der Kanadier nach der Highschool Angebote von Top-Colleges wie Kentucky, Florida und Oregon vorliegen. Doch getreu seinem bescheidenen Wesen - Anthony wurde von seiner alleinerziehenden Mutter Edith mit den Geschwistern Sheldon (29) und Danielle (33) großgezogen - entschied sich der Forward für ein beschauliches Umfeld.

Den Traum von der NBA hatte er anders als viele seiner gehypten Kollegen ohnehin nicht von Kindesbeinen an verfolgt. "Irgendwann bin ich deutlich gewachsen", beschreibt Bennett. "Plötzlich riet mir jeder dazu, Basketball zu spielen. Ich habe mir dann gedacht: Okay, versuch es und schau, wohin dich die Reise führt." Sie führte zum Händeschütteln mit David Stern und dem dazugehörigen Bild, das die US-Tageszeitungen füllte.

Und das, obwohl seine Reise auf dem Court zuletzt etwas ins Stocken geraten ist. Im Mai musste sich Bennett einer OP an der linken Schulter unterziehen. Sein Arzt versichert zwar, dass "er im Oktober auf den Court zurückkehren und zu 100 Prozent wiederhergestellt sein wird", in Workouts präsentieren konnte er sich aber nicht.

Top oder Flop?

Aus diesem Grund ist Bennett als Top-Pick eigentlich das perfekte Abbild des 2013er Drafts (siehe Seite 26-29) und steht stellvertretend für viele Rookies - bis zum NBA-Debüt bestehen gewisse Zweifel an seinem Können und Potenzial.

Keine Frage: Er ist ein Guter, aber auch eines Nummer-eins-Picks würdig? Tritt er in die Fußstapfen von Superstar Kyrie Irving, den die Cavs 2011 an erster Stelle gezogen hatten, oder entpuppt er sich als Bust wie Andrea Bargnani, der 2006 als letzter Non-American an Position eins gepickt worden war? Fragen, an denen der 20-Jährige nun gemessen wird.

Denn in Bennetts größter Stärke, seiner Physis, liegt nach Einschätzung vieler Kritiker auch seine größte Schwäche. Für einen Power Forward ist er sehr klein, für einen Dreier aber nicht schnell genug.

Grant vollends überzeugt

Chris Grant waren diese Bedenken egal. Für ihn ist der sprunggewaltige Kanadier mit den langen Armen ein Rohdiamant, den man nur richtig schleifen muss, damit er im Glanz erstrahlt. "Immer wenn wir ihn beobachtet haben, sind wir zum gleichen Schluss gekommen: Er hat viele Skills, massig Talent, einen tollen Charakter und passt perfekt in unser Team", schwärmt der Cavs-GM.

Angesichts dieser Rückendeckung wäre es nicht verwunderlich, wenn Bennett, der bereits mit NBA-Legende und UNLV-Alumni Larry Johnson verglichen wird, erneut die Basketballwelt schockt. Diesmal allerdings mit eigenen Taten statt mit fremden Worten.

Scouting Report

Stärken: Physisch stark, athletisch und beweglich - variabler Scorer, der am Brett stark abschließt (67,0 % FG) und ein gutes Händchen aus der Distanz hat (37,5 % 3er). Macht mangelnde Größe mit enormer Spannweite (2,16 m) wett.
Schwächen: Kleiner Vierer, der zu langsam für die Drei ist. Muss seine Position finden. Zudem hat er defensiv noch Verbesserungspotenzial.
Fazit: Bust oder Star? Solide oder bockstark? Paul Millsap oder Larry Johnson? Bennett hat gute Anlagen, um ein ganz spezieller Spielertyp zu werden, muss noch hart an sich und seinem Körper arbeiten.

Der Artikel erscheint in BASKET 09-10/2013

Der Spielplan der Saison 2013/14 im Überblick

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