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Rising-Star Clark: Macht er Gasol überflüssig?

Von Marc-Oliver Robbers
Freitag, 18.01.2013 | 16:21 Uhr
Forward Earl Clark (r.) erzielte in Abwesenheit von Pau Gasol 11,2 Punkte und 10 Rebounds
© Getty
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Earl Clark kam aus dem Nichts. Mit der Verletzung von Pau Gasol rückte der Forward plötzlich in die Starting Five der Lakers. Dabei verlief seine bisherige NBA-Karriere eher schleppend. Seine Trainer attestierten ihm immer Talent, der Durchbruch gelang aber nicht. In Los Angeles könnte es jetzt soweit sein. Auch gegen die Toronto Raptors (So., ab 19 Uhr im LIVE-STREAM) ist ein Start möglich.

Es war eine der spannendsten Fragen vor dem Topspiel gegen die Miami Heat. Bleibt Earl Clark in der Starting Five, obwohl Pau Gasol nach seiner Gehirnerschütterung wieder einsatzbereit ist? Clark blieb und rechtfertigte es diesmal nicht. Der Forward erzielte "nur" 6 Punkte und 7 Rebounds, dazu kamen 3 Turnover.

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Dabei stand der 25-Jährige zuletzt für ganz andere Zahlen. In den fünf Spielen ohne Gasol glänzte Clark mit 11,2 Punkten, 10 Rebounds und 3,4 Assists im Schnitt. Das alles bei einer Trefferquote von 50 Prozent aus dem Feld. Nicht wenige Lakers-Fans fordern daher einen festen Platz für den 2,08-Meter-Mann in der Start-Formation.

Gasol, der die schlechteste Saison seiner Karriere spielt, ist längst nicht mehr unumstritten. Die Trade-Gerüchte halten sich hartnäckig.

Gasol noch gesetzt

Doch vorerst besitzt der Spanier noch das Vertrauen von Coach Mike D'Antoni. "Gasol von der Bank zu bringen, das wäre schon hart für mich", erklärte der Trainer vor Partie, ließ sich aber immerhin ein kleines Hintertürchen offen: "Wir werden sehen, wie es weitergeht, aber ich habe aktuell nicht vor, ihn aus der Starting Five zu nehmen, wenn er wieder spielen kann."

Gegen die Heat teilten sie sich die Spielzeit (Clark 22 Minuten, Gasol 25). D'Antoni experimentierte dabei mit allen Möglichkeiten im Frontcourt. Ohne Gasol auf dem Court hat Dwight Howard aber deutlich mehr Platz. Das konnte man auch bereits in den letzten Spielen beobachten. Clark nimmt gerne den Wurf von außen und zwingt die Verteidiger dadurch rauszurücken. Gegen Miami gelang ihm das mit zwei Dreiern.

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Im Team hat sich Clark bereits Respekt erarbeitet. "Er war phänomenal heute. Er sitzt im Flugzeug direkt neben mir und er hat mir immer gesagt, dass er bereit ist zu spielen und heute war er es definitiv", adelte Superstar Kobe Bryant die 22-Punkte-Performance Clarks gegen die San Antonio Spurs. Und auch Center Howard ist voll des Lobes über den Forward: "Ich liebe Earl. Er kommt jeden Tag in die Halle und arbeitet hart. Er hat seine Gelegenheit genutzt und spielt großartig. Ich freue mich für ihn."

36 Minuten in 36 Spielen

Dabei hatte Clark vor Gasols Verletzung gar keinen Platz in der Rotation von D'Antoni. In den 36 Spielen vorher stand Earlsanity überschaubare 36 Minuten auf dem Parkett. "Es sind so viele Dinge passiert, da ist Earl etwas in Vergessenheit geraten. Er hat aber weiter gearbeitet. Unsere Assistenztrainer sagten immer wieder 'Seine Füße sind schnell, sein Antritt ist gut'", berichtete D'Antoni: "Er hat sein Lachen nicht verloren und nie aufgegeben. Ich könnte nicht glücklicher darüber sein, dass es für ihn geklappt hat, weil er dafür gearbeitet hat."

Doch wer ist dieser Clark eigentlich? Auf seinen bisherigen Stationen kam der Forward kaum zum Zug. Die Phoenix Suns pickten Clark im Draft 2009 an 14. Stelle. Es lief aber nicht so wirklich in seiner Rookie-Saison. Im Schnitt reichte es nur für 7,5 Minuten und die magere Ausbeute von 2,7 Punkten und 1,2 Rebounds. Die Suns schickten ihn mitten in der Saison in die D-League zum Farmteam Iowa Energy. Trotz guter Leistungen (20,7 Punkte, 9 Rebounds) fand sich kein Platz in der Rotation der Suns. Per Trade ging es nach Orlando.

Bei den Magic wurde es nicht wirklich besser. Phasenweise blitzte sein Können auf, aber Beständigkeit bekam er nicht in sein Spiel, auch weil es an Minuten mangelte. Dennoch war sein damaliger Coach Stan van Gundy vom enormen Potenzial und seinen Defensivqualitäten beeindruckt.

Kurzes Gastspiel in China

Im Zuge des Lockouts zog es ihn nach China. Er heuerte bei den Zhejiang Lions an, absolvierte aber letztendlich kein Spiel für die Chinesen, weil bei seiner schwangeren Frau Komplikationen auftraten. Die Magic verpflichteten den Free Agent erneut und setzten große Erwartungen in ihn.

"Wir wollen, dass Earl die Forwards verteidigt, die vornehmlich Scorer sind. Wir werden sehen, ob er Kevin Durant, Paul Pierce, Joe Johnson und Dirk Nowitzki verteidigen kann. Das ist die Position, auf der ich Earl sehe und wo er Minuten bekommen kann", sagte van Gundy damals. Die Erwartungen konnte er allerdings auch im zweiten Anlauf nicht erfüllen. Es blieb bei einzelnen Ausreißern wie seinem starken Spiel gegen die Sixers (14 Punkte, 11 Rebounds) im April. Clark wurde Teil des Blockbustertrades um Dwight Howard und landete schließlich bei den Lakers.

Zweitschlechtester Forward im Rating

Bei den verwöhnten Lakers-Fans hieß es schnell "Earl who?" und das Player Efficiency Rating führte Clark gar als zweitschlechtesten Forward der vergangenen drei Jahre. Nur Chris Singleton (Washington Wizards) stand vor ihm in der Liste. Nachdem es anfangs genauso lief wie in Orlando und Phoenix, waren die starken Leistungen überraschend.

"Es macht einen Riesenspaß. Ich habe einfach versucht viel Energie ins Spiel zu bringen. Ich bekomme durch Dwight, Kobe und Steve viele offene Würfe und versuche daraus Kapital zu schlagen." D'Antoni predigt ähnlich wie van Gundy die vielseitigen Defensivfähigkeiten. Clark verteidigte im Spiel gegen die Bucks sogar zeitweise Guard Monta Ellis. Gegen die Spurs nahm er es mit Tim Duncan auf.

Es ist nach fünf Spielen in der Startformation sicher zu früh zu sagen, dass Clark endlich in der NBA angekommen ist. Doch einen Platz in der Lakers-Rotation hat er sich gesichert.

Der NBA-Spielplan im Überblick

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